Geschrieben von Thomas Sablotny, Donnerstag, 21. Dezember, 2017

Anforderungen der Ausbildungspraxis gerecht werden

Auch wenn die IHK unter gewissen Umständen einen Betrieb von der Pflicht zur Führung eines Ausbilderscheins entbinden kann: Hoteliers sollten nicht darauf verzichten, diesen Schein zu erwerben.

(PREGAS/Thomas Sablotny) In der Hotellerie herrscht schon lange ein Mangel an qualifiziertem Nachwuchs, Auszubildende inbegriffen. Das geht so weit, dass Häuser schon nicht mehr alle Schichten voll besetzen und damit auch nicht mehr allen Gästewünschen umfassend gerecht werden können – mit der Folge, dass die Umsätze zurückgehen können.

Wollen Unternehmer diesen Schwierigkeiten frühzeitig entgegentreten und sich einen Vorsprung im Markt erarbeiten, ist die Förderung und Bindung von jungen Menschen besonders wichtig. Daher kommt der gezielten Entwicklung von Auszubildenden eine besondere Rolle zu. Die individuellen Stärken von Auszubildenden zu erkennen, gemäß dem Persönlichkeitsbild zu handeln, Handlungspotenziale zu heben und die Leistungen auf die betrieblichen Belange abzustimmen sind erhebliche Faktoren für den künftigen Erfolg mit den Auszubildenden und späteren Fachkräften. Die dann auch gerne im Betrieb bleiben!

Doch was müssen Hoteliers dafür tun, um diesen Anforderungen gerecht zu werden? Ein wichtiges Thema ist die sogenannte „Ausbildung der Ausbilder“. Das ist ein etablierter Weg, das Niveau der Ausbildung zu erhöhen und dadurch bessere Ergebnisse zu erzielen, liegt darin, die Mitarbeiter zu qualifizieren, die mit den Auszubildenden zu tun haben. Formell klingt das so: „Ausbilder und Ausbilderinnen haben für die Ausbildung in anerkannten Ausbildungsberufen nach dem Berufsbildungsgesetz den Erwerb der berufs- und arbeitspädagogischen Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten nach dieser Verordnung nachzuweisen“, heißt es im Bundesgesetzblatt zur Ausbildereignungsverordnung von 2009.

Der Besitz des „Ausbilderscheins“ ist, in Kombination mit einschlägiger Berufserfahrung des Ausbilders, Grundvoraussetzung für die betriebliche Ausbildung. Aber der Wert der „Ausbildung der Ausbilder“ ist ein viel größerer: Denn wer weiß, wie Auszubildende bestmöglich gefördert werden, kann ihnen professionell und pädagogisch einwandfrei alle Kenntnisse vermitteln, die sie für eine erfolgreiche berufliche Karriere benötigen. Die formale Qualifikation eines Hotelmitarbeiters beziehungsweise Geschäftsführers, eine Ausbildung durchzuführen, ist das eine – den Anforderungen der Ausbildungspraxis gerecht zu werden, etwas Anderes.

Der Druck auf dem Ausbildungsmarkt ist so groß, dass Unternehmern sich bei jungen Menschen bewerben, um sie als Auszubildende zu gewinnen, nicht andersherum. Daher ist es besonders wichtig, dass Hoteliers sich und die Ausbildungsverantwortlichen dahingehend qualifizieren, dass sie allen Anforderungen der Praxis begegnen und junge Menschen gezielt anleiten und ausbilden können.

Im Fokus einer Weiterbildung zum Ausbilder nach AEVO sollten vier Lerninhalte stehen, die auf den vier Handlungsfeldern gemäß AEVO basieren und dem entsprechen, was die Industrie- und Handelskammern laut dem Rahmenlehrplan des Deutschen Industrie- und Handelskammertages abfragen:

1. Ausbildungsvoraussetzungen prüfen und die Ausbildung planen
2. Ausbildung vorbereiten und bei der Einstellung von Auszubildenden mitwirken
3. Ausbildung durchführen
4. Ausbildung abschließen

Auch wenn die IHK unter gewissen Umständen einen Betrieb von der Pflicht zur Führung eines Ausbilderscheins entbinden kann: Hoteliers sollten nicht darauf verzichten, diesen Schein zu erwerben. Auf diese Weise können sie den heutigen und künftigen Anforderungen in der betrieblichen Ausbildung besser gerecht werden und das Unternehmen zukunftsfit machen.


Image „catering operator“ (adapted) by www.audio-luci-store.it (CC BY 2.0)


 

Über den Gastautor:

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Thomas Sablotny ist Inhaber von Kobon – Team –Training – Incentive und entwickelt für Unternehmen ganz gleich welcher Branche und Größe individuelle Programme mit einem Fokus auf Indoor- und Outdoor-Trainingsprogramme, die dem Motto folgen: „Wir schaffen Erlebnisse mit Ergebnissen.“ Thomas Sablotny kooperiert mit Hotels in ganz Deutschland und entwickelt passgenaue Programme für Team-Building, Teamentwicklung und Stressabbau. Ebenso bereitet er Mitarbeiter auf die Prüfung im Rahmen der Ausbilder-Eignungsverordnung (AVEO) vor. Weitere Informationen: www.besser-vorbereitet.de und www.kobon.de

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