Warenkreditversicherung für Hoteliers: Produkt zur Absicherung von Forderungsausfällen

Warenkreditversicherung für Hoteliers: Produkt zur Absicherung von Forderungsausfällen

Die Covid-19-Pandemie wird gehen – aber die Auswirkungen könnten Hoteliers, Gastronomen und Tagungsunternehmer noch länger beschäftigen. Sie können beispielsweise von Schwierigkeiten auf Kundenseite betroffen sein und auf Kosten für erbrachte Leistungen sitzenbleiben. Eine Möglichkeit, sich vor Zahlungsausfällen zu schützen, ist die Warenkreditversicherung.

Mittlerweile mehren sich die Zeichen der Hoffnung, dass im Laufe des dritten Quartals in Deutschland und der Welt der Sieg über die Covid-19-Pandemie verkündet werden kann und dass dann wieder Normalität herrscht, wie man sie kennt und gewohnt ist – privat, gesellschaftlich und wirtschaftlich. Das wird dann auch dazu führen, dass gastronomische und touristische Angebote wieder flächendeckend in Anspruch genommen werden können. Trotz dieser positiven Aussichten kann durchaus sein, dass die Covid-19-Pandemie Hoteliers, Gastronomen und Tagungsunternehmer noch länger beschäftigen wird, auch wenn die behördlich angeordneten Einschränkungen irgendwann zurückgenommen wurden. Denn Unternehmer können auch von Schwierigkeiten auf Kundenseite betroffen sein oder werden. 

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So ist es beispielsweise denkbar, dass nach Aufhebung der harten Beschränkungen wieder private Veranstaltungen durchgeführt, Caterings verkauft oder Seminare und Firmenevents gebucht werden. Doch was passiert, wenn diese Geschäfte durch Probleme bei den Kunden kurz vor Durchführung platzen oder später Rechnungen nicht gezahlt werden und gastgewerbliche Unternehmen dann auf den Kosten sitzenbleiben? 

Eine Möglichkeit, sich vor Zahlungsausfällen zu schützen, ist die Warenkreditversicherung. Dies ist eine vorbeugende Maßnahme, die für alle Unternehmen sinnvoll ist, die Waren ausliefern oder Dienstleistungen erbringen und sich vor Zahlungsverzug und -ausfällen schützen möchten. Laut der Wirtschaftsauskunftei Creditreform ist eine Warenkreditversicherung, auch Forderungsausfallversicherung genannt, sinnvoll, um sich vor dem Risiko nicht oder nicht fristgerecht gezahlter Rechnungen zu schützen. Das kann zum Beispiel der Fall sein, weil das Unternehmen, das ein Bankett gebucht hat, plötzlich Insolvenz anmeldet. Das wiederum kann laut Creditreform zur Folge haben, dass dem betroffenen gastgewerblichen Betrieb durch ausbleibende Zahlungen das wirtschaftliche Kapital, um andere Investitionen tätigen zu können, die Liquidität gefährdet wird oder sogar eine existenzbedrohende Situation entstehen kann.

Das bedeutet: Die Warenkreditversicherung ist das Produkt zur Absicherung von Forderungsausfällen aus Warenlieferungen, Werk- oder Dienstleistungen bei Zahlungsverzug oder Zahlungsunfähigkeit von privaten oder gewerblichen Kunden. Ein professionelles Forderungsmanagement gegenüber säumigen Schuldnern beispielsweise bietet die Möglichkeit, Zahlungsausfälle zu vermeiden und die Liquidität des Unternehmens nachhaltig zu sichern. Vielfach ergebe es auch vor Vertragsschluss vor allem bei großvolumigen Aufträgen Sinn, die Bonität des Kunden zu prüfen. Bestimmte Warenkreditversicherungen bieten diese Prüfungen durch Kreditexperten an, somit die Gefahr von Forderungsausfällen schon im Vorfeld zu verringern. Ein weiterer wesentlicher Inhalt ist die schnelle Entschädigung bereits bei Zahlungsverzug. Die Versicherung übernimmt dann den Ausfall der Rechnung und stellt das versicherte Unternehmen so, als sei der Schaden nicht entstanden. Es kommt eben darauf an, was ein Unternehmen benötigt.

Daher setzt sich eine professionelle Absicherung aus verschiedenen Elementen zusammen und sollte immer branchenbezogen gestaltet werden. Somit kommt der individuellen Risikoanalyse in Hotellerie, Gastronomie, MICE und Tourismus eine besondere Rolle zu. Ein Beispiel dafür ist der Auslandsbezug. Gerade für Hoteliers im beliebten Tagungs- und Geschäftsreiseland Deutschland ist dies wichtig. Die Corona-Pandemie wird gehen, die internationalen Reisenden werden wieder kommen – und die betriebswirtschaftlichen Risiken bleiben. Daher gilt, es einen echten Schutz auch für grenzüberschreitende Geschäfte zu entwickeln.

Diese individuelle Gestaltung bedingt auch die Prämie für die Warenkreditversicherung. Die Kosten orientieren sich unter anderem am Umsatz, dem Kundenstamm, den zu versichernden Risiken und der Branche. Vorteilhaft ist, dass die Warenkreditversicherung generell im Vergleich zu anderen betriebsnotwendigen Versicherungen nur einen überschaubaren Betrag kostet und dafür eine gute Absicherung bietet, wenn man bedenkt, dass die durchschnittliche Ausfallwahrscheinlichkeit einer Forderung in Deutschland bei rund zwei Prozent liegt. Generell kann man sagen, dass die Prämie zwischen zwei und vier Promille des versicherten Umsatzes ausmacht. Bei einem Umsatz von einer Million Euro sind damit zwischen 2000 und 4000 Euro.

Über den Autor

Markus Röttges ist Inhaber der gleichnamigen R+V-Generalagentur in Düsseldorf, Mönchengladbach und Radevormwald. Die R+V gehört zu den größten Versicherungsgesellschaften Deutschlands. Markus Röttges ist Experte für betriebliche Risikomanagement aus Versicherungssicht und Berater von Gastronomen und Hoteliers und gestaltet regelmäßig über die R+V-Versicherung Warenkreditversicherung für Unternehmen des Gastgewerbes. Mehr Informationen unter www.markus-roettges.ruv.de 


Bildquelle: Canva


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1 comment

  1. In der Tat kann eine Kreditversicherung für die Hotel-Branche eine sinnvolle Ergänzung sein. Insbesondere im Bereich „Veranstaltungen“ oder „Konferenzen“ werden den Veranstalter häufig längere Zahlungsziele gewährt. Stellen Sie sich vor, dass bereits vor dem Event Ihr Kunde in die Insolvenz geht. Auch das kann inhaltlich mit der Kreditversicherung mit abgesichert werden. Vorsorge ist besser als leere Betten oder unbezahlte Rechnungen.

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