Geschrieben von PREGAS Presseportal, Freitag, 7. April, 2017

Airbnb & Co. verschärfen Konkurrenzsituation im Mietwohnungs- und Hotelmarkt

ghh consult untersucht Situation in zahlreichen Groß- und mittelgroßen Städten

(PREGAS) Die klassische Hotellerie spürt verstärkt den Konkurrenzdruck durch Privatvermieter, die im Zuge der sogenannten „Sharing Economy“ ihre Wohnung bzw. ihr Apartment über Plattformen wie Airbnb, Wimdu, 9flats, aber auch zunehmend über „traditionelle“ Hotelbuchungsplattformen wie booking.com zeitweise vermieten. Gleichzeitig werden hierdurch dem ohnehin problematischen Mietwohnungsmarkt in vielen Städten erhebliche Kapazitäten entzogen.

Das auf die Bereiche Tourismus, Hotellerie und Kongressmarkt spezialisierte Beratungsunternehmen ghh consult hat nun für mehrere Groß- und mittelgroße Städte Volumen und Struktur des Angebots und der Nachfrage im Bereich Privatvermietung über Airbnb & Co. sowie Wohnen auf Zeit ermittelt.

Die Bandbreite der Angebote ist dabei beachtlich: in Frankfurt etwa reicht das Angebot von weniger als 10 Euro pro Nacht auf dem Sofa in der gemeinsam mit dem Gastgeber genutzten Einzimmerwohnung bis hin zu 800 Euro pro Nacht für eine mehr als 300 Quadratmeter große Villa in attraktiver Lage in einem Vorort.

Neben den reinen Privatunterkünften bzw. Privatvermietern bieten auch immer mehr gewerbliche Anbieter der Parahotellerie und Betriebe aus der klassischen Hotellerie ihre Unterkünfte über Portale wie Airbnb an, gemäß der Strategie “If you cannot beat them join them“. Dabei ist es einem Hotel grundsätzlich nicht untersagt, Zimmer auf Airbnb zu verkaufen. So ist in den allgemeinen Geschäftsbedingungen von Airbnb klar festgehalten, dass jede Form von Beherbergung zugelassen ist.

Die Dimensionen dieser „Sharing-Economy-Plattformen“ können an folgenden Zahlen veranschaulicht werden: Airbnb bietet weltweit mittlerweile ca. 3 Mio. Unterkünfte an, während die Hotelkette Marriott über ca. 1,1 Mio. Zimmer weltweit verfügt.

Das Zielgruppenspektrum weist im Bereich der Privatunterkünfte über Airbnb & Co. ein beachtliches Spektrum auf. Neben Privatreisen sind auch Geschäfts- und Messereisen, Studium und Praktikum sowie Wohnungssuche und Umzug in eine andere Stadt wesentliche Aufenthaltsmotive, die bei Buchungen über die einschlägigen Portale eine Rolle spielen. Aus der Einschätzung des Nachfragevolumens geht hervor, dass die Privatvermietung über Portale von Airbnb von den einzelnen Anbietern meistens nicht nur sporadisch, sondern durchaus in signifikantem Maße betrieben wird.

Nach den Erkenntnissen des World Travel Monitors buchten 2015 Europäer bei immerhin 14 Mio. Auslandsreisen sogenannte Sharing-Unterkünfte, also Wohnungen oder Zimmer, die über Plattformen wie Airbnb oder Wimdu vermittelt werden. Hier zeigt sich das beträchtliche Potenzial für die Anbieter im sogenannten „Sharing-Economy“-Sektor. Insbesondere in großen Metropolen und populären Städtereisedestinationen weisen Plattformen wie Airbnb bereits beachtliche Marktanteile auf. So entfallen etwa in Amsterdam allein auf Airbnb etwa 10% aller internationalen Ankünfte, in London sind es ca. 8%. Eingehende Analysen von Airbnb-Angeboten in Amsterdam, London, Berlin und Madrid gehen davon aus, dass nur 18% der Angebote private Wohnungen und Zimmer betreffen, 80% der Unterkünfte stehen dagegen für mehr als 31 Tage im Jahr zur Vermietung zur Verfügung.

Die zunehmende Professionalisierung wirft jedoch die Frage auf, ob das gelegentliche und entgeltliche Teilen der eigenen Wohnung oder anderer Ressourcen als eine gewerbliche Konkurrenz zu Hotels vor Ort oder vielmehr als ein Privatgeschäft zu werten ist. Obwohl beispielsweise Airbnb betont, dass die meisten Anbieter nur eine Wohnung inserieren, stammen rund 40 Prozent des Umsatzes in Berlin aus Angeboten von Anbietern mit mehr als einem Inserat. Es ist daher naheliegend, dass in diesen Fällen eine professionelle bzw. erwerbsmäßige Vermietung vorliegt.

Neuere Entwicklungen und Erkenntnisse im Bereich „Privatvermietung“ und „Wohnen auf Zeit“ zeigen, dass auch gewerbliche Anbieter die o.g. Plattformen wie Airbnb nutzen, um Wohnungen und Apartments auf Zeit zu vermieten. Portale wie Airbnb & Co. haben offensichtlich neue Geschäftsmodelle forciert, insbesondere in den Metropolen mit hohem internationalem Reiseaufkommen. Sogenannte „Airbnb-Unternehmer“ vermieten über die Portale in größerem Stil Wohnungen aus ihrem eigenen Immobilienbestand oder auch als Dienstleister für Dritte.

Gerade vor dem Hintergrund des Wohnungsmangels wird die Problematik in den jeweiligen Stadtverwaltungen immer mehr diskutiert. Mehr als 3.000 Haushalte sind in beispielsweise in Wiesbaden als wohnungssuchend registriert; vor diesem Hintergrund wird die temporäre Vermietung oder Untervermietung über die Vermittlung Dritter zunehmend kritisch hinterfragt.

ghh consult hat in vielfältigen Untersuchungen sowohl für das Segment Privatvermietung über Airbnb & Co. als auch für den Bereich „Wohnen auf Zeit“ Lage, Qualität, Mietpreisniveau, Nachfragevolumina und Zielgruppenspektrum, Vergleiche mit den jeweiligen Mietpreisspiegel der Städte sowie die spezifische Konkurrenzsituation mit der Hotellerie und dem Mietwohnungsmarkt untersucht und ermittelt. Nähere Auskünfte zu den Untersuchungen sind über ghh consult
(www.ghh-consult.de) zu erhalten.

 

Kontakt:
ghh consult GmbH
Dr. Hank-Haase & Kunz
Ansprechpartner: Elmar Kunz
Goldgasse 1-3
65183 Wiesbaden
Tel.: +49 611 166 68-11
Fax: +49 611 166 68-10
E-Mail: kunz@ghh-consult.de





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