Umweltschutz und Energiemanagement in Gastronomie und Tourismus

Umweltschutz und Energiemanagement in Gastronomie und Tourismus

Umweltschutz und Energieeffizienz werden auch für Hoteliers, Gastronomen, Tagungsunternehmen und Betreiber touristischer Einrichtungen immer wichtiger. Durch Energieaudits und bestimmte Managementsysteme können diese Maßnahmen umgesetzt und etabliert werden.

Eine zunehmende gesetzliche Regulierung durch einschlägige Vorschriften wie das Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG), dem Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG) und dem Wasserhaushaltsgesetz (WHG) auf der einen Seite und die wirtschaftlich-gesellschaftlichen Entwicklungen und Ansprüche hinsichtlich Umweltfreundlichkeit, Klimaschutz und Nachhaltigkeit auf der anderen Seite: Der Umweltschutz wird für Unternehmen über alle Branchen und Größen hinweg immer wichtiger. Das gilt auch für Hoteliers, Gastronomen, Tagungsunternehmen und Betreiber touristischer Einrichtungen. Diese Betriebe sind auf vielfältige Art und Weise diesen Bestimmungen und Anforderungen. Es fällt Abfall an, Wasser und Energie werden in großen Mengen gebraucht, und Immissionen (also der Ausstoß von Gefahrstoffen, Lärm, Schmutz und Strahlung) auf Mensch und Umwelt kommen ebenso häufig vor.

Beim Deutschen Hotel- und Gaststättenverband DEHOGA beispielsweise heißt es: Ökonomie und Ökologie sind heute kein Widerspruch mehr. Umwelt- und Klimaschutz haben in Gastronomie und Hotellerie naturgemäß eine hohe Bedeutung. Immer mehr Gäste, Privatreisende wie Firmenkunden, sind heute für den fortschreitenden Klimawandel und die damit verbundenen Aspekte der Nachhaltigkeit sensibilisiert. Sie achten zunehmend auf die Einhaltung bestimmter Umweltstandards und fordern sie ein. Aus diesem Grund hat der DEHOGA den sogenannten Umweltcheck ins Leben gerufen: „Die Themen Umwelt- und Klimaschutz haben auch im Gastgewerbe weiter an Bedeutung zugenommen. Verbraucher und Gäste sind kritischer und sensibler geworden. Kommunizierbares Umweltengagement ist längst mehr als ein positiver Imagefaktor. Nicht selten ist der transparente Nachweis des eigenen Umweltengagements inzwischen ein obligatorischer Bestandteil des Angebotes und ein Kriterium für die Auswahl eines Hotels oder eines gastronomischen Betriebes.

Werbung
Fiylo

Was können Unternehmen der Branche also tun, um diesen Ansprüchen und Anforderungen gerecht zu werden? Eine Möglichkeit ist das sogenannte Energieaudit. Das bezeichnet eine Vor-Ort-Energieberatung durch einen fachlich ausgebildeten Experten mit dem Ziel, Energieeffizienz, Energiekosten und Energieverbrauch zu optimieren. Das ist für viele Unternehmen ein wesentliches Thema: Einer Umfrage zufolge nennen 20 Prozent aller befragten Unternehmensverantwortlichen Energiekosten als größte Belastung für die die Zukunft von mittelständischen Unternehmen. Für kleine und mittlere Unternehmen über alle Branchen hinweg bietet sich ein Energieaudit nach der Norm DIN 16247 an. Diese werden vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle mit bis zu 6.000 Euro gefördert. Apropos Energie: Auch ein systematisches Energiemanagement nach ISO 50001 kann die Energieeffizienz in Unternehmen fortlaufend erhöhen und den Energieverbrauch und die damit verbundenen Treibhausgasemissionen mindern und die Kosten in diesem Bereich deutlich senken.

Auch ein Umweltmanagementsystem kann dabei helfen, den Umweltschutz im Unternehmen voranzutreiben und dies nach innen und außen darzustellen. Das entspricht dem vielfach geforderten Nachhaltigkeitsgedanken bei Privat- und Geschäftsreisenden, und auch (potenzielle) Mitarbeiter werden für diese Thematik immer sensibler. Das Umweltmanagement dient laut Umweltbundesamt dazu, die gesamten Abläufe und Zuständigkeiten so zu organisieren, dass die eigenen und die gesellschaftlichen Ansprüche an ein umweltverträgliches Handeln sichergestellt sind, umweltbezogene Chancen und Risiken frühzeitig erkannt und rechtliche Anforderungen erfüllt werden. Umweltmanagementsysteme können nach der internationalen Norm ISO 14001 und EMAS („Eco Management and Audit Scheme“) der Europäischen Union umgesetzt werden.

Dabei spielt auch die CO2-Bilanz immer eine Rolle. Das deutsche Klimaschutzgesetz sieht Treibhausgasneutralität bis 2045 vor. Bereits bis 2030 will die Bundesregierung die Emissionen um 65 Prozent gegenüber 1990 senken. Das stellt auch Unternehmen vor die Herausforderungen, sich aktiv mit diesem Thema auseinanderzusetzen – ganz davon abgesehen, dass neue CO2-Preis den Verbrauch von fossilen Heiz- und Kraftstoffen teurer machen wird. Die Etablierung von Wegen zur Netto-Null-Emission ist also eine große Herausforderung für Unternehmen!

Entscheidend ist, dass Hoteliers, Gastronomen, Tagungsunternehmen und Betreiber touristischer Einrichtungen gemeinsam mit einem versierten Berater die individuellen Gegebenheiten analysieren und daraus die richtigen Maßnahmen für Umweltschutz, Umweltmanagement und Energiemanagement ableiten, diese implementieren und umsetzen und dauerhaft überwachen. 

Über den Autor

Michael Wentler ist Geschäftsführer der Höppner Management & Consultant GmbH mit Hauptsitz in Wedemark/Hannover und Büros in ganz Deutschland. Das Unternehmen ist eine 1997 gegründete unabhängige Unternehmensberatung für Umwelt- und Arbeitsschutz, Klimamanagement und Nachhaltigkeit sowie für alle gängigen Managementsysteme. In diesen Bereichen verfügen die Experten über jahrelange theoretische und praktische Erfahrungen. Weitere Informationen unter www.hoeppner-management.de 


Bildquelle: Canva


Wie hat Ihnen der Artikel gefallen? Stimmen Sie jetzt ab:
[Total: 4 Durchschnitt: 5]

Diese Artikel könnten Ihnen auch gefallen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.