PREGAS Presseportal, Dienstag, 14. Juni, 2016

Gegen das Vergessen – Das Hotel Mondial Berlin übernimmt die Patenschaft für zwei Stolpersteine

(PREGAS) Zwei kleine viereckige Messingplatten sind seit Juni 2016 vor dem Eingang des Berliner Hotel Mondial am Kurfürstendamm im Bürgersteig eingelassen. „Hier arbeitete… Paul und Elsa Redelsheimer“, ist jeweils auf ihnen zu lesen. Mit den Gedenktafeln erinnert der in Berlin geborene Künstler Gunter Demnig seit 20 Jahren an die Opfer der NS-Zeit. Die Patenschaft für die beiden Stolpersteine hat die Direktion des Hotel Mondial übernommen. Christian von Rumohr, geschäftsführender Direktor des 4-Sterne-Hauses, war beseelt von der Idee, die Erinnerung an das Ehepaar Redelsheimer aufrecht zu erhalten. Drei Jahre lang hat er im Landesarchiv und im Charlottenburger Museum zur Geschichte des Grundstücks geforscht. Und war fündig geworden.

Die Geschichte von Paul und Elsa Redelsheimer

Paul und Elsa Redelsheimer betrieben am Kurfürstendamm 47 von 1930 bis 1938 ein Einrichtungshaus. Beide wurden am 3.10.1942 nach Theresienstadt deportiert, wo Paul Redelsheimer einige Tage später ums Leben kam. Elsa Redelsheimer wurde 1944 in Ausschwitz-Birkenau ermordet. „Während meiner Recherche war ich auf die Autorin Eva Tanner gestoßen, die gerade an einem Buch über die Geschichte der Redelsheimer arbeitete“, erzählt von Rumohr. Per Zufall hatte sie in einem Haus in Sacrow, in dem die Redelsheimer gewohnt hatten, hinter einer alten Scheuerleiste ein Foto mit einer jungen Frau gefunden. Ihre intensiven Nachforschungen führten sie schließlich zu Lili Redelsheimer und dem bis dahin vergessenen Schicksal der Großeltern.

Ein Stück Geschichte, die sich im Hotel Mondial anerkennend wiederfinden sollte. 2013 wird im Rahmen eines gestalterischen Metropolen-Tunings das Hotelrestaurant auf den Namen „Redelsheimer“ getauft. Drei Jahre später schließt sich der Kreis. Zur Stolpersteinlegung ist auch die Urnichte von Paul und Elsa Redelsheimer aus Paris angereist. „In meinen Augen ist dies ein Sieg gegen die geplante Vernichtung“, sagt Suzanne Coppermann-Collet und dankt auch dem Zufall. „Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist“, zitiert Gunter Demnig den Talmud. Mit den Steinen vor den Häusern wird die Erinnerung an die Menschen lebendig, die einst hier wohnten. Und – wie im besonderen Fall der Eheleute Redelsheimer, hier arbeiteten. „Ich habe ehrlich gesagt etwas Sorge vor der Zeit, wenn keine der Zeitzeugen mehr leben“, sagt Christian von Rumohr.

Weitere Informationen finden Sie hier

 

Kontakt:
Christian von Rumohr
Geschäftsführer
Hotel Mondial Berlin
Kurfürstendamm 47
10707 Berlin
Tel.: +49 30 884 11 0
Fax: +49 30 884 11 150

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