Nicole Wittinghofer, Donnerstag, 18. Oktober, 2018

Hoteliers im Ruhestand: Die richtigen Aktien machen reich

Erfolgreiche Geldanlage für einen sorgenfreien Ruhestand für Hotel- und MICE-Unternehmer sind ohne langfristig orientierte Aktieninvestments nicht möglich. Festgeld und Co. vernichten Vermögen, anstatt es zu schützen und zu entwickeln.

(PREGAS/Wittinghofer) Wie einfach schien Geldanlage früher: Sparbücher brachten mehrere Prozent Zinsen pro Jahr und deutsche Staatsanleihen waren ebenso dazu geeignet, auch gehobene Renditeansprüche zu erfüllen. Das ist vorbei. Sparbuch, Festgeld, Tagesgeld etc. bewegen sich um die null Prozent, wenn nicht sogar Negativzinsen (sogenannte „Verwahrentgelte“) bei allzu hohen Einlagen fällig werden. Und der Blick auf den REXp, den Index der Entwicklung deutscher Staatsanleihen, zeigt auf, dass die Renditen der Anleihen stark abgeschmolzen sind: Lagen sie zwischen 2000 und 2010 noch durchschnittlich bei 5,4 Prozent jährlich, waren es zwischen Januar 2015 und Januar 2017 nur noch 3,62 Prozent. Seither tendieren die Rendite gen Null, die aktuelle Umlaufrendite deutscher Staatsanleihen rangiert bei 0,36 Prozent im Jahr. Also bei weitem nicht einmal genug, um auch nur annähernd die Inflation auszugleichen.

Das bringt erhebliche Gefahren für Hotel- und MICE-Unternehmer mit sich, die langfristig ihren Ruhestand durch den privaten Vermögensaufbau absichern wollen. Denn wie soll dies gelingen, wenn das Vermögen auf den herkömmlichen, vermeintlich sehr sicheren Investmentwegen Jahr für Jahr an Wert verliert? Daher brauchen auch sehr risikobewusste Unternehmen einen neuen Blick auf das Thema Vermögensverwaltung und sollten sich dabei vor allem auf die Anlageklasse der Aktie konzentrieren.

Legt ein Unternehmer beispielsweise 300.000 Euro in einem ausgewogenes Aktiendepot an und erwirtschaftet damit durchschnittlich durchaus realistische fünf Prozent jährlich nach Kosten, verfügt er nach 20 Jahren über knapp 800.000 Euro. Selbst Entnahmen werden durch diese langfristige Entwicklung möglich. Aktien sind damit der Vermögens-Mehrer Nummer eins.



Das beweist auch eine Untersuchung (Dax-Rendite-Dreieck) des Deutschen Aktieninstituts (DAI). Von seiner Erstberechnung bis heute ist der deutschen Aktienleitindex Dax von 1000 auf rund 12.500 Punkte gestiegen. Bei einem Anlagehorizont von 20 bis 30 Jahren lag die jährliche Rendite in der Vergangenheit zwischen sechs und neun Prozent lag. Kurz- und mittelfristige Kursschwankungen bei Aktien werden in diesen Zeiträumen kompensiert.

Daraus ergibt sich folgendes: Es lassen sich mit Aktien oder Aktienfonds langfristig sehr gute Renditen erzielen, ohne dass Anleger dazu allzu große Risiken eingehen müssen. Breit gestreute Aktieninvestments sollten daher bei langfristiger Perspektive ein fester Bestandteil bei der Geldanlage sein.

Entscheidend ist eben eine tragfähige Strategie. Zum einen sollte die breite Streuung im Fokus stehen. Wer sein Vermögen über verschiedene Titel und Regionen anlegt, vermeidet Klumpenrisiken – und in der Regel brechen auch nie alle Märkte auf einmal ein, sodass sich die Werte durch die geschickte Aufteilung gegenseitig regulieren. Es geht aber auch um professionelles Risikomanagement, um die Schwankungen bei Aktien noch besser kontrollieren zu können. Dazu gehört, auf die Gebühren zu achten – hohe Gebühren fressen


Über die Autorin

Nicole Wittinghofer

Nicole Wittinghofer


Nicole Wittinghofer ist Vermögensverwalterin bei der I.C.M. Independent Capital Management Vermögensberatung Mannheim GmbH. Der banken- und produktunabhängige Vermögensverwalter hat sich auf die Verwaltung gehobener privater und semi-institutioneller Mandanten sowie Stiftungen spezialisiert. Seit 1999 am Markt, verwaltet I.C.M. mehrere hundert Millionen Euro an Anlegergeldern ausschließlich in individuellen Portfolios, in denen sämtliche am Markt verfügbaren liquiden Instrumente eingesetzt werden und die einem kontinuierlichen Risikomanagement unterliegen. Weitere Informationen: https://icm-vv.de/


Image (adapted) Pixabay


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