Frank Strehlau, Donnerstag, 20. Dezember, 2018

Arbeitgeberfinanzierte bAV führt zu frischem Kapital in der Hotellerie

Hotel– und MICE-Unternehmer freuen sich jederzeit über Liquidität. Dafür können sie durch das steuerbegünstigte Konzept der pauschaldotierten Unternehmenskasse sorgen. Zugleich schaffen sie erhebliche Mehrwerte für die Mitarbeiter.

Nur die wenigsten Unternehmer klagen über zu viel Liquidität. Um das Geschäft zu entwickeln, Krisen zu überstehen und Chancen wahrnehmen zu können, benötigen Unternehmen liquide Mittel. Das gilt für Hotel- und MICE-Unternehmer natürlich auch. Durch eine ordentliche Liquidität kann die Eigenkapitalbasis gestärkt werden – das wiederum vereinfacht Investitionen und Bankverhandlungen.

Doch wie erhält man Liquidität? Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten. Zum Beispiel können Assets oder Gesellschaftsanteile verkauft werden, um Geld freizusetzen. Oder es werden Rücklagen aufgebaut, um das Konto zu füllen. Oder aber Unternehmer setzen auf einen alten Durchführungsweg in der arbeitgeberfinanzierten betrieblichen Altersvorsorge (bAV), durch den sie frisches Kapital erhalten – und das sogar steuerbegünstigt.



Das ist kein Humbug, sondern rechtlich abgesichert. Das Unternehmen übernimmt selbst die Verpflichtung, aus eigenen Mitteln dem Arbeitnehmer oder dessen Hinterbliebenen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses unter bestimmten Voraussetzungen einmalige oder laufende Versorgungsleistungen zu zahlen. Zugleich sind die Begünstigten über den Pensions-Sicherungs-Verein abgesichert. Dafür dotiert das Unternehmen fest definierte Summen in die Unternehmenskasse zum Zwecke der Vermögensverwaltung, um darüber die Altersvorsorge für die Mitarbeiter abzusichern.

Da die Dotierungen als Betriebsausgaben unmittelbar steuerbegünstigt sind, während die Erträge ihrerseits steuerfrei bleiben, wird die Liquidität damit zusätzlich gestärkt, da in den kommenden Jahren viel weniger Geld an den Fiskus abfließt als ohne Errichtung der pauschaldotierten Unternehmenskassen. Steuerrechtlich ist dies durch § 4d Einkommensteuergesetz abgesichert. Die Dotierungen bleiben ein reiner steuerlich begünstigter Buchungsposten.

Und jetzt kommt das Besondere: Ein Betrieb kann die Dotierungen der Unternehmenskasse für die eigenen Zwecke nutzen, um durch Wachstumsinvestitionen, Modernisierungen oder, oder, oder, um die benötigte Rendite für die späteren Ausschüttungen zu generieren. Der gesamte Überschuss verbleibt als Ertrag beim Unternehmen, während die Verpflichtungen auf die Unternehmenskasse als eigenes Rechts- und Steuersubjekt übergehen. Die Dotierungen bleiben damit fiktiv, sodass kein Abfluss erfolgt.

Will heißen: Der Durchführungsweg der pauschaldotierten Unternehmenskasse ermöglicht die Nutzung des dotierten Vermögens als Eigenfinanzierung. Das Geld fließt ins Unternehmen zurück, wodurch mehr Gewinne erwirtschaftet werden als unternehmerische Vermögensverwaltung. Das bAV-Vermögen wird damit zum „Cash-Pool“ des Unternehmens. Auf diese Weise entsteht ein mehrfacher Nutzen, besonders unter dem Gesichtspunkt, dass Unternehmen die pauschaldotierten Unternehmenskasse als „eigene Bank“ nutzen können. Die Praxis zeigt auch, dass Unternehmer dadurch Vorteile in klassischen Bankverhandlungen haben – eben weil das Eigenkapital erheblich gestärkt wird.

Grundsätzlich können Hoteliers und MICE-Unternehmer die neue Liquidität aber auch für jede andere Art des betrieblichen Einsatzes nutzen. Es sind auch Beispiele bekannt, in denen Unternehmer das Geld für die klassische Vermögensverwaltung einsetzen oder sogar einen Betrieb erwerben.


Über den Autor

Frank Strehlau

Frank Strehlau


Frank Strehlau ist Vorstandsvorsitzender der bacon pension trust AG. Die Unternehmensberatung aus Berlin begleitet Unternehmen bei der Errichtung und beim laufenden Management pauschal dotierter Unternehmenskassen im Mittelstand. Dafür haben die Experten das rechtlich geschützte System des corporate cash fund® als betriebswirtschaftlich erfolgreichsten Durchführungsweg der betrieblichen Altersvorsorge entwickelt. Weitere Informationen unter www.bacon-pension-trust.ag




Image (adapted) Pixabay


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