Geschrieben von Redaktion, Dienstag, 20. Januar, 2015

Teure Bergung aus misslicher Lage – Vor Winterurlaub Versicherungsschutz überprüfen

(PREGAS) Wandern, Bergsteigen, Klettern und Skifahren – dies alles ist im Winterurlaub möglich. Dabei lauern leider auch Unfall- und Verletzungsgefahren. Der richtige Versicherungsschutz kann zumindest die finanziellen Folgen mildern. „Allerdings gibt es Situationen, bei denen Betroffene trotz Kranken- und privater Unfallversicherung auf erheblichen Kosten sitzen bleiben können“, informiert Andrea Heyer, Versicherungsexpertin der Verbraucherzentrale Sachsen.

Schwierig kann es mit der Kostenübernahme seitens einer Versicherung werden, wenn ein Hubschrauber zum Einsatz kommt. Das ist entweder nötig, weil es die Schwere der Verletzung erfordert oder weil ein Krankenwagen das Gelände nicht erreichen kann. In erster Situation übernimmt die Krankenversicherung die Kosten grundsätzlich in voller Höhe. Letzteres kommt in Gebirgen häufiger vor. Der Verunfallte wird dann mit dem Hubschrauber an einen Ort geflogen, von dem aus der Weitertransport mit einem Fahrzeug erfolgen kann. Diese Situation stufen die Krankenkassen nicht als Rettung, sondern als Bergung ein. Den Krankenkassen steht es frei, ob und wie sie sich an diesen Kosten beteiligen. Wenn, dann erfolgt oft nur eine anteilige Übernahme. Da kann für den Verbraucher schon ein hoher dreistelliger Restbetrag offen bleiben. Wer eine private Unfallversicherung hat, die Bergungskosten einschließt, wird diese von dort erstattet bekommen können. „Dies setzt jedoch voraus, dass es sich um einen Unfall im Sinne der Definition des Versicherers handelt“, sagt Heyer. Der Verbraucherzentrale Sachsen ist aus der aktuellen Beratung ein Fall bekannt, bei dem es einer Kletterin in der Sächsischen Schweiz zwischen zwei Kletterstiegen schwindlig wurde. Kurz darauf trat dann noch Bewusstlosigkeit ein. Die Krankenkasse hat für die Bergung nicht die vollen Kosten übernommen. Der private Unfallversicherer verweigerte eine Leistung, da es sich nach seiner Auffassung nicht um einen Unfall handelte, weil es an einem von außen wirkenden Ereignis gefehlt hat. Mit dieser Argumentation stützt sich das Versicherungsunternehmen auf Rechtsprechung, so zum Beispiel auf das Oberlandesgericht Düsseldorf (Az.: 4 U218/11 rechtskräftig). Die Verbraucherin wird wohl 700 Euro selbst zahlen müssen.

Wer oft in die Berge fährt, sollte nach Ansicht der Verbraucherzentrale Sachsen seinen privaten Versicherungsschutz regelmäßig prüfen. Geht es dabei auch ins Ausland, gehört eine Auslandsreise-Krankenversicherung ins Gepäck, die unter anderem Bergungskosten übernimmt. Eine Mitgliedschaft in einem Bergsportverein, wie zum Beispiel dem Deutschen Alpenverein e.V. kann ebenso sinnvoll sein. Über eine solche Mitgliedschaft sind auch Versicherungsleistungen – möglicherweise sogar vergünstigt – erhältlich. 
 

Quelle:
Verbraucherzentrale Sachsen e.V.
Katharinenstraße 17
04109 Leipzig
www.verbraucherzentrale-sachsen.de





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