Frank Austrup, Donnerstag, 4. Juni, 2020

Wirklich effektive Finanzplanung für einen abgesicherten Ruhestand

Im Rahmen der Finanzplanung werden gemeinsam mit dem Unternehmer die Fragen beantwortet, die wirklich wichtig sind. Dazu gehören beispielsweise: Wie sieht meine finanzielle Situation aktuell aus? Wann kann ich es mir leisten, in Ruhestand zu gehen? Erst daraus entsteht ein vollständiges Bild für die umfassende Vermögensverwaltung.

Hoteliers, Gastronomen und MICE-Unternehmer sind bekannt als sehr aktive Firmeninhaber, die die Ärmel hochkrempeln und jeden Tag zur Stelle sind, um den Betrieb operativ nach vorne zu bringen. Dabei gerät hin und wieder, das zeigt die Praxis, die eigene Zukunft und finanzielle Absicherung ein wenig aus dem Blick – alle zeitlichen und monetären Ressourcen werden für den Betrieb aufgewendet. Dabei sollte der eigene Ruhestand spätestens ab 50 Jahren in der Planung eine bedeutende Rolle einnehmen, um diesen frühzeitig abzusichern und die richtigen Schritte dafür zu ergreifen.

Daher ist „Planung“ das entscheidende Stichwort und Kriterium. Denn das umfassende Management des Ruhestands geht weit über die eigentliche Geldanlage hinaus. Diese ist nur das Ergebnis einer eingehenden Planung. Wirklich effektive Finanzplanung (Financial Planning) bedeutet nämlich, alle finanziellen Entscheidungen optimal aufeinander abzustimmen und die gesamte Lebenssituation zu betrachten. Und das ist die Basis für die finanzielle Absicherung des Ruhestands.

Im Rahmen der Finanzplanung werden gemeinsam mit dem Unternehmer die Fragen beantwortet, die wirklich wichtig sind. Dazu gehören beispielsweise: Wie sieht meine finanzielle Situation aktuell aus? Was kann ich tun, um Vermögen aufzubauen? Wann kann ich es mir leisten, in Ruhestand zu gehen? Wie bin ich im Falle einer Krankheit oder Berufsunfähigkeit abgesichert? Wie ist meine Familie versorgt? Welche finanziellen Ansprüche habe ich im Alter und wieviel Vermögen will ich mit Erben hinterlassen?

Allein dieser Fragenkatalog, der sich maßgeblich erweitern ließe, zeigt die Bedeutung einer echten Planung mit Weitblick. Vermögen zu haben, ist immer gut. Aber der Vermögensaufbau allein ist nicht ausreichend wäre, um dem Ruhestand gelassen entgegen zu sehen. Denn die Höhe des Ruhestandsvermögens sollte nicht nach dem Prinzip Zufall ermittelt werden, sondern nach einem sinnvollen, individuellen Muster. Das stellt die Basis für eine erfolgreiche Vermögensverwaltung dar. In der Praxis zeigt sich nämlich immer wieder, dass erst diese Planung Hoteliers, Gastronomen und MICE-Unternehmern die Augen öffnet, da sie bisweilen ihre finanzielle Situation falsch einschätzen und meinen, entweder zu viel oder zu wenig Geld zu haben und zu brauchen.

Das kann riskant sein. Entweder sie schränken sich während ihres Berufslebens allzu stark sein, um jeder Gefahr einer Versorgungslücke zu entgehen und sind nachher mit völlig überdimensionierten Mitteln ausgestattet. Oder aber der Aufbau des Ruhestandsvermögens plätschert vor sich hin, weil der Bedarf als viel zu gering eingeschätzt worden ist. Dann fehlt entweder monatlich Geld oder es reicht nicht für einen längeren Zeitraum – oder beides. Es geht also bei der Finanzplanung darum, durch eine professionelle Finanzplanung die ideale Struktur für Vermögensinhaber zu finden, damit diese mit Ruhe und Gelassenheit dem Alter entgegensehen können.

Aus einer systematischen Analyse der Ist-Situation inklusive der Ermittlung aller Ziele und Wünsche und der Erarbeitung eines persönlichen Risikoprofils entsteht ein individuelles Budget für den Ruhestand, aus dem sich der Kapitalbedarf ablesen lässt. In dem Budget finden sich alle laufenden und Sonderausgaben wieder, von der Krankenversicherung über die Kreuzfahrt bis hin zum neuen Auto, das zum Eintritt in den Ruhestand gekauft werden soll. Ebenso werden darin Zuflüsse kalkuliert, sei es aus einer absehbaren Erbschaft, einer fälligen Lebensversicherung oder dem Verkauf einer fremdgenutzten Immobilie. Erst dann folgt die Strukturierung der Vermögensverwaltung ausgehend von diesen Prämissen und Zielgrößen. Kontinuierliche Strategiegespräche und Dokumentationen und die fortlaufende Betreuung und periodische Aktualisierung des Finanz- und Planungsstatus gehören ebenso zum Financial Planning dazu.

Übrigens: Wer im Rahmen der Finanzplanung höhere Anlagebeträge rentabel investieren möchte, muss zusätzlich die Steuergesetzgebung im Blick behalten. Dabei können auch zukünftig geplante Gesetzesänderungen schon Relevanz besitzen. Auch das ist Aufgabe des Financial Planning: Risiken für die Zukunft ausschließen und Lösungen dafür suchen, Vermögen bestmöglich zu schützen und zu entwickeln.

Über den Autor

Frank Austrup ist Financial Planner (HfB) und Certified Foundation and Estate Planner (CFEP) und Geschäftsführer der HWA Finanzplan GmbH & Co. KG, die zum Finanz- und Versicherungsunternehmen Helmig & Partner in Olfen im Münsterland gehört. Die Experten bieten in der Finanzplanung auf Basis professioneller Analysen individuelle Lösungen aus der ganzen Bandbreite der Vermögens- und Vorsorgeprodukte an, um die tatsächlichen Ziele der Mandanten in finanzieller und strategischer Hinsicht zu erreichen. Weitere Informationen unter www.helmig-partner.com


Bildquelle: Canva


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