Dr. Martin Stötzel, Donnerstag, 15. November, 2018

Nachhaltige Investments führen zu attraktiven Renditen

(PREGAS) Auf was sollten Hoteliers und MICE-Unternehmer achten, wollen sie sich in der Vermögensanlage nachhaltig aufstellen? Wichtig sind unter anderem die ESG-Kriterien – aber auch, dass die nachhaltigen Vorgaben des Kunden vom Vermögensverwalter als bindend akzeptiert werden.

Es ist schon lange kein Trend mehr, sondern ein Megathema, das nicht mehr verschwinden wird. Und dementsprechend setzen immer mehr Hoteliers und MICE-Unternehmer auch auf die Nachhaltigkeit als generelles Konzept in ihrer Unternehmensstrategie – nicht nur, weil die Gäste dies immer mehr einfordern, sondern gerade auch, weil die Unternehmer dies selbst interessiert und sie daher entsprechende Konzepte auch beruflich umsetzen wollen.

Diese Vorstellungen übertragen Hotel- und MICE-Unternehmer regelmäßig auch auf ihre eigenen Geschäftsbeziehungen. Und so gewinnen nachhaltige Geldanlagen stark an Bedeutung. Das zeigen die Marktdaten: Das Volumen des nachhaltig gemanagten Vermögens hat sich zwischen den Jahren 2006 und 2017 in Deutschland von knapp fünf auf rund 92 Milliarden Euro entwickelt (in Publikumsfonds und institutionellen Mandaten). Weltweit sind es 1,4 Billionen Euro, der Wertzuwachs lag laut einer Studie im vergangenen Jahr bei durchschnittlich 27 Prozent.



Dabei stehen Investmentkonzepte im Fokus, die den sogenannten ESG-Faktoren („Environmental, Social & Good Governance“) entsprechen. Diese orientieren sich den 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung der UNO, zum Beispiel menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum, Abbau von Ungleichheiten, Armutsbekämpfung, Frieden und Gerechtigkeit und Geschlechtergleichstellung. Vermögensmanager wiederum schließen bestimmte Werte aus nachhaltigen Depots aus, die diese Kriterien nicht erfüllen. Dazu gehören Unternehmen, die ihr Geld beispielsweise mit Pornografie, Rüstung, Atomenergie, Glücksspiel, Alkohol oder Kinderarbeit verdienen.

Ein Beispiel aus dem Frühling zeigt, wie wichtig es für Anleger sein kann, genau auf ethische Prinzipien in der Geldanlage zu achten. Eine Studie der internationalen Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen (Ican) und der niederländischen Nichtregierungsorganisation Pax hatte seinerzeit herausgefunden, dass deutsche Finanzinstitute mit Milliardenbeträgen die Herstellung von Nuklearwaffen unterstützt haben sollen. Daran ist besonders problematisch, dass dafür auch das Geld von Privatanlegern genutzt worden ist – ob sie dies wollten oder nicht. Für viele Kunden ist dies ein schwerwiegender Verstoß gegen die eigenen ethischen Grundsätze.

Auf was sollten Hoteliers und MICE-Unternehmer also achten, wollen sie sich in der Vermögensanlage dezidiert nachhaltig aufstellen? Der Blick auf die ESG-Faktoren ist wichtig, aber nur ein Schritt hin zu einer wirklich nachhaltigen Investmentstrategie. Denn genauso wichtig ist es, dass Anleger sicher sein können, dass ihre Vorstellungen auch umgesetzt werden – der Fall der finanziellen Förderung von Herstellern von Nuklearwaffen hat gezeigt, dass dies nicht immer gegeben ist.

Dies können Anleger folgendermaßen lösen: In der individuellen Finanzportfolioverwaltung sind die fest definierten Anlagerichtlinien der Kunden für den Vermögensverwalter bindend, sodass keine Titel in die Depots kommen können, die gegen die Kundenvorgaben verstoßen. Bei Investments in Fonds ist es ein Vorteil, wenn das Fondsmanagement von einem Ethikrat unterstützt wird, dem ausgewiesene Experten für nachhaltige beziehungsweise ethische Fragestellungen angehören. Diese Experten wiederum können genau über die ethische Tragfähigkeit der Investments entscheiden.

Kurz gesagt: Nachhaltige Anlagen bieten zahlreiche Möglichkeiten, attraktive Renditen zu erwirtschaften und dabei Gutes zu tun. Kunden müssen sich gerade nicht zwischen Rendite und einer sozialen und ökologischen Wirkung entscheiden, sondern können in beiden Welten erfolgreich zuhause sein.


Über den Autor

Dr. Martin Stötzel

Dr. Martin Stötzel


Dr. Martin Stötzel ist geschäftsführender Gesellschafter bei der Rhein Asset Management (Lux) S.A. Der banken- und produktunabhängige Vermögensverwalter hat sich auf die Verwaltung anspruchsvoller privater und institutioneller Mandanten sowie Stiftungen spezialisiert. Seit 1999 am Markt, verwaltet Rhein Asset Management mehr als eine Milliarde Euro an Mandantengeldern ausschließlich in individuellen Portfolios. Bereits 2014 entwickelte Rhein Asset Management den „Deutschland Ethik 30 Aktienindexfonds“ (ISIN: LU1044465158) als nachhaltiges, passives Indexinvestment. Weitere Informationen: www.rhein-asset.eu


Image (adapted) Canva


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