Geschrieben von Thomas Sablotny, Montag, 22. Januar, 2018

Team-Entwicklung fängt ganz oben an

„Herrscher aller Reußen“ werden mehr und mehr Schwierigkeiten in ihren Unternehmen bekommen, da sie die Mitarbeiter nicht dauerhaft motivieren können. Sie müssen gute Führung neu leben und Mitarbeiter als „Mit-Denker“ und „Mit-Unternehmer“ gewinnen.

(PREGAS/Thomas Sablotny) Gerade in der Hotellerie tritt immer wieder eine hohe Fluktuation bei den Mitarbeitern auf. Das hat verschiedene Gründe. Zum einen sind es die Arbeitszeiten und die oftmals eher unterdurchschnittlichen Gehälter – zum anderen aber auch die internen Strukturen und die Art und Weise der Mitarbeiterführung. Noch immer hört man aus der Praxis, dass Vorgesetzte – vom Küchenchef bis zum Hoteldirektor und Eigentümer – nach einem eher unkooperativen „Top down“-Prinzip vorgehen. Und manchmal eher „regieren“ als führen.

Dies wird dann immer wieder mit dem Satz verbunden: „Ich bin früher auch getrieben worden und es hat mir nicht geschadet.“ Aber erstens war früher nicht alles besser und zweitens hat sich der Arbeitsmarkt radikal geändert. Wer heute noch wie ein Feldherr mit Peitsche von seinem Hügel aus herrschen will, bekommt eher früher als später ein erhebliches Problem in seinem Unternehmen. Das folgt einem ganz einfachen Motto: Unzufriedene Mitarbeiter erbringen keine Spitzenleistungen und kündigen wesentlich schneller ihre Stelle als diejenigen, die sich wertgeschätzt fühlen und die Entwicklungspotenzial in ihrem Unternehmen sehen. Und dann gerät ein Hotelier schnell ins Schwimmen: Sie können vielleicht nicht alle Dienste und Kolonnen besetzen, sich nicht darauf verlassen, dass die Teams sich selbst motivieren und führen und mit ganzem Herzen bei der Sache sind. Der Service wird schlechter, Zusatzverkäufe finden nicht mehr statt, Gäste fühlen sich nicht willkommen und wenden sich vielleicht schnell einem Wettbewerber zu. Kurzum: Eine schlechte Stimmung aufgrund unzureichender Führung wird zu einem echten wirtschaftlichen Problem.

Daher gilt: Team-Entwicklung beginnt ganz oben. Spürt ein Hotelier, dass seine Teams nicht an einem Strang ziehen, Mitarbeiter unzufrieden sind und wenn überhaupt Dienst nach Vorschrift leisten. ohne sich für die Entwicklung des Unternehmens zu interessieren – dann sollte er nicht versuchen, direkt die Mitarbeiter dafür verantwortlich zu machen. Denn das Problem beginnt oftmals in der Führungsetage. Der „Herrscher aller Reußen“ schreckt ab, statt zu integrieren, demotiviert, statt anzuspornen, verschließt die Struktur, statt sie für neue Ideen zu öffnen. Dadurch entsteht eine Atmosphäre der Zurückgezogenheit, in der jeder nur an sich selbst denkt und einfach nur versucht, unbeschadet durch den Arbeitstag
zu kommen.

Erkennt der Chef aber, dass er und seine Führungskräfte etwas tun müssen, um die Stimmung dauerhaft hochzuhalten, ist der erste Schritt getan. Sie können dann bestimmte Coaching-Programme in Anspruch nehmen, um ihrer Position gemäß eine Weiterentwicklung zu erfahren und neue Perspektiven für die operative und administrative Arbeit zu entwickeln. Sie lernen, sich ihrer eigenen Rolle und Verantwortung stärker bewusst zu werden und zu erfahren, wie sie gute Führung neu leben und Mitarbeiter als „Mit-Denker“ und „Mit-Unternehmer“ gewinnen und anleiten können. So entsteht Kooperation von oben: Führungskräfte lernen Möglichkeiten kennen, Vorgaben mit Augenmaß umzusetzen, ohne die Mitarbeiter vor den Kopf zu stoßen. Das führt zu einer völlig neuen Art der Zusammenarbeit.


Image (adapted) by Lukas from Pexels


 

Über den Gastautor:

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Thomas Sablotny ist Inhaber von Kobon – Team –Training – Incentive und entwickelt für Unternehmen ganz gleich welcher Branche und Größe individuelle Programme mit einem Fokus auf Indoor- und Outdoor-Trainingsprogramme, die dem Motto folgen: „Wir schaffen Erlebnisse mit Ergebnissen.“ Thomas Sablotny kooperiert mit Hotels in ganz Deutschland und entwickelt passgenaue Programme für Team-Building, Teamentwicklung und Stressabbau. Ebenso bereitet er Mitarbeiter auf die Prüfung im Rahmen der Ausbilder-Eignungsverordnung (AVEO) vor. Weitere Informationen: www.besser-vorbereitet.de und www.kobon.de





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