Rückkehr zur Normalität: Wer soll die Arbeit machen, wenn es wieder losgeht?

Gastgewerbe und Tourismus droht ein eklatanter Mitarbeitermangel, wenn die Pandemie einmal hinter uns liegt.

Gastgewerbe und Tourismus droht ein eklatanter Mitarbeitermangel, wenn die Pandemie einmal hinter uns liegt.

Die Branche hat im Katastrophenjahr 2020 fast 300.000 Arbeitsplätze verloren, Hoteliers berichten zusätzlich bereits von Abwerbungen aus dem Ausland. Unternehmer und Geschäftsführer müssen dringend ihre Mitarbeiterstrukturen festigen. Eine gut strukturierte betriebliche Altersvorsorge ist dafür ein gutes Instrument.

Sinkende Inzidenzen und eine steigende Impfquote führen in mehr und mehr Ländern dazu, dass pandemiebedingte Restriktionen nach und nach zurückgenommen werden. Das bedeutet, dass es konkrete Öffnungsperspektiven für Gastgewerbe und Tourismus gibt. Es steht also im Zuge der allgemeinen Rückkehr zur Normalität zu erwarten, dass auch die Branche wieder gute Umsätze erzielen wird. Denn der Wunsch, essen zu gehen und in einem Hotel Gastfreundschaft zu genießen, ist bei vielen Menschen riesig. Das bedeutet: Sobald es möglich ist, werden Gastgewerbe und Tourismus von Öffnungseffekten und Rückkehr der Normalität profitieren.

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Das große Problem: Gastgewerbe und Tourismus droht ein eklatanter Mitarbeitermangel, wenn die Pandemie einmal hinter uns liegt. Die Branche, die vor der Corona-Krise mit mehr als zwei Millionen sozialversicherungspflichtig und geringfügig Beschäftigten zu den größten Arbeitgebern in Deutschland gehört, hat im Katastrophenjahr 2020 fast 300.000 Arbeitsplätze verloren. Laut DEHOGA beträgt der Zugang von Arbeitslosen aus abhängiger Beschäftigung am ersten Arbeitsmarkt im Gastgewerbe zwischen April 2020 und Januar 2021 sage und schreibe 18 Prozent. In der Gesamtwirtschaft sind es 3,9 Prozent. Bis Februar 2021 die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in den Betrieben um 129.500 gesunken – damit ist nach DEHOGA-Angaben knapp jeder achte Arbeitsplatz verloren gegangen. Hauptgeschäftsführerin Ingrid Hartges warnte bereits Anfang Mai: „Hoteliers berichten bereits von Abwerbungen aus dem Ausland.“

Daher stellt sich die Frage: Wer soll die Arbeit machen, wenn es wieder losgeht? Unternehmer und Geschäftsführer müssen dringend ihre Mitarbeiterstrukturen festigen und dafür Sorge tragen, dass es nicht zu einer Abwanderungswelle kommt. Neben dem Gehalt und einer guten Arbeitsatmosphäre kommt es auch darauf an, durch besondere Maßnahme Mehrwerte herzustellen und Wertschätzung zu zeigen. Ein Bereich ist die betriebliche Altersvorsorge (bAV). In den Medien hören und lesen wir es immer wieder: Der durchschnittliche Rentenbezug in Deutschland sinkt, sodass die Menschen auf eine alternative Ruhestandsfinanzierung setzen müssen, um auch im Alter gut versorgt zu sein. Die betriebliche Altersvorsorge ist der Baustein, den Arbeitgeber unterstützen können.

Als Alternative, die Mitarbeitern spürbare Mehrwerte liefert, hat sich die pauschaldotierte Unternehmenskasse in der Praxis bewährt. Die pauschaldotierte Unternehmenskasse ist eine rechtlich eigenständige Einrichtung, deren Dotierungen (also die Zahlungen des Unternehmens für die Mitarbeiter) als Betriebsausgaben unmittelbar steuerlich angerechnet werden. Unternehmen müssen die Dotierungen nicht wirklich leisten, sondern können das Geld mitsamt der steuerlichen Begünstigung als Liquidität erhalten und damit unternehmerische Projekte finanzieren oder ein externes Vermögensverwaltungskonzept umsetzen.

Die pauschaldotierte Unternehmenskasse ist ein strategisches Element im Employer Branding, gerade auch bei gut bezahlten Fachkräften. Warum? Weil diese Form der bAV arbeitgeberfinanziert sein kann, nicht auf Versicherungsverträgen beruht und durchschnittlich mit drei Prozent garantierte Rendite im Jahr erheblich bessere Ergebnisse erbringt als zum Beispiel ein Fonds. Unternehmen aus Hotellerie und MICE machen damit bereits sehr gute Erfahrungen. Das Feedback lautet einhellig, dass die Mitarbeiter diesen Schritt zu schätzen wissen und anerkennen, welchen Mehrwert ihr Arbeitgeber mit der pauschaldotierten Unternehmenskasse schafft. Schließlich müssen sie keinen eigenen finanziellen Beitrag für die bAV leisten und erhalten ihre Versorgungsleistungen zum Renteneintritt auch dann, wenn ihr Arbeitgeber Insolvenz angemeldet haben sollte.

Auch Mini- und Midijobber (Beschäftigte in der sogenannten Gleitzone mit einem Einkommen von 450 bis 1.200 Euro brutto monatlich), die in Gastgewerbe und Tourismus gerne eingesetzt werden, profitieren davon. Im üblichen Modell der Entgeltumwandlung ist dies in der Regel für die Einkommensklasse der Minijobber ausgeschlossen. Gastgewerbliche Unternehmer können aber durch eine pauschaldotierte Unternehmenskasse ihre Minijobber in der betrieblichen Altersvorsorge bedenken. Dadurch machen sie sich als Arbeitgeber für Minijobber attraktiv.

Ein Rechenbeispiel: Die Zahlungen in die pauschaldotierte Unternehmenskasse werden durch die sogenannte Arbeitszeiterhöhung finanziert. Die Gegenleistung des Arbeitgebers – zum Beispiel in Höhe von 50 Euro monatlich – wird dafür sozialabgaben- und steuerfrei als Versorgungsbeitrag in die betriebliche Altersversorgung eingebracht. Nach 20 Jahren im Job entsteht durch diese 50 Euro, für die nur wenige Stunden mehr monatlich gearbeitet werden müssen, eine Kapitalzusage von 35.000 Euro oder umgerechnet pro Monat eine Rente von 194,44 Euro.

Über den Autor

Frank Strehlau ist Vorstandsvorsitzender der bacon pension trust AG. Die Unternehmensberatung aus Berlin begleitet Unternehmen bei der Errichtung und beim laufenden Management pauschaldotierter Unternehmenskassen im Mittelstand. Dafür haben die Experten das rechtlich geschützte System des corporate cash fund® als betriebswirtschaftlich erfolgreichsten Durchführungsweg der betrieblichen Altersvorsorge entwickelt. Mit dem Konzept der bacon mini-job rente® wird die pauschaldotierte Unternehmenskasse für Minijobber und Geringverdiener zugänglich gemacht. Weitere Informationen unter www.bacon-pension-trust.ag


Bildquelle: Canva


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