Winfried Hecking, Donnerstag, 7. Februar, 2019

Digitalisierung in der Hotellerie

Digitalisierung bedeutet immer auch den Einsatz von komplexer Technologie und den Transfer von großen Datenmengen. Dafür muss die Netzwerktechnik stimmen – denn diese ist die Basis für Digitalisierung und Industrie 4.0, auch in Hotel- und MICE-Unternehmen.

Schnelles, stabiles und vor allem kostenfreies WLAN sollte in der Hotellerie mittlerweile Standard sein. Schlechte Hotelbewertungen und sinkende Besuchszahlen in Hotels sind die Konsequenz von fehlendem oder nicht funktionierendem Internet, und knapp die Hälfte der negativen Online-Bewertungen sind auf schlechtes WLAN zurückzuführen. Das belegen Studien immer wieder.

Aber genauso falsch ist es, wenn sich Hoteliers bei ihren digitalen Bemühungen nur auf das Gäste-WLAN stürzen. Denn Digitalisierung ist natürlich wesentlich mehr als eine gute Internetverbindung. Sie beginnt bei der Einrichtung aller notwendigen Touch Points entlang der sogenannten „Guest Journey“ wie Hotel-Webseite, Online-Reiseportale, Social Media-Profile, Anzeigen oder auch Blogs und führt hin zur Aufstellung digitaler Prozesse, die die Unternehmensorganisation und den Vertrieb erheblich erleichtern und effizienter gestalten können: „Die Digitalisierung ist in vollem Gange. Sie betrifft uns alle – und sorgt für einen tiefgreifenden Wandel in jedem Lebensbereich. Die digitale Transformation eröffnet dabei große Chancen für mehr Lebensqualität, revolutionäre Geschäftsmodelle und effizienteres Wirtschaften.“ Digitalisierung und Vernetzung könne ein Motor für Wachstum und Wohlstand sein, heißt es beim Bundeswirtschaftsministerium.

Digitalisierung bedeutet dabei mehr als den Einsatz von Technologie. Es bedeutet auch, eine innovative Arbeitsumgebung zu schaffen, die die Interaktionsproduktivität fördert und Plattformen für sonst unwahrscheinliche, vor allem disziplinübergreifende Begegnungen schafft, um die Effizienz in der Bewältigung der erforderlichen Transformation zu steigern.

Aber natürlich bedeutet Digitalisierung auch den Einsatz von komplexer Technologie. Denn der technische Fortschritt führt zu einem rasant steigenden Datenvolumen: Im Jahr 2025 sollen weltweit rund 163 Zettabyte (das ist eine Zahl mit 24 Stellen) an Daten generiert werden – das ist das Zehnfache im Vergleich zum Jahr 2016. Das ist das Ergebnis einer gemeinsamen Studie des US-amerikanischen Festplattenherstellers Seagate und des IT-Marktbeobachtungshauses IDC.

Damit diese Datenmengen schnell, sicher und stabil von A nach B, C und so weiter transportiert werden können und effizientes Arbeiten jederzeit möglich bleibt, brauchen Unternehmen – auch in Hotellerie und MICE – hochwertige Netzwerktechnik. Mit einer modernen technischen Infrastruktur schaffen Unternehmen die Grundlage für die Industrie 4.0 und eine vollständige, sich ständig weiterentwickelnder Digitalisierung. Mit veralteter Netzwerktechnik ist dies nicht möglich, da Vernetzung von Maschinen, Robotik, Big Data etc. ein immenses Datenvolumen und einen sehr schnellen Transfer erfordern. Mit etwas in die Jahre gekommenen Standardleitungen ist das nicht machbar.

Das ist extrem wichtig, um dauerhaft wettbewerbsfähig und wirtschaftlich zu bleiben. Denn moderne Hard- und Software ist sehr teuer, aber nur dann einsetzbar, wenn die Netzwerktechnik stimmt – wer investiert, aber die Grundlagen dafür nicht geschaffen hat, hat nur wenig davon. Durch die richtige Infrastruktur in der Netzwerktechnik hingegen können sie darauf aufbauen und müssen nicht nach den großen Investitionen noch schnellstmöglich die Kabelanlagen erneuern. Und sie können die modernisierte Netzwerktechnik bereits vorab nutzen, auch wenn sie noch nicht alle neuen Geräte angeschafft haben.

Das ist in Hotellerie und MICE genauso relevant wie in der Industrie und anderen Dienstleistungsbereichen. Bei der Digitalisierung stellt sich nicht mehr die Frage, ob sie kommt und ob sie sich auf Unternehmen auswirkt – es stellt sich nur noch die Frage, wann und in welcher Form. Darauf sollten sich Hotel- und MICE-Unternehmer frühzeitig vorbereiten. Moderne Netzwerktechnik ist die Basis dafür.


Über den Autor

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Winfried Hecking ist Geschäftsführer der Firma Hecking Elektrotechnik (www.firma-hecking.de) aus Mönchengladbach, einem Spezialisten für sämtliche Fragestellungen rund um Kabelanlagen für TV, Internet und Telefonie. Zu den Kernleistungen gehören neben der Modernisierung und Neuinstallation von Kabelanlagen die Einrichtung von stabilen, performanceorientierten Internet- und Netzwerkverbindungen im gewerblichen Bereich, unter anderem in Hotellerie und Gastronomie.


Image (adapted) Pixabay


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