PREGAS Presseportal, Mittwoch, 25. Juli, 2018

Schottischer Chefkoch Jock Zonfrillo gewinnt den Basque Culinary World Prize 2018

Damit wird Zonfrillos Engagement für die Förderung der Kultur der indigenen Völker Australiens und den Schutz der Kochtradition der Aborigines ausgezeichnet

(PREGAS) Modena, 24.7.2018. Auf einer Veranstaltung in Modena wurde heute der in Schottland gebürtige und in Australien lebende Chefkoch Jock Zonfrillo zum Gewinner des Basque Culinary World Prize 2018 ernannt. Dieser Preis geht an Küchenchefs, die die Gesellschaft durch Gastronomie zum Besseren verändern. Dazu gehören Bereiche wie Innovation, Bildung, Gesundheit, Forschung, Nachhaltigkeit, soziales Unternehmertum und wirtschaftliche Entwicklung.

Jock Zonfrillo, ein gefeierter Küchenchef, Gastronom und Sammler, wird für die Förderung der Kultur der indigenen Völker Australiens und für seine Arbeit im Hinblick auf den Schutz der Kochtradition der Aborigines gewürdigt. Seitdem er Australien im Jahr 2000 als seine Heimat auserkor, hat Jock Zonfrillo Hunderte von weit abgelegenen Gemeinschaften besucht, um die Ursprünge der Zutaten und ihre kulturelle Bedeutung zu verstehen. Er stellt ihnen eine Plattform in seinem renommierten Restaurants Orana in Adelaide bereit und bringt die kulturellen Traditionen der Aborigines durch Programme wie Nomad Chef einem breiteren Publikum näher.

Den Vorsitz der Preisjury übernahm Joan Roca (Spanien). Zur Jury gehören weitere renommierte Chefköche wie Gastón Acurio (Peru), Massimo Bottura (Italien), Manu Buffara (Brasilien), Mauro Colagreco (Frankreich), Dominique Crenn (USA), Andoni Luis Aduriz (Baskenland), Yoshihiro Narisawa (Japan), Enrique Olvera (Mexiko), Leonor Espinosa, Gewinnerin des Basque Culinary World Prize 2017, sowie Experten aus anderen Disziplinen wie die auf gastronomische Themen spezialisierte Schriftstellerin Ruth Reichl, die Spezialistin für kulinarische Geschichte Bee Wilson und die Innenarchitektin Ilse Crawford.#



Der Basque Culinary World Prize wird von der Baskischen Regierung im Rahmen der Strategie Euskadi-Basque Country und dem Basque Culinary Center (BCC), einer weltweit führenden akademischen Einrichtung im Bereich der Gastronomie, organisiert und gefördert. Jock Zonfrillo erhält ein Preisgeld in Höhe von 100.000 €, das für ein Projekt oder eine Institution seiner Wahl bestimmt ist, die die umfassendere Rolle der Gastronomie in der Gesellschaft aufzeigt.

Der Gewinner wurde an diesem Nachmittag am Collegio San Carlo in Modena bekannt gegeben, der Heimatstadt von Küchenchef Massimo Bottura, einem Mitglied der Preisjury und einer der richtungsweisenden Küchenchefs, die als Erste die Gastronomie „über die Küche hinaus“ wirken ließen.

Zonfrillos Orana Foundation dokumentiert über 1200 einheimische Zutaten und erforscht neue Arten, wie diese eingesetzt werden können. Die Stiftung zielt darauf ab, diese Informationen über eine indigene Nahrungsmitteldatenbank zu teilen, die allen kostenlos zur Verfügung stehen wird. Ihr Ziel ist es, neue Geschäftsmöglichkeiten für indigene Gemeinschaften zu erschaffen und sie dann mit dem übrigen Land zu vernetzen. Der Chefkoch hofft, den indigenen Gemeinschaften zu helfen und sie bei der Erweiterung ihrer Produktion sowie der fairen Vermarktung ihrer Produkte zu unterstützen.

In Jock Zonfrillos Arbeit spiegelt sich die Entwicklung der Gastronomie wider, denn eine Generation von Chefköchen hat verstanden, dass es möglich ist, ihr Wissen, Führungsverhalten, ihren Unternehmergeist und ihre Kreativität einzusetzen, um einen Teil des gesellschaftlichen Wandels auszumachen.

Der Gewinner des Basque Culinary World Prize 2018 wurde unter den 10 Top-Finalisten ausgewählt. Unter den 10 Chefköchen, die für den Preis in Betracht kamen, befanden sich:
Anthony Myint (USA), Caleb Zigas (USA), Dieuveil Malonga (Kongo/Deutschland), Ebru Baybara Demir (Türkei), Heidi Bjerkan (Norwegen), Jock Zonfrillo (Australien/Schottland), Karissa Becerra (Peru), Marc Puig-Pey (Spanien), Matt Orlando (Dänemark, USA) und Virgilio Martínez (Peru).

Diese Chefköche haben ihren Fokus auf alles gerichtet, was von Innovation über Bildung, Gesundheit, Forschung, Nachhaltigkeit, soziales Unternehmertum bis hin zum Erhalt lokaler Kulturen reicht. Sie stützen sich auf die Arbeit einer Vorreitergruppe, die diese Bewegung „jenseits der Küche“ ins Leben gerufen hat. Zu ihr gehören Gaston Acurio, Dan Barber, Heston Blumenthal, Massimo Bottura, Claus Mayer, Jamie Oliver, Rene Redzepi und Alice Waters.

Zum Erhalt des Basque Culinary World Prize äußerte sich Jock Zonfrillo:

Es ist eine große Ehre für mich, dass ich als Gewinner des Basque Culinary World Prize 2018 ausgewählt wurde. Ich möchte mich bei meinen Restaurantangestellten, dem Personal der Orana Foundation, Wissenschaftlern und Beratern, jedoch vor allem bei den indigenen Australiern herzlich bedanken, die jahrelang ihre Zeit investiert haben, um ihr Wissen zu teilen.

Eine der wichtigsten Lektionen, die ich bei der Arbeit mit den indigenen Gemeinschaften gelernt habe, besteht darin, mehr zurückzugeben, als man nimmt. Meine Motivation rührt von der Anerkennung einer Kultur her, die das Land, in dem sie seit über 60.000 Jahren lebt, bewirtschaftet und gedeihen lässt.

Die ersten Australier sind die wahren Köche und „gastronomischen Erfinder“ dieser Länder. Ihr Ausschluss von unserer Geschichte und insbesondere aus unserer Gastronomiekultur ist unhaltbar. Ich glaube, dass die Gastronomie verpflichtet ist, Veränderungen herbeizuführen. Auch wenn wir nicht für die Eingeborenen sprechen, so können wir doch Hand in Hand gehen und ihre Lebensbedingungen gemeinsam zum Positiven hin verändern.


Bittor Oroz, stellvertretender Minister für Landwirtschaft, Fischerei und Lebensmittelpolitik der Baskischen Regierung, sagte:

Diese einzigartige und globale Auszeichnung fügt sich in den Rahmen der umfassenden Strategie Euskadi Basque Country ein. Sie strebt danach, dass sich Werte, die von der baskischen Gesellschaft geteilt werden, wie die Kultur harter Arbeit, das Engagement, die Fähigkeit zur Bewältigung, die Berufung zur Innovation und zum Wettbewerb sowie die Chancengleichheit für Frauen und Männer mit dem Image des Baskenlandes vereinen und auf internationaler Ebene zu unserer Visitenkarte werden. Das Baskenland muss sich als globaler Akteur positionieren und auf internationaler Ebene an Präsenz gewinnen. Der Einfluss des Baskenlandes im Ausland soll dazu dienen, im internationalen Kontext einen eigenen Raum zu gewinnen, sodass unsere Identität und unsere Werte geschützt und gefestigt werden. Gleichzeitig tragen wir durch Initiativen wie dem Basque Culinary World Prize zur Gestaltung eines neuen, gerechteren und nachhaltigeren Sozialmodells im Dienste der Menschen bei.

Zitat von Joan Roca, der Vorsitzende der Preisjury:

Seit über 15 Jahren befasst sich Jock damit, eine der ältesten Kulturen der Erde zu verstehen und zu fördern: Diejenige der australischen Urvölker. Ausgehend von der Perspektive, die auf den Austausch und die Forschung hinzielt, zeigt der Schotte der Welt nach und nach das kulinarische Potenzial eines Erbes, das lange Zeit ignoriert wurde. Durch die Identifizierung der Zutaten und Traditionen, jedoch insbesondere durch die Berufung, die Zonfrillo antreibt, das Wissen dieser Völker mit Entwicklungschancen umzusetzen, baut er auf die Zukunft. Aufgrund des inspirierenden Charakters und des Multiplikatoreffekts seiner Arbeit wurde er einstimmig von der Jury ausgewählt.

Der Generaldirektor des Basque Culinary Center, Joxe Mari Aizega, meinte:

Mit dem Preis verstärkt sich der Einsatz für ein besonderes, vielseitiges und umfassendes Phänomen. Köchinnen und Köche in der ganzen Welt zeigen den Wert, der sich hinter der Gastronomie verbirgt, wenn ihre Orientierung an Kreativität, Unternehmergeist, Innovation und Engagement Hand in Hand mit den Herausforderungen unserer Gesellschaft geht. Deshalb freuen wir uns heute über die Wahl von Jock Zonfrillo, denn sie bezeugt nicht nur die Inspiration, sondern auch die Vielfalt.

Für den Basque Culinary World Prize 2018 gingen Registrierungen aus weltweit 42 Ländern ein. Insgesamt wurden 140 Chefköche nominiert. Um für die Preisvergabe in Betracht zu kommen, mussten die Chefköche von einem anderen Fachvertreter nominiert werden, der gegenwärtig im Bereich der Gastronomie tätig ist, beispielsweise einem weiteren Chefkoch, einem Autor im Bereich der Gastronomie, einem Lebensmittellieferanten oder einer Institution.

Drei Monate lang nominierten Experten und Institutionen des Berufsfeldes Chefköche aus aller Welt. Diese zeigten auf, wie die Gastronomie zu einer treibenden Kraft für Veränderungen in Bereichen wie Innovation, Bildung, Gesundheit, Forschung, Nachhaltigkeit, soziales Unternehmertum und Philanthropie bis hin zum Erhalt lokaler Kulturen werden kann.

Die zehn Küchenchefs, die in die engere Auswahl kamen, wurden von einem technischen Ausschuss gewählt, der sich aus Experten der Gastronomie zusammensetzte, darunter Dr. Iñaki Martínez de Albéniz, Professor für Soziologie an der Universität des Baskenlandes; Jorge Ruiz Carrascal, Professor an der Fakultät für Lebensmittelwissenschaft der Universität Kopenhagen; Xavier Medina, Doktor der Sozialanthropologie und Leiter des UNESCO-Lehrstuhls für Ernährung, Kultur und Entwicklung; Pia Sörensen, Leiterin des Wissenschafts- und Gastronomie-Programmes der Harvard University und Carlos Zamora, Küchenchef an der Spitze des De Luz und sieben weiteren Restaurants in Spanien.


Image (adapted) JOCK ZONFRILLO


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