Holger Mayr, Freitag, 6. Juli, 2018

Hoteliers, Gastronomen und MICE-Unternehmer dürfen die steuerlichen Pflichten durch GoBD und Kassengesetz nicht ignorieren.

Neue Vorschriften: Unternehmer müssen Risiken reduzieren

(PREGAS/Mayr) Immer wieder müssen sich Unternehmen in Deutschland neuen beziehungsweise erweiterten Regeln für den Umgang mit steuerlichen Pflichten unterwerfen. Zuletzt hat es Hoteliers, Gastronomen und MICE-Unternehmer besonders hart getroffen. Neben Themen wie dem Arbeitszeitgesetz sind dies vor allem die Grundsätze zur ordnungsmäßigen Führung
und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form sowie zum Datenzugriff (GoBD) und das Kassengesetz. Beide Regelungen stellen gastgewerbliche Unternehmen vor neue Herausforderungen – und lassen neue Sanktionsszenarien aufkommen.



Das Kassengesetz hat ohnehin engste Berührungspunkte zum alltäglichen Umgang mit dem Kassensystem in Hotellerie, MICE und Gastronomie, aber auch die GoBD greifen stark in das
Handling und die Struktur ein. Schon 2010 hat das Bundesministerium der Finanzen ein Schreiben veröffentlicht, in dem die Bestimmungen für die Aufzeichnung von Bargeschäften
mittels Registrierkassen bzw. die Aufbewahrung und Zugriffsmöglichkeiten der digitalen Unterlagen deutlich verschärft wurden. So ist beispielsweise eine Verdichtung der Daten, das heißt eine Zusammenfassung der Einzelbuchungen im Tages- oder Monats-Z-Bericht, unzulässig. Und mit dem Kassengesetz sollen Manipulationen an digitalen Grundaufzeichnun­gen erschwert, dem Finanzamt neue Möglichkeiten der Prüfung eröffnet und eine gesetzmäßige Festsetzung und Erhebung der Steuern langfris­tig gewährleistet werden. Das folgt der Erkenntnis, dass es durch die fortschreitende Technisierung möglich ist, dass digitale Grundaufzeichnungen in elektronischen Registrierkassen unerkannt gelöscht oder geändert werden können.

Die Finanzbehörden und Steuerprüfer kontrollieren die Einhaltung der GoBD im Betrieb. Können Fehler oder grobe Unregelmäßigkeiten in der Buchführung nachgewiesen werden,
können die Aufzeichnungen verworfen die Umsätze geschätzt werden. Was diese Schätzung als Steuernachzahlung bedeuten kann, weiß wohl jeder Unternehmer selbst. Und das neue
Kassengesetz sieht bei Ordnungswidrigkeiten – also bei Verstößen gegen fiskalische Pflichten- eine Geldbuße von bis zu 25.000 Euro vor.

Was bedeutet dies jetzt für Hoteliers, Gastronomen und MICE-Unternehmer? Ganz einfach: Sie müssen ihre Kassensysteme dringend so aufstellen, dass sie den gesetzlichen
Vorschriften genügen und Unternehmer damit nachweisen können, dass sie den Nachweis manipulationsunfähiger Kassen und einer rechtssicheren digitalen Buchführung erbringen.
Das verhindert zum einen überflüssige und kräftezehrende Diskussionen mit den Finanzbehörden, und zum anderen werden sanktionsfähige Risiken erheblich reduziert. Dem
Vorwurf einer Ordnungswidrigkeit möchte sich niemand aussetzen.



Durch ein individuell passendes Kassensystem, das ganz nach den Anforderungen eines Unternehmens programmiert ist, schaffen Unternehmer die Grundlage für einen rechtssicheren Umgang mit dem Bar- und EC-Geschäft. Gute Beratung ist dafür unabdingbar. Hoteliers, Gastronomen und MICE-Unternehmern ist dazu geraten, gemeinsam mit einem Fachmann die tatsächlichen Anforderungen zu diskutieren und daraus die Entscheidungen für die Neuanschaffung der Kasse beziehungsweise die Modernisierung professionell abzuleiten.


Image (adapted) Pixabay


Über den Gastautor:

Holger Mayr ist Geschäftsführer von Neubacher Kassen + Waagen GmbH & Co.KG, einem Anbieter von Kassensystemen für Gastgewerbe, Handel und Dienstleistung mit Sitz in
Alsdorf. Er ist im ganzen Bundesgebiet tätig und stellt seinen Kunden individuelle Lösungen zur Verfügung, um die gestellten rechtlichen, steuerlichen und strategischen Anforderungen bestmöglich zu erfüllen. Neubacher Kassen + Waagen arbeitet mit verschiedenen renommierten Herstellern zusammen. Weitere Informationen unter www.neubacher.info

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