Jens Bormann, Dienstag, 24. September, 2019

Mehrwerte für Hoteliers durch Digitalisierung in der Steuerberatung

In der steuerlichen Praxis fallen Tag für Tag genügend Aufgaben an, die digital erledigt werden können, wodurch vielfältige Vorteile für Mandanten geschaffen werden können.

Die Digitalisierung verändert Unternehmen und andere Organisationen so grundlegend, wie es die Wirtschaftswelt wohl noch nie zuvor erlebt hat. Experten sprechen dabei von Disruption, also einem fundamentalen Bruch, der bestehende Strukturen aufbricht und verdrängt. Ein Beispiel dafür sind Buchhaltung, Finanz­ und Rechnungswesen – in diesen Bereichen sind in den Unternehmen, natürlich auch in MICE und Gastgewerbe, große Veränderungen spürbar.

Das gilt auch für die Steuerberatung. Natürlich, Beratung von Mensch zu Mensch und die Gestaltung komplexer steuerlicher und betriebswirtschaftlicher Fragestellungen wie Vermögensnachfolgen, Unternehmenskäufen oder Restrukturierungen kann nicht digital funktionieren. Aber in der steuerlichen Praxis fallen Tag für Tag genügend Aufgaben an, die digital erledigt werden können, wodurch vielfältige Vorteile für Mandanten geschaffen werden können.

Auf die Bedeutung der Digitalisierung in der Steuerberatung weist unter anderem die Beratungsgesellschaft PwC in der Studie „Digitalisierung im Finanz- und Rechnungswesen und was sie für die Abschlussprüfung bedeutet“ hin. „Ein klares Indiz dafür, dass sich das Finanz­ und Rechnungswesen (und damit die Abschlussprüfung) schon kurz­ und mittelfristig deutlich verändern wird, ist die aktuelle Beurteilung der befragten Entscheider zu den Limitierungsfaktoren für den Technologieeinsatz: Sämtliche abgefragten Argumente gegen die Nutzung neuer Technologien haben an Gewicht verloren. Ein herausragender Beleg dafür: Nur 18 Prozent der Befragten sehen Limitierungsfaktoren im Datenschutz und in der Datensicherheit. 2016 waren es 54 Prozent, also drei Mal mehr.“

Immer mehr Hoteliers, Gastronomen und MICE-Unternehmer erkennen, wie leicht der digitale Umgang mit Rechnungen, Belegen etc. ist. Steuerberater betonen die Effizienzsteigerung bei den Mandanten, die den Nutzen erkannt haben. Sie müssen nicht mehr mühsam gedruckte und digitale Dokumente sammeln und ans Steuerbüro übermitteln und umgehen auch das Risiko, dass Belege abhandenkommen, wenn sie diese unmittelbar digitalisieren. Das führt zu einer erheblichen Arbeitserleichterung. Kaufmännische Mitarbeiter in Unternehmen haben durch etablierte digitale Strukturen wesentlich mehr Zeit für andere Tätigkeiten.

Das bedeutet: Für Mandanten bieten digitalen Strukturen eines Steuerbüros eine höhere Geschwindigkeit, einen besseren Zugriff auf Daten und Informationen und einfacheres Handling steuerlicher Unterlagen: Je nach Grad der Digitalisierung ist es möglich, auf Papierbelege und das Hin- und Herschicken von Ordnern zu verzichten.

Zahlen der Studie DATEV eG und des „handwerk magazin“ belegen dies. Mehr als 80 Prozent der kaufmännischen Belege, etwa Rechnungen, Lieferscheine und Angebote, erreichten die Betriebe per E-Mail – zusätzlich zu Brief und Fax, die ebenfalls parallel noch häufig genutzt werden. Diese Vielfalt der Eingangskanäle spiegele sich auch bei der Archivierung der Belege wider. Knapp 90 Prozent der Betriebe betrieben eine doppelte Archivierung, das heißt eine digitale und eine in Papier. Viele Handwerksbetriebe hätten allerdings erkannt, dass dies
überflüssigen Aufwand und Kosten darstellten, die sich einsparen ließen. Laut der Befragung wollten 37 Prozent in den kommenden zwölf Monaten in effizientere digitale Lösungen für ihre kaufmännische Administration investieren.


Als zentrale Anlaufstelle für diese Anforderungen hat die DATEV als IT-Dienstleister für Steuerberater und andere Berufsträger die Plattform „Unternehmen online“ geschaffen. Damit unterstützt die DATEV Unternehmen und Kanzleien in der Buchführung und Lohnabrechnung, indem die Daten für die Buchführung oder den Lohn in der Cloud-Anwendung DATEV Unternehmen online erfasst und zwischen dem Unternehmen und der Steuerkanzlei ausgetauscht werden. Auf dieser Basis erledigt der steuerliche Berater die Finanzbuchführung oder Lohnabrechnung und stellt die Auswertungen zur Verfügung.

Daher sollten Hoteliers, Gastronomen und MICE-Unternehmer mit ihren Steuerberatern über die Möglichkeiten zu sprechen, die die digitale Welt bietet. Niemand muss dafür ein eigenes System einsetzen und viel Geld in die Hand nehmen. Es liegt alles vor, was Unternehmen benötigen. Sie müssen die Chancen nur nutzen.

Über den Autor

Jens Bormann ist Steuerberater und Partner der Steuerberatungsgesellschaft Beyel Janas Wiemann + Partner aus Geldern und Kempen. Die Experten beraten private und unternehmerische Mandanten bei allen steuerlichen und betriebswirtschaftlichen Fragestellungen und setzen dabei stark auf die Digitalisierung. Ebenso gehören die Begleitung bei Unternehmenskäufen und -verkäufen, die Gründung und Umstrukturierung von Personen- und Kapitalgesellschaften, die Gestaltung der Unternehmens- und Vermögensnachfolge inklusive der Testamentsvollstreckung und die steuerliche Rechtsberatung zum Leistungsspektrum. Weitere Informationen unter www.bjwp.de


Bildquelle: Canva


Abstimmung

Wie hat Ihnen der Artikel gefallen? Stimmen Sie jetzt ab:


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.





Beiträge von Gastautoren


Abgasskandal: Hoteliers können wirtschaftlichen Schaden bei Fahrzeugen vermeiden

Artikel lesen

Hoteliers und Co. sollte das finanzielle Langlebigkeitsrisiko kalkulieren

Artikel lesen

Wechsel in Personengesellschaft: Unternehmensübertragung vereinfachen

Artikel lesen