PREGAS Presseportal, Donnerstag, 8. August, 2019

Betriebliche Altersvorsorge: Haftungsträchtige Vertragssituationen bei vermeiden

Unternehmen wünschen sich eine flexible, unabhängige Form der betrieblichen Altersvorsorge, die sie frei gestalten können. Als versicherungsfreie Alternative hat sich die pauschaldotierte Unternehmenskasse herausgestellt.

Die Förderung der Altersvorsorge der Mitarbeiter ist vielen Hoteliers, Gastronomen und MICE-Unternehmern ein wichtiges Anliegen. Sie wollen auf diese Weise ihrer Verpflichtung als guter Arbeitgeber nachkommen und Verantwortung für einen halbwegs sicheren Ruhestand mitübernehmen, ihre Reputation im Employer Branding erhöhen und stabilisieren und die Mitarbeiter – in einer Branche, in der tendenziell unterdurchschnittliche Gehälter gezahlt werden – mit einem finanziellen Zusatzanreiz langfristig binden und motivieren. Dafür bietet sich natürlich die betriebliche Altersvorsorge als dritter Baustein neben der gesetzlichen und privaten Altersvorsorge an.

Zugleich stellt sich in der Praxis aber vielfach heraus, dass Unternehmer die typischen versicherungsgebundenen Wege der betrieblichen Altersvorsorge mehr und mehr ablehnen. Warum? Beim bekanntesten Durchführungsweg, der Direktversicherung, werden die Gelder über einen Versicherungsvertrag in bestimmte Investmentlösungen investiert, es entsteht dadurch eine in der Regel nicht gewünschte und völlig unflexible Vertragssituation mit einer Versicherungsgesellschaft. Zudem können dadurch enorme Haftungsrisiken aufkommen: Das Gesetz fordert von Arbeitgebern, dass jederzeit in etwa die Summe der einbezahlten Beiträge in der betrieblichen Versorgungskasse vorhanden ist. Ist das nicht der Fall, steht der Arbeitgeber in der Ausfallhaftung bei der Entgeltumwandlung. Um das an einem Beispiel zu verdeutlichen: Hat ein Arbeitgeber über fünf Jahre 6000 Euro in eine Direktversicherung eingezahlt, sind aber bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses nur 1000 Euro verfügbar – etwa wegen einer ungünstigen Art der Vermögensverwaltung und hoher Produktkosten –, muss das Unternehmen für die Differenz aufkommen. Passiert das bei mehreren Mitarbeitern, hört der Spaß schnell auf.

Es ist also nachvollziehbar, dass sich Unternehmen eine flexible, unabhängige Form der betrieblichen Altersvorsorge wünschen, die sie frei gestalten können und in der sie bei einem Wechsel des Mitarbeiters in einer frühen Vertragsphase keine schweren finanziellen Nachteile erleiden. Denn: Mit einer Direktversicherung ist es wie mit jedem Versicherungsvertrag, in den ersten Jahren werden mit den Einzahlungen nur die zum Teil horrenden Kosten hereingeholt. Vulgo: Zunächst bleibt so gut wie gar nichts übrig, und wenn dann die Vermögensverwaltung auch noch suboptimal läuft, steht nach fünf Jahren sogar ein Minus im Vertrag. Die Lücke füllt der Arbeitgeber bei einem Ausscheiden des Begünstigten aufgrund seiner Haftung vollständig alleine.

Das ist mehr als ungünstig und sorgt nicht gerade für gute Laune – und das in Zeiten, in denen Arbeitgeber über das Betriebsrentenstärkungsgesetz verpflichtet sind, eine betriebliche Altersvorsorge anzubieten. Wichtig ist daher, die Alternativen zu den versicherungsgebundenen Lösungen zu kennen und sich daher überlegen zu können, welcher Weg der richtige ist – wer mehr weiß, kann bessere Entscheidungen für die Zukunft seiner Mitarbeiter und seinen eigenen finanziellen Mehrwert treffen.

Als interessantes System für strategisch denkende Unternehmer hat sich daher die pauschaldotierte Unternehmenskasse herausgestellt. Im Gegensatz zu den anderen bekannten Durchführungswegen der betrieblichen Altersvorsorge hat die eigenfinanzierte pauschaldotierte Unternehmenskasse den Vorteil, dass die Unternehmen, die über diese rechtlich und steuerlich eigenständige Einrichtung verfügen, die als Betriebsausgaben begünstigten Dotierungen im Unternehmen direkt als Working Capital halten und dementsprechend für die eigenen Zwecke benutzen können. Aus dem unternehmerischen Einsatz entsteht die benötigte Summe, um die Altersvorsorge der Mitarbeiter zum Bezugszeitpunkt zu finanzieren. Die Verzinsung der Einzahlungen wird in der Regel mit drei Prozent jährlich beziffert. Steuerrechtlich ist die pauschaldotierte Unternehmenskasse durch § 4d Einkommensteuergesetz abgesichert. Das schafft zusätzliche Sicherheit in der Planung.


Über den Autor

Frank Strehlau ist Vorstandsvorsitzender der bacon pension trust AG. Die Unternehmensberatung aus Berlin begleitet Unternehmen bei der Errichtung und beim laufenden Management pauschaldotierter Unternehmenskassen im Mittelstand. Dafür haben die Experten das rechtlich geschützte System des corporate cash fund® als betriebswirtschaftlich erfolgreichsten Durchführungsweg der betrieblichen Altersvorsorge entwickelt. Mit dem Konzept der bacon mini-job rente® wird die pauschaldotierte Unternehmenskasse für Minijobber und Geringverdiener zugänglich gemacht. Weitere Informationen unter www.bacon-pension-trust.ag
 


Image (adapted) Canva


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