Wäscherei Max Stich für umfassende Effizienzmaßnahmen ausgezeichnet: Die Einsparungen verbessern Nachhaltigkeitskennzahlen, reduzieren Betriebskosten und stärken die Wettbewerbsfähigkeit der Branche.
Energieeffizienz in der textilen Versorgung wird zunehmend datengetrieben. Das Familienunternehmen unter der Leitung von Moritz Stich, Gesellschafter des Textilverbunds Servitex, ist mit dem WRP Star 2026 in der Kategorie „Vorbildliches Energiesparkonzept“ ausgezeichnet worden. Die Jury der WRP – Wäscherei + Reinigungspraxis würdigt insbesondere den systematischen Ansatz, Energieverbräuche im laufenden Betrieb erstmals vollständig messbar zu machen und daraus konkrete Optimierungsmaßnahmen abzuleiten. Ausgangspunkt war eine detaillierte Analyse des Status quo: Bei einer durchschnittlichen monatlichen Tonnage von 456 Tonnen lag der Energieverbrauch des Betriebs bei 1,19 kWh pro Kilogramm Wäsche – Gas und Strom gesamt. Auf dieser Basis wurde im Zuge einer Investition in neue Produktionstechnik sowie einer BAFA-geförderten Einführung von Steuer-, Regel- und Messtechnik der gesamte Betrieb datenbasiert erfasst, um Energieverbräuche bis auf Maschinenebene transparent zu machen. Daraus entstand gemeinsam mit externer Energieexpertise eine umfassende Potenzialanalyse, in der insbesondere sogenannte „Quick Wins“ identifiziert wurden. Also Maßnahmen, die ohne große Investitionen unmittelbar wirksam sind. Dazu zählten unter anderem die Optimierung der Auslastung der Waschstraße, die Feinjustierung der Beheizung, die Reduktion der Restfeuchte im Pressprozess sowie die Anpassung von Lüfterleistungen und Drucksystemen.
Die Umsetzung dieser Maßnahmen erfolgte konsequent im laufenden Betrieb und wurde maßgeblich vom Technischen Leiter Bernd Ostermann verantwortet. „Der entscheidende Schritt war, Transparenz zu schaffen. Erst wenn Energieverbräuche auf Maschinenebene sichtbar werden, lassen sich Prozesse gezielt optimieren“, erklärt der Geschäftsführer Moritz Stich.
Ergänzend erfolgten gezielte Investitionen in die Isolierung energieintensiver Komponenten: Drehventile, Armaturen und Trockner – mit positiven Effekten auf Energieverbrauch, Raumklima und Lärmemission.
Allein die Isolierung der Trockner führt zu Einsparungen von rund 1.550 Euro pro Aggregat und Jahr. Insgesamt konnte der Energieverbrauch im Betrieb auf 1,06 kWh pro Kilogramm Wäsche gesenkt werden.
Die Preisverleihung fand im April 2026 im Rahmen eines Branchentreffens in der Mühle Meilsdorf nahe Hamburg statt. Die WRP-Auszeichnung zählt zu den wichtigsten Branchenpreisen der Textilpflege und wird jährlich an Unternehmen vergeben, die mit vorbildlichen Konzepten in Bereichen wie Energie- und Ressourceneinsparung, Logistik, Mitarbeiterqualifikation und Kundenservice überzeugen.
Für die Hotellerie selbst sind diese Entwicklungen von unmittelbarer Bedeutung: Textile Dienstleistungen zählen zu den energieintensiven Bereichen im operativen Betrieb, Effizienzgewinne auf Seiten der Dienstleister wirken sich direkt auf Kostenstrukturen und Nachhaltigkeitskennzahlen aus. „Unsere Gesellschafter zeigen bereits seit Jahren sehr konkret, wie sich Nachhaltigkeit wirtschaftlich sinnvoll umsetzen lässt. Gerade für Hoteliers ist das ein entscheidender Faktor, da Effizienzgewinne entlang der Lieferkette zunehmend in die eigene ESG-Bilanz einzahlen“, ergänzt Rolf Slickers, Geschäftsführer von Servitex.
Das Projekt in Bremen ist dabei bewusst als langfristiger Transformationsprozess angelegt: Bereits umgesetzt wurde die Einführung eines Energiemanagementsystems nach DIN EN ISO 50001. Weitere Investitionen wie beispielsweise eine isolierte und energieoptimierte Waschtechnik sind geplant. Damit positioniert sich die Wäscherei Max Stich nicht nur als leistungsfähiger Partner für das Gastgewerbe, sondern auch als Beispiel für eine datenbasierte sowie wirtschaftlich tragfähige Transformation in der textilen Dienstleistungsbranche.
Fotoquelle: Servitex GmbH


