Thomas Sablotny, Freitag, 1. Februar, 2019

Team-Building in der Hotellerie und MICE-Industrie

Ein Haufen von ausgemachten Individualisten in der Küchenbrigade, dem Service oder in der Verwaltung ist in Hotellerie und MICE ein Problem. Durch professionelle Team-Building-Maßnahmen lassen sich neue Kompetenzen im gemeinschaftlichen Handeln vermitteln.

Unternehmen sind dann erfolgreich, wenn die Mitarbeiter dauerhaft motiviert sind und es ihnen gelingt, jederzeit ihre Kompetenzen abzurufen und für den Betrieb einzusetzen. Das gilt auch und gerade für Hotel- und MICE-Unternehmen, die vor allem vom persönlichen Engagement der Mitarbeiter geprägt werden: Stimmt der Kontakt zum Gast, steht guten Belegungszahlen nichts im Weg; ist der positive, professionelle Umgang mit Gästen nicht gewährleistet, weil beispielsweise ein Konflikt zwischen Führung und Team über die richtige Ansprache oder den Umgang mit Reklamationen herrscht, ist ein Abschwung unvermeidlich.

Das „Team“ ist das herausragende Stichwort: Ein Haufen von ausgemachten Individualisten in der Küchenbrigade, dem Service oder in der Verwaltung ist in Hotellerie und MICE ein Problem, kein Vorteil – denn gerade in solchen Bereichen müssen die Teams gut funktionieren, sonst kann der Betrieb nicht erfolgreich laufen. Das bedeutet: Auf das Team kommt es an! Denn nur wenn die einzelnen Mitarbeiter – vom Auszubildenden bis zum Abteilungsleiter – sich als Teil des Teams fühlen, kann der Geschäftserfolg auf Dauer gelingen. Jeder für sich besitzt spezielle Kompetenzen, die sich aber im Sinne des Unternehmens erst frei und in Gänze entfalten können, wenn die Rädchen wirklich ineinandergreifen und sich jeder auf den anderen verlassen kann.



Apropos Abteilungsleiter: Führungskräfte sind gefragt, sich ebenso in das Team zu integrieren und den Teamgedanken nach vorne zu tragen – das gilt bis hoch zum Management! Spürt ein Hotelier, dass seine Teams nicht an einem Strang ziehen, Mitarbeiter unzufrieden sind und wenn überhaupt Dienst nach Vorschrift leisten, ohne sich für die Entwicklung des Unternehmens zu interessieren, beginnt das Problem oftmals in der Führungsetage. Der „Herrscher aller Reußen“ (ob im Chefbüro oder in der Küche) schreckt ab, statt zu integrieren, demotiviert, statt anzuspornen, verschließt die Struktur, statt sie für neue Ideen zu öffnen. Dadurch entsteht eine Atmosphäre der Zurückgezogenheit, in der jeder nur an sich selbst denkt und einfach nur versucht, unbeschadet durch den Arbeitstag zu kommen.

Was bedeutet Team-Building jetzt für ein Hotel- und MICE-Unternehmen?

Team-Building ist das Stichwort für strategisch denkende Unternehmer. Die Erfahrung zeigt, dass Teams immer wieder gestärkt und weiterentwickelt werden müssen. Denn nur wenn Mitarbeiter ihre Teams regelmäßig neu wahrnehmen und erleben, sind echte und langfristige Erfolge möglich. Damit die Arbeit wirklich gelingt und auf Arbeits- und Führungsebene und zwischen den Hierarchien Zufriedenheit herrscht, müssen Kommunikation, Vertrauen, Akzeptanz (auch für unpopuläre) Entscheidungen und die klare Zuordnung von Kompetenzen und Verantwortlichkeiten vorhanden sein. Die Soft Skills der Mitglieder einer Organisation müssen so ausgebildet sein, dass daraus echte Team-Fähigkeit entsteht und die Motivation, gemeinsam für den Erfolg zu arbeiten.

Aber Team-Building ist nicht Team-Building. Stundenlange, theoretische Management-Programme mit Frontalunterricht sind heute nicht mehr angesagt, vielmehr muss das Team-Building echte Handlungskompetenzen vermitteln und den Arbeitsalltag der Mitarbeiter aufnehmen. Bei solchen Maßnahmen werden unmittelbar messbare Ergebnisse geschaffen. Wie zahlreiche Studien belegen, verinnerlicht der Mensch bis zu 80 Prozent der Informationen, erlebt er Situationen oder ist er bei der Entwicklung von neuen Sachverhalten dabei. Der Transferverlust beträgt nur etwa 20 Prozent. Durch diesen erlebnisorientierten Ansatz wird das Erlernte langfristig nutzbar gemacht.

Das wiederum führt zu einer stark verbesserten beruflichen Praxis der Mitarbeiter. Sie lernen in einer Team-Building-Maßnahme neue Potenziale und Kompetenzen im gemeinschaftlichen Handeln kennen und erfahren ihre Rolle neu und vielleicht anders – auf diese Weise entsteht ein verbessertes Team-Gefühl. Und das wirkt sich positiv auf den Betrieb aus.


Über den Autor

Autoren (10)
Thomas Sablotny ist Inhaber von Kobon – Team –Training – Incentive und entwickelt für Unternehmen ganz gleich welcher Branche und Größe individuelle Programme mit einem Fokus auf Indoor- und Outdoor-Trainingsprogramme, die dem Motto folgen: „Wir schaffen Erlebnisse mit Ergebnissen.“ Thomas Sablotny kooperiert mit Unternehmen in ganz Deutschland und entwickelt passgenaue Programme für Team-Building, Teamentwicklung und Stressabbau. Ebenso bereitet er Mitarbeiter auf die Prüfung im Rahmen der Ausbilder-Eignungsverordnung (AVEO) vor. Weitere Informationen: www.besser-vorbereitet.de und www.kobon.de


Image (adapted) Pixabay


Abstimmung

Wie hat Ihnen der Artikel gefallen? Stimmen Sie jetzt ab:


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.





Beiträge von Gastautoren


Hotellerie: Steuerliche Fehler im Unternehmen bergen große Gefahren

Artikel lesen

Für Hoteliers und Co.: Digitale Vermögensverwaltung setzt auf aktives Management

Artikel lesen

Digitalisierung in der Hotellerie

Artikel lesen