Ute Logen, Dienstag, 24. April, 2018

Unternehmensverkauf: Restrukturierung führt zu besseren Ergebnissen

Hotel- und MICE-Unternehmern ist im Vorfeld einer geplanten Betriebsveräußerung dazu geraten, wirtschaftliche, rechtliche und steuerliche Risiken zu identifizieren und bestmöglich zu eliminieren. Dabei können spezialisierte Berater unterstützen.

(PREGAS) In der gehobenen Hotellerie und im MICE-Segment stellt sich immer mehr heraus, dass der Unternehmensverkauf zur Nachfolgeoption Nummer 1 wird. Geschäftsführer-Gesellschafter können seltener als in der Vergangenheit ein Mitglied der Familie dazu gewinnen, die Organstellung ein- und gesellschaftsrechtliche Verantwortung anzunehmen. Und zudem sind die Preise, die strategische Käufer und Finanzinvestoren für gut geführte Betriebe zu zahlen bereit sind, dazu geeignet, den Verkauf eines Betriebs langfristig zu vergolden.

Aber natürlich sind Käufer nur dann bereit, hohe Preise zu zahlen, wenn sie der Meinung sind, dass der Betrieb diese Preise auch rechtfertigt, will heißen: dass aus den Gewinnen eine schnelle Amortisation des Kaufpreises und Renditen deutlich oberhalb der durchschnittlichen Kapitalmarktrendite möglich sind. Und natürlich wollen sie keine beziehungsweise so wenig wie möglich wirtschaftliche, rechtliche und steuerliche Risiken eingehen. Daher sind Erwerber auf umfassende Analysen des Zielunternehmens eingestellt und werden nur dann einen Kaufvertrag unterzeichnen, wenn sie sicher sein können, dass sie sich dadurch keine Haftungsthemen oder sonstwie geartete „faule Eier“ ins Haus holen.

Potenzielle Verkäufer können sich auf dieses Szenario vorbereiten, indem sie gemeinsam mit einer fachlich versierten Beratung den gesamten Betrieb durchleuchten, Risiken identifizieren und eliminieren. Das kann beispielsweise eine allgemeine finanz- und leistungswirtschaftliche Restrukturierung sein, um die wesentlichen Kennzahlen zu verbessern. Durch professionelle Maßnahmen erfolgt eine Verbesserung der Gewinnsituation – und diese ist ausschlaggebend für die Preisverhandlungen. Denn jeder potenzielle Käufer wird zuerst einmal auf die betriebswirtschaftlichen Daten schauen, um sich ein Bild des Unternehmens zu verschaffen. Sind diese Zahlen positiv, ist der erste Schritt des Weges gemacht. Das heißt: Durch eine Restrukturierung, die den Verkauf im Blick hat, erhalten Verkäufer eine verbesserte Position und können ihre Vorstellungen besser durchsetzen.

Die Beratung durch einen auf Sanierung, Risiko- und Krisenmanagement spezialisierten Berater wird auch dazu führen, potenzielle „Deal Breaker“ zu ermitteln, also die Faktoren, die trotz einer guten Bilanz und positiven Zukunfts- und Gewinnaussichten dazu führen können, dass ein Verkauf scheitert – womöglich sogar auf den letzten Metern. In der Fachwelt wird dies als „Red Flag Analysis“ bezeichnet. Unter anderem richtet sich das Augenmerk auf hohe offene Steuer-Verbindlichkeiten, die Gefahren von Steuerstrafverfahren oder auch schwerwiegende Verstöße gegen steuerliche Compliance-Vorschriften. Diese Ereignisse können nicht nur teuer werden, sondern auch zu persönlichen Haftungsansprüchen gegen die Organe des Erwerbers führen.

Hotel- und MICE-Unternehmern ist also im Vorfeld einer geplanten Betriebsveräußerung dazu geraten, solche Situationen zu verhindern, indem sie offen und schonungslos mit Problemen umgehen und gewillt sind, Risiken auch entsprechend zu benennen und anzupacken. Dann steht einem erfolgreichen Verkauf nichts im Wege.


Image (adapted) by Pixabay


 

Über den Gastautor:

Ute Logen

Steuerberaterin Ute Logen ist Geschäftsführerin von ADK Consulting GbR mit Sitz in Düsseldorf, der auf Insolvenzdienstleistungen, Sanierung und Restrukturierung spezialisierten Einheit der Wirtschaftsprüfungs-, Steuerberatungs- und Rechtsanwaltsgesellschaft ADKL (Abels Decker Kuhfuß Lenzen & Partner mbB). Das Beratungsunternehmen wird sowohl in Insolvenz- als auch Restrukturierungsverfahren auf Seiten von Insolvenzverwaltern, Beratern und Gläubigern tätig. Ein Schwerpunkt liegt in der ganzheitlichen Beratung steuerlicher Fragestellungen insbesondere mit Bezug zum Insolvenzrecht bis hin zur Prozessführung über alle Instanzen hinweg. Weitere Informationen: www.adk-consulting.de

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