Frank Strehlau, Donnerstag, 23. April, 2020

Hotellerie & MICE: bAV generiert Eigenkapital

Durch die pauschaldotierte Unternehmenskasse kann ein Unternehmen die Mitarbeiter überdurchschnittlich gut im Ruhestand versorgen und zugleich kurzfristig frische Liquidität erhalten. Das unterstützt bei der Stabilisierung der Substanz und der künftigen Ausrichtung.

In der aktuellen Phase wirtschaftlicher Unsicherheiten aufgrund der Corona-Pandemie fragen sich viele Unternehmer in Hotellerie, Gastronomie und MICE, wie sie ihr Geschäft für die Zukunft stabiler aufstellen und eine bessere Ausstattung mit Liquidität erreichen können. Das soll künftig eine höhere Sicherheit in unerwarteten Situationen bieten. Zugleich sind sie aber auch gefragt, ihre strategische Ausrichtung zu festigen, etwa im Bereich des Employer Brandings: Denn Corona wird vorbeigehen, und weiterhin werden Fach- und Führungskräfte und Mitarbeiter allgemein dringend benötigt – vor allem mit dem Blick auf das prognostizierte deutliche Wirtschaftswachstum im kommenden Jahr.

Das sind zwei große Aufgaben, die gar nicht so leicht miteinander zu vereinbaren sind, aber eben zwingend notwendig. Ein hilfreiches Instrument stellt einer der fünf Durchführungswege der betrieblichen Altersvorsorge (bAV) dar. Durch die pauschaldotierte Unternehmenskasse kann ein Unternehmen die Mitarbeiter überdurchschnittlich gut im Ruhestand versorgen und zugleich kurzfristig frische Liquidität erhalten.

Wie das funktioniert? Bei dieser Form der bAV übernimmt das Unternehmen selbst die Verpflichtung, aus eigenen Mitteln dem Arbeitnehmer oder dessen Hinterbliebenen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses unter bestimmten Voraussetzungen einmalige oder laufende Versorgungsleistungen zu zahlen. Diese Zahlungen in die Unterstützungskasse können fiktiv bleiben (das Geld muss also nicht abfließen), aber sind unmittelbar steuerlich begünstigt (Paragraf 4d Einkommensteuergesetz). Damit erhalten Unternehmen eine kurzfristige, steuerlich getriebene Liquiditätsspritze. Das geht sogar nachträglich für das abgelaufene Bilanzjahr. Unternehmen können bis einen Monat nach Feststellung der Bilanz die Dotierung beziehungsweise Zuwendung noch für das abgelaufene Wirtschaftsjahr durch eine Rückstellung gewinnmindernd berücksichtigen.

Dadurch schafft die Errichtung der pauschaldotierten Unternehmenskasse einen direkten Liquiditätszufluss. Dieses Geld kann für unternehmerische Zwecke genutzt werden – beispielsweise auch dafür, in der Krise ein Unternehmen zu erwerben, den Betrieb zu modernisieren oder einfach die Kriegskasse zu füllen, um dann schnell durchstarten zu können. Aus der Rendite, die das Unternehmen im operativen Geschäft erwirtschaftet, entsteht dann das Vermögen in der Unterstützungskasse, deren Zusagen üblicherweise mit drei Prozent jährlich verzinst werden. Die Gewinne eines Unternehmens, die sich Jahr für Jahr aus der frischen Liquidität generieren lassen, übersteigen diese Zusagen inklusive Verzinsung über die Zeit hinweg in der Regel deutlich. Alle darüber hinausgehenden Gewinne verbleiben wiederum als direkter Ertrag in der Unternehmenskasse. Und diese sind sogar steuerfrei. Die Zahlungen aus der UK werden erst beim Renteneintritt geleistet, und das Unternehmen kann durch zusätzliche Gewinne aus Investitionsprojekten die Unternehmenskasse auf einem hohen Niveau halten.

Für Betreiber von Restaurants, Hotels, Tagungsbetrieben und anderen gastgewerblichen beziehungsweise touristischen Einrichtungen ist die pauschaldotierte Unternehmenskasse daher ein interessantes und attraktives Instrument in der betrieblichen Altersversorgung. Sie können wirtschaftlich und steuerlich unmittelbar davon profitieren und den Mitarbeitern weitreichende Vorteile verschaffen – in der Altersvorsorge und in ihrer Motivation, sich für den Betrieb einzusetzen. Größenvorgaben bei der Anzahl der Mitarbeiter für die pauschaldotierte Unternehmenskasse existieren nicht. Aber je mehr Mitarbeiter begünstigt werden können, desto höher sind der steuerliche Nutzen und die frische Liquidität.

Das Feedback aus der Praxis lautet einhellig, dass die Mitarbeiter diesen Schritt zu schätzen wissen und anerkennen, welchen Mehrwert ihr Arbeitgeber mit der pauschaldotierten Unternehmenskasse schafft. Schließlich müssen sie keinen eigenen finanziellen Beitrag für die bAV leisten (dürfen dies aber natürlich) und erhalten ihre Versorgungsleistungen zum Renteneintritt auch dann, wenn ihr Arbeitgeber Insolvenz angemeldet haben sollte.

Über den Autor

Frank Strehlau ist Vorstandsvorsitzender der bacon pension trust AG. Die Unternehmensberatung aus Berlin begleitet Unternehmen bei der Errichtung und beim laufenden Management pauschaldotierter Unternehmenskassen im Mittelstand. Dafür haben die Experten das rechtlich geschützte System des corporate cash fund® als betriebswirtschaftlich erfolgreichsten Durchführungsweg der betrieblichen Altersvorsorge entwickelt. Mit dem Konzept der bacon mini-job rente® wird die pauschaldotierte Unternehmenskasse für Minijobber und Geringverdiener zugänglich gemacht. Weitere Informationen unter www.bacon-pension-trust.ag
 
 
 
 
 
 


Bildquelle: Canva


Abstimmung

Wie hat Ihnen der Artikel gefallen? Stimmen Sie jetzt ab:


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.





Beiträge von Gastautoren


Mediation: Wirtschaftliche Streitigkeiten nicht eskalieren lassen

Artikel lesen

Insolvenz und Arbeitsrecht: Tragfähige Lösungen finden

Artikel lesen

Vermögenswerte schützen durch Edelmetalle

Artikel lesen