Geschrieben von Winfried Hecking, Donnerstag, 30. November, 2017

Geld verdienen: Freies WLAN macht Hotel zum Büro auf Zeit

Bieten Hoteliers schnelles und kostenfreies Internet, können sie ihre Umsätze erheblich erhöhen: Gäste halten sich gerne in solchen Betrieben auf und nehmen dementsprechend auch das ein oder andere Getränk und/oder Gericht mehr zu sich. Dafür muss aber die Technik stimmen.

(PREGAS/Winfried Hecking) Der Gesetzgeber hat zuletzt mit zwei sehr Digitalisierungs-freundlichen Entscheidungen auf sich aufmerksam gemacht. Zum einen ist da der Wegfall der Störerhaftung. Dies führt zu wesentlich mehr Rechtssicherheit für Betreiber von WLAN-Hotspots und wird ein Wachstum dieses Angebots in Deutschland im Allgemeinen und in Hotellerie und Gastronomie im Speziellen gewährleisten. Das ist auch dringend nötig. Deutschland liegt mit durchschnittlich 1,87 WLAN-Hotspots auf 10.000 Einwohner bei der Verfügbarkeit von WiFi-Locations und Hotspots international weit hinter vielen anderen Ländern. In Südkorea gibt es 37,35 WLAN-Hotspots auf 10.000 Einwohner, in Schweden immerhin 9,94. Mit rund drei WLAN-fähigen Endgeräten pro Kopf sind wir in Deutschland aber dem weltweiten Durchschnitt von 1,2 Geräten um Längen voraus.

Gerade für gastgewerbliche Unternehmen ist die Neuregelung des Gesetzes entscheidend: Sie haben jetzt keine Möglichkeit mehr, sich hinter die rechtliche Unsicherheit zurückziehen. Denn Kern des Gesetzes ist: Wer anderen einen Internetzugang anbietet, soll nicht mehr dafür haften müssen, wenn Nutzer gegen Urheberrechte verstoßen, indem sie beispielsweise illegal Filme oder Musik herunterladen. Somit können Café- oder Hotelbesitzer Hotspots gefahrlos und ohne Angst vor Abmahnungen anbieten – und haben jetzt auch keinen Grund mehr, dies nicht zu tun.

Nehmen Hoteliers dieses Angebot an, können sie ihre Frequenz in den öffentlichen Bereichen erheblich erhöhen. Denn laut verschiedenen Studien entscheidet offenes WLAN für viele Gäste über den Besuch eines Hauses. Sie halten sich dort gerne auf und nehmen dementsprechend auch das ein oder andere Getränk und/oder Gericht mehr zu sich – Wohnzimmer beziehungsweise Büro auf Zeit ist das Stichwort. Kurzum: Die Umsatzmöglichkeiten steigen maßgeblich, wenn über (mobile) Endgeräte ein unkomplizierter und kostenfreier Internetzugang möglich ist. Im MICE-Bereich gilt dies natürlich besonders: Ohne stabiles, kostenloses Internet sinkt die Attraktivität eines Hauses als Tagungsstandort natürlich ganz erheblich.

Es kann aber auch sein, dass Hoteliers ihre Netzwerkstrukturen überdenken müssen, um wirklich Power in die Verbindungen zu bringen – denn eine Geschwindigkeit wie über den Klingeldraht macht die Gäste alles andere als glücklich. Will heißen: Wer vom Breitbandausbau profitieren will, kommt an einer Modernisierung der Netzwerkanlagen nicht vorbei. Erst dann ist es möglich, die Leistung der schnellen Breitbandleitung unter der Straße, die natürlich im Vertrag abgerechnet wird, auch ins Haus zu bekommen.“ Eine professionelle Analyse der Leitungswege, ein Abgleich der Wünsche und Möglichkeiten und ein Modernisierungsfahrplan sind die Schritte bis zur Umsetzung der konkreten Maßnahmen.

Im Mittelpunkt steht meist die Installation neuer Kabel, die die hohe Geschwindigkeit auch wirklich durchleiten können. Aber auch die korrekte Konfiguration der Router ist wichtig. Die Installation des Netzwerks ist eine sensible Angelegenheit, die nicht mal eben zwischen Küche und Telefon erledigt ist. Darauf sollten gastgewerbliche Unternehmer achten: Häufig geht Performance verloren, weil die Einstellungen nicht stimmen.

Übrigens: Spezialisierte Fachbetriebe arbeiten in alten Rohren oder Kaminen oder über die Außenfassade – also ohne Veränderungen im Baubestand. Kein Unternehmer muss schließen, damit die Gäste schnelles Internet erhalten.“


Image (adapted) by Pixabay


 

Über den Gastautor:

Winfried Hecking

Winfried Hecking ist Geschäftsführer der Firma Hecking Elektrotechnik aus Mönchengladbach, einem Spezialisten für sämtliche Fragestellungen rund um Kabelanlagen für TV, Internet und Telefonie. Zu den Kernleistungen gehören neben der Modernisierung und Neuinstallation von Kabelanlagen die Einrichtung von stabilen, performanceorientierten Internet- und Netzwerkverbindungen im gewerblichen Bereich, unter anderem in Hotellerie und Gastronomie.





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