Marco Bätzel, Donnerstag, 29. August, 2019

Geldanlage für Unternehmer: Rendite mit Risikobegrenzung

Mit Mischfonds können Hoteliers und Co. ihr Risiko in der privaten Vermögensverwaltung reduzieren. Vor allem kommt es darauf an, Qualitätsaktien auszuwählen und diese langfristig ohne ständiges „Rein und Raus“ einzusetzen.

Geldanleger haben natürlich immer den Wertzuwachs vor Augen. Das ist nachvollziehbar, denn natürlich soll das Vermögen so viel Rendite wie möglich erwirtschaften. Aber genauso geht es um Risikobegrenzung: Starke Schwankungen und Kursrückgänge verkraften nur die wenigsten regungslos. Das ist auch unter Hoteliers, Gastronomen und MICE-Unternehmern ein weit verbreitetes Phänomen: Gewiss ist man bereit, geschäftlich Risiken auf sich zu nehmen, aber die private Vermögensverwaltung sollte entsprechend so risikolos wie möglich sein. Schließlich ist es der Ansatz, Vermögen hinter die private Brandmauer zu bringen – und das soll natürlich nicht durch ein sehr dynamisches, stark Wachstum-orientiertes Anlagekonzept und die damit verbundenen Volatilitäten gefährdet werden.

Zwar hängt es immer vom individuellen Gefühl ab, ab wann ein Anleger schlaflose Nächte bekommt. Und klar ist natürlich (leider!) auch: Ohne Risiko gibt es heute keine Rendite mehr. Aber dennoch muss es der Ansatz sein, Rendite mit einer gewissen Risikobegrenzung zu generieren. Das ist die Aufgabe des Vermögensmanagers, der dafür eine Reihe von unterschiedlichen Strategien zurückgreifen kann.

Ein Instrument, das sich bewährt hat, sind Mischfonds. Das sind Investmentfonds, die in mehrere Anlageklassen wie Aktien, Anleihen, Währungen und Edelmetallen gleichzeitig anlegen können, wobei die jeweilige Mischung stets der aktuellen Marktlage angepasst wird. Ein Mischfond kombiniert damit Wachstumschancen von riskanteren Anlagen wie Aktien mit Erträgen aus risikoärmeren Anlagen wie Anleihen. Dabei wird die Aktienquote in der Regel zwischen 25 und 100 Prozent gesteuert, immer abhängig von der aktuellen Situation und den mittel- und langfristigen Erwartungen des Fondsmanagements. Dies gibt dem Fondsmanager einen größeren Anlagespielraum und gewährleistet, dass über die Jahre hinweg durchschnittlich ordentliche Erträge erwirtschaftet werden. Ein Beispiel dafür ist der „Strategie Welt Select“ (ISIN / WKN: DE000A0DPZG4 / A0DPZG). Die Performance seit zehn Jahren liegt bei 5,32 Prozent, trotz der heftigen Schwächephasen 2011 und 2018.



Wichtiges Erfolgskriterium ist eine konsequente Anlagestrategie. Es ist erwiesen, dass es „den“ richtigen Zeitpunkt für den Einstieg nicht gibt. Das zeigen unter anderem Berichte von J.P. Morgan Asset Management. Wer nur zehn der besten Einzeltage an den Börsen in einem Zeitraum von 20 Jahren verpasst, halbiert in der Regel seine Gewinne in dieser Zeit. Und wer 30 der besten Handelstage verpasst, verliert laut den Erhebungen seine Rendite vollständig. Hingegen zeigen Zahlen des Deutschen Aktieninstituts: Ein breit gestreutes Aktienportfolio im DAX bei einer Einmalanlage und einem 20-jährigen Anlagehorizont erbrachte beispielsweise historisch im Mittel 8,9 Prozent Rendite pro Jahr. Dabei lag im ungünstigsten Fall die Wertentwicklung aus Kursgewinnen und Dividenden bei jährlich 3,8 Prozent und im besten bei 15,2 Prozent.

Das bedeutet: Risikomanagement funktioniert nicht nur, aber auch durch die richtige Auswahl von Wertpapieren, die dann langfristig gehalten werden. Das sind Qualitätsaktien, die bereits bewiesen haben, dass sie Rendite- und Dividendenpotenzial besitzen, aber zugleich noch nicht überbewertet sind. Dazu kommt bei Mischfonds die Möglichkeit, zur Absicherung derivative Strukturen und andere Spezialitäten einzusetzen, beispielsweise die charttechnische Analyse bei der Aktienauswahl. Diese versucht aus der Kurshistorie des Basiswerts, günstige Kauf- beziehungsweise Verkaufszeitpunkte zu ermitteln, das heißt, Trends und Trendwechsel zu erkennen. Die Erfahrung zeigt, dass die Einbeziehung der Chartanalyse in den Entscheidungsprozess einen erheblichen Anteil zur Risikobegrenzung beitragen kann.


Über den Autor

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Marco Bätzel ist Direktor und Portfoliomanager der unabhängigen Düsseldorfer Vermögensverwaltung WBS Hünicke Vermögensverwaltung. Mehr als 20 Jahre Erfahrung in der Verwaltung größerer Privatvermögen, eine besondere Kapitalmarktexpertise und die völlige Unabhängigkeit von Banken, anderen Finanzdienstleistern und Vertriebsprovisionen zeichnen die Vermögensverwaltung aus, die mit dem „Strategie Welt Select“ und dem „Strategie Welt Secur“ auch zwei vermögensverwaltende Fonds managt. Mehr Infos unter www.wbsh-vv.de


Bildquelle: Canva


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