PREGAS Presseportal, Donnerstag, 6. Februar, 2020

Lohnkostenmanagement: Mitarbeitern mehr Netto vom Brutto ermöglichen

Unternehmer in Hotellerie, Gastronomie und MICE suchen Mittel und Wege, ihr Employer Branding zu stärken und Mitarbeiter zu gewinnen und zu binden. Eine Lösung kann das Lohnkostenmanagement sein. Damit werden Lohnbausteine eingesetzt, die keiner oder nur geringer Steuer- und Sozialabgabenbelastung unterliegen.

Der demografische Wandel wird für viele Unternehmen immer stärker spürbar: Ihnen fehlen gut ausgebildete, motivierte Fachkräfte – sie können oftmals nicht mehr alle offenen Stellen besetzen. Besonders in Hotellerie, Gastronomie und MICE ist das spürbar: Dort geht die Situation so weit, dass mancherorten nicht einmal mehr alle Schichten mehr vollständig besetzt werden können. Daher müssen Unternehmen neue Wege dafür finden, Mitarbeiter anzubinden und so zu fördern, dass sie dem Unternehmen lange erhalten bleiben. Employer Branding ist das Stichwort.

Das ist eine unternehmensstrategische Maßnahme, bei der Konzepte aus dem Marketing – insbesondere der Markenbildung – angewandt werden, um ein Unternehmen insgesamt als attraktiven Arbeitgeber darzustellen und von anderen Wettbewerbern im Arbeitsmarkt positiv abzuheben. Aber mit reinen Lippenbekenntnissen kommen Unternehmen nicht weit: Sie müssen vielmehr die richtigen Instrumente einsetzen, um die potenziellen und bestehenden Mitarbeiter zu interessieren und ihnen zu zeigen, dass sie im Mittelpunkt stehen.

Ein Weg dazu: eine Optimierung der Gehaltsstrukturen, gerade in einer Branche wie dem Gastgewerbe, die nicht gerade für opulente Gehälter bekannt ist. Unterm Strich soll bei den Mitarbeitern mehr vom Geld übrigbleiben – bei gleicher Leistung und bei gleichem Arbeitsaufkommen. Doch Sozialabgaben und Lohnsteuern sind immense Kostenfresser, und die Belastung für Arbeitgeber und Arbeitnehmer ist in den vergangenen Jahren durch die steigenden Steuern und Sozialversicherungsbeiträge erheblich gestiegen. Deshalb geht ein höheres Gehalt nicht zwingend mit einem höheren Nettoertrag einher. Es sind sogar Fälle aus der Praxis bekannt, in denen ein Gehaltssprung zu einem niedrigeren Nettoeinkommen geführt hat. Die Progression lässt grüßen – eine unbefriedigende Situation für Mitarbeiter und Unternehmen zugleich.

Das heißt: Es wäre also ideal, wenn Unternehmer ihren Mitarbeitern mehr Netto vom Brutto ermöglichen und zugleich noch Ihre Abgabenlast senken könnten. Das Schöne: Dafür hat der Staat eine ganze Reihe an steuerfreien und pauschal besteuerten Vergünstigungen in das Einkommenssteuer- und Sozialversicherungsrecht (§ 42 Einkommensteuergesetz) aufgenommen. Der Begriff dafür ist professionelles Lohnkostenmanagement. Mit diesem System werden Lohnbausteine bezeichnet, die keiner oder nur geringer Steuer- und Sozialabgabenbelastung unterliegen. So können Unternehmer Einsparungen von 750 bis 3000 Euro pro Mitarbeiter und Jahr erzielen und diese Ersparnis frei zwischen dem Unternehmen selbst und den Arbeitnehmern verteilen – ganz nach Gusto des Managements. Dadurch haben Unternehmen die Möglichkeit, das Einkommen Ihrer Mitarbeiter zu erhöhen und gleichzeitig die Personalkosten zu senken – und das ohne eigene Mehrkosten.

So sind beispielsweise Gutscheine wie Tank- und Shoppingkarten als Sachbezug kein Arbeitslohn und sind bis zum Wert von 44 Euro steuer- und sozialversicherungsfrei. Ebenso interessant: Es dürfen Erholungsbeihilfen für den Mitarbeiterurlaub von 156 Euro pro Jahr und Mitarbeiter gezahlt werden. Zusätzlich sind Zahlungen in Höhe von 104 Euro für den Ehegatten und 52 Euro für jedes Kind möglich. Auch Essensgutscheine, Förderrenten und Gesundheits-Vorsorge-Checks können ohne zusätzliche Abgabenlast an die Mitarbeiter abgegeben werden. Das sind ganz praktische, relevante Gehaltskomponenten, mit denen die Mitarbeiter oftmals wesentlich mehr anfangen können als mit 50 Euro netto mehr auf dem Konto. Unternehmen zeigen ihren Mitarbeitern damit, dass sie ihnen etwas wert sind und gut versorgt werden sollen.

Musterberechnungen zeigen, dass im Einkommensbereich von 2000 Euro brutto Steigerungen für die Mitarbeiter von rund 115 Euro monatlich möglich werden – bei einem Arbeitgeberaufwand von rund 120 Euro. Dieselbe Summe würde auch bei einer normalen Gehaltssteigerung von 100 Euro brutto monatlich fällig, wovon beim Mitarbeiter aber nur 55 Euro tatsächlich ankommen. Wichtig ist, dafür einen Berater einzubinden, der alle Möglichkeiten und den genauen Ablauf im Lohnkostenmanagement kennt, um Unternehmen rechtssicher und nachhaltig die erheblichen Vorteile dieser Optimierung zu eröffnen.

Über den Autor

Thomas Küpper ist Spezialist für Investments und Business-Konzepte der compexx Finanz AG, einem Expertennetzwerk für Finanzdienstleistungen. Die compexx Finanz AG verfolgt seit der Gründung vor 14 Jahren ein Allfinanzkonzept und betreut mittlerweile mehr als 60.000 Kunden in ganz Deutschland bei allen Fragen rund um Vermögen, Versicherung und Vorsorge. Das Unternehmen gehört mehrheitlich zur Versicherungsgruppe die Bayerische.
 
 
 


Bildquelle: Canva


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