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Die Bedeutung der geschützten Herkunftsbezeichnung in Europa

Die Bedeutung der geschützten Herkunftsbezeichnung in Europa

FERNANDO CANO TREVIÑO, VERTRETER DES REGELUNGSAUSSCHUSSES FÜR TEQUILA IN EUROPA. 

Nehmen wir an, eine bekannte alkoholische Getränkemarke bringt ein Getränk mit Tequila-Geschmack auf den Markt, um dem Verbraucher das Gefühl zu geben, dass er ein typisch mexikanisches Produkt genießt, mit einem geringeren Alkoholgehalt und zu einem niedrigeren Preis. Dieses Produkt wird ein Verkaufsschlager, und der Verbraucher denkt, dass er, den Geschmack von authentischem Tequila genießt.

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Die Wahrheit ist jedoch, dass dieses Getränk weder über die erforderliche Genehmigung der mexikanischen Regierung verfügt, die geografische Angabe Tequila zu verwenden, noch enthält es authentischen Tequila. Die natürlichen Eigenschaften eines derart emblematischen Produkts werden verändert, um es in ein „Aroma“ zu verwandeln. Dies wäre im Wesentlichen das, was wir weltweit unlauteren Wettbewerb nennen. 

Es obliegt der Gastronomie und den Traditionen, im Laufe der Jahre eine einzigartige Essenz für jedes Gebiet zu finden – ein Erkennungsmerkmal, eine vereinende Identität. Wenn also ein Unternehmen gegen das Gesetz verstößt, um das Image eines durch seine Herkunftsbezeichnung anerkannten und geschützten Produkts für sich zu nutzen, greift es nicht nur diejenigen an, die für die traditionsreiche Herstellung zuständig sind, sondern gefährdet auch den gesamten Regelungsrahmen für Herkunftsbezeichnungen und geografische Angaben in ganz Europa. Denn die Funktion dieses Regelwerks besteht gerade darin, das jeweilige Produkt vor möglichen Nachahmungen zu schützen. Warum also die Absichten derjenigen in Frage stellen, die ihre Produkte in diesem Rahmen verteidigen?

Wussten Sie, dass es allein in Deutschland 117 Herkunftsbezeichnungen für Produkte wie Wein, Bier, Käse oder Gebäck gibt? Stellen Sie sich vor, wie viele Produkte mit Herkunftsbezeichnung es auf der ganzen Welt gibt! Tatsächlich kommen in der Europäischen Union rund 3.500 Herkunftsbezeichnungen  vor, die einen Gesamtgewinn von bis zu 75 Milliarden Euro generieren.

Doch ist die Herkunftsbezeichnung nicht lediglich ein Etikett, das über die Herkunft des Produkts informiert? Weit gefehlt! Die Herkunftsbezeichnung eines Produkts dient als Zertifikat der exklusiven Herkunft, gewährleistet Anerkennung für das Produkt, zieht so den Verbraucher an und leistet so einen wesentlichen Beitrag zur Wirtschaft eines Landes. 

Ein Verstoß gegen die geltenden europäischen Vorschriften ist daher ein Risiko für das gesamte System der Herkunftsbezeichnungen in Europa wie auch für alle Familien, Landwirte und Produzenten, die in die Produktion und den Verkauf involviert sind. Auch die gemeinsamen Bemühungen der Regierungen um die Einhaltung der für die Herkunftsbezeichnung und die geografische Angabe geltenden Spezifikationen und Vorschriften werden beeinträchtigt.

Letztlich bedeutet ein Angriff auf ein zertifiziertes Produkt, das von einem beliebigen Ort auf der Welt stammt, einen Angriff auf eine lange Kette an beteiligten Personen und Unternehmen.

Das Schutzmodell der Herkunftsbezeichnung und der geographischen Angabe, das von Mexiko und vielen anderen Ländern der Welt übernommen wurde ist heute eine Erfolgsgeschichte nicht nur für Tequila, sondern für alle 18 Herkunftsbezeichnungen Mexikos. Mehr als 70.000 Familien, vor allem im primären Sektor, und mehr als 20.000 Landwirte sind inzwischen von dem ikonischen Getränk abhängig; ein wahrer Zünder für die Wirtschaft und den Tourismus in der Region. Tequila ist zu einer der wichtigsten nationalen Marken Mexikos geworden, und heute ist sie in Gefahr.  

Die Gewährleistung und Einhaltung des Schutzsystems von DOs, IGs und IGPs ist eine grundlegende Pflicht für alle Marktteilnehmer, um sicherzustellen, dass die Qualität, Originalität und Authentizität aller unserer Produkte intakt bleiben, wohin auch immer sie exportiert werden. 

Dank diesem Schutzsystem kann der Verbraucher die Kultur und Tradition – die Essenz eines Originalproduktes – schmecken, entdecken und genießen.

Über den Regelungsausschuss für Tequila (CRT)

Der Regelungsausschuss für Tequila (CRT) ist für die Überprüfung und Zertifizierung der Einhaltung der Vorschriften für die Produktion von Tequila zuständig. So kann die Echtheit des Tequilas für den Verbraucher garantiert werden und die Herkunftsbezeichnung (DOT) in Mexiko und weltweit geschützt werden. Die Aufgabe des CRT besteht weiterhin darin, die Einhaltung der für Tequila, Tequila-haltigen Produkte und seine Rohstoffe geltenden Vorschriften sowie Spezifikationen und Qualitätssysteme zu überprüfen, die Herkunftsbezeichnung sowohl in Mexiko als auch im Ausland zu schützen sowie zum Nutzen der Verbraucher Mehrwert und Vertrauen bei Partnern, Kunden, Mitarbeitern, Agenturen und Regierungsstellen zu schaffen. Tequila-Hersteller, Agavenproduzenten, Abfüller, Vermarkter und die mexikanische Regierung sind Teil dieser Organisation. Ebenso gilt sie als Informations- und Dienstleistungszentrum von höchster Qualität für die gesamte Produktionskette, mit dem Bestreben, das weltweite Referenzzentrum im Wissen über Agave und Tequila zu werden. Neben der Zentrale in Jalisco / Mexiko gibt es vier internationale Büros in Madrid, Shanghai, Genf und Washington D.C.

Pressekontakt:
Fame Creative Lab
Isabell Böck/ Karin de Carvalho 
tequila@fame-creativelab.com
+49 175 276 80 33/ +49 172 678 3676 
Hanauer Landstr. 146
60314 Frankfurt


Bildquelle: Regelungsausschuss für Tequila CRT


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