Dr. Martin Stötzel, Donnerstag, 4. Juli, 2019

Geldanlage für Unternehmer: Ethische Investments können sich lohnen

Wie stellen Hoteliers, Gastronomen und MICE-Betreiber sicher, dass ihre Vermögensverwaltung wirklich nachhaltig ist? Sie sollten ihre Investmentprodukte und -strategien genau überprüfen.

Der DEHOGA Bundesverband, der Dachverband des deutschen Hotel- und Gaststättengewerbes, vertritt einen klaren Standpunkt: „Gerade der Tourismus und damit seine Hauptleistungsträger, die Hotels und Gaststätten dieses Landes, sind auf nachhaltiges Wirtschaften, sind auf eine intakte Umwelt angewiesen. Der Erhalt der ökologischen Vielfalt, der verantwortungsvolle Umgang mit den vorhandenen Ressourcen und der Gedanke an die nächsten Generationen sind für unsere Branche überlebenswichtig.“

Daher ist der Nachhaltigkeitsgedanke bei vielen Unternehmern in Hotellerie, Gastronomie und MICE zu einem entscheidenden Aspekt in der Unternehmensführung und der strategischen Ausrichtung geworden – auch in persönlichen Belangen. Deshalb spielt eine nachhaltige Geldanlage ebenso eine immer größere Rolle. Unternehmer möchten auch bei ihrer Vermögensverwaltung auf Umweltschutz und soziale Faktoren setzen und Renditen mit gutem Gewissen erwirtschaften. Eben ganz so, wie sie es auch auf Unternehmensseite tun.

Doch was bedeutet das konkret? Wie stellen Hoteliers, Gastronomen und MICE-Betreiber sicher, dass ihre Vermögensverwaltung wirklich nachhaltig ist? Zunächst kommt es für Investoren, die einen dezidiert nachhaltigen Investmentansatz pflegen wollen, darauf an, Produkte und Strategien in der Vermögensverwaltung genau zu überprüfen. Nur auf diese Weise können sie ausschließen, dass sich in ihren Depots Werte finden, die sich gegen ihre Vorstellungen richten.

Das ist aber gar nicht so einfach: Es fällt Anlegern oftmals gar nicht leicht, die richtigen Instrumente und Partner für diesen Investmentansatz zu finden – denn durch das immer komplexer werdende Finanzierungs- und Investmentgeschäft ist es für viele Kunden häufig nicht klar, in welchen Branchen und Unternehmen Banken und andere Finanzdienstleister überhaupt engagiert sind.

Und dann kann es dazu kommen, dass Unternehmer ohne Wissen in Organisationen investieren, die alles andere als nachhaltige Ziele verfolgen. Ein Beispiel: Eine Studie der internationalen Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen (Ican) und der niederländischen Nichtregierungsorganisation Pax hatte seinerzeit herausgefunden, dass deutsche Finanzinstitute mit Milliardenbeträgen die Herstellung von Nuklearwaffen unterstützt haben sollen. Daran ist besonders problematisch, dass dafür auch das Geld von Privatanlegern genutzt worden ist – ob sie dies wollten oder nicht. Für viele Kunden ist dies ein schwerwiegender Verstoß gegen die eigenen ethischen Grundsätze.

Dass dies nicht dem Wunsch der Anleger entspricht, zeigen einige Zahlen. Bereits heute investieren rund 40 Prozent der befragten vermögenden Privatpersonen in Österreich, Deutschland und der Schweiz in nachhaltige Anlagen, heißt es im LGT Private Banking Report. In naher Zukunft beabsichtigten zwei Drittel der Studienteilnehmer, den investierten Anteil in nachhaltigen Anlagen gleich zu halten, 30 Prozent wollten ihren Anteil aufstocken. Und zum 30. September 2018 waren nach Informationen des Sustainable Business Institute (SBI) insgesamt 509 nachhaltige Publikumsfonds in Deutschland, Österreich und/oder der Schweiz zum Vertrieb zugelassen und mit rund 126 Milliarden Euro (Gesamtfondsvermögen) investiert. Weltweit sind rund 1,5 Billionen Euro nachhaltig angelegt.

Eine Möglichkeit, in ein breit diversifiziertes Nachhaltigkeitsprodukt zu investieren, bietet beispielsweise der „Deutschland Ethik 30 Aktienindexfonds“ (ISIN: LU1044465158) als passives Indexinvestment. Der Fonds umfasst die 30 Unternehmen der großen Indizes der Deutschen Börse – DAX, MDAX und TecDAX –, die strengen ethischen Auswahlkriterien genügen müssen. Sie dürfen beispielsweise ihr Geld nicht mit der Produktion von Rüstungsgütern, Atomenergie, Glücksspiel oder Alkohol verdienen.

Dass sich nachhaltige Investments lohnen, zeigt unter anderem diese Zahl: Der 1999 lancierte Dow Jones Sustainability Index – der erste globale Index, der die weltweit führenden Unternehmen in Bezug auf unternehmerische Nachhaltigkeit abbildet – hat in den vergangenen drei Jahren einen Zuwachs von knapp 38 Prozent erzielt.


Über den Autor

Autoren (8)Dr. Martin Stötzel ist geschäftsführender Gesellschafter bei der Rhein Asset Management (Lux) S.A. Der banken- und produktunabhängige Vermögensverwalter hat sich auf die Verwaltung anspruchsvoller privater und institutioneller Mandanten sowie Stiftungen spezialisiert. Seit 1999 am Markt, verwaltet Rhein Asset Management mehr als eine Milliarde Euro an Mandantengeldern ausschließlich in individuellen Portfolios. Bereits 2014 entwickelte Rhein Asset Management den „Deutschland Ethik 30 Aktienindexfonds“ (ISIN: LU1044465158) als nachhaltige Investmentmöglichkeit. Weitere Informationen: www.rhein-asset.eu


Bildquelle: Canva


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