Geschrieben von Burkhard Küpper, Montag, 13. November, 2017

Handeln, bevor es zu spät ist

Hoteliers und Gastronomen sollten zeitig wichtige betriebswirtschaftliche und steuerliche Fragestellungen mit ihrem Steuerberater diskutieren. Denn noch ist Zeit, bei möglichen Problemen gezielt gegenzusteuern.

(PREGAS/Burkhard Küpper) Der Herbst ist bereits im vollen Gange, und damit ist auch das Jahresende in nicht mehr allzu weiter Ferne. Für Hoteliers und Gastronomen bedeutet das, dass sie sich langsam, aber sicher Gedanken über die wirtschaftliche Weiterentwicklung ihres Unternehmens machen sollten, um Zeit genug für die notwendige Planungs- und Vorbereitungsarbeit zu haben. Ein Thema ist der gesamte Komplex der betriebswirtschaftlichen und steuerlichen Entscheidungen.

Dafür bieten sich sogenannte Herbstgespräche mit dem Steuerberater an. Dabei analysieren gastgewerbliche Unternehmer und Steuerberater gemeinsam das zurückliegende Jahr, besprechen alle Fragen, die allgemeine Situation und mögliche offene Punkte und planen die Zukunft, auch über den Jahresabschluss hinaus. Damit werden die Weichen für eine optimale betriebswirtschaftliche und steuerliche Ausrichtung unter Einbeziehung der Situation, der unternehmerischen Pläne und möglicher Entwicklungen in Wirtschaft und Steuerrecht gestellt. Ein Herbstgespräch gibt Hoteliers und Gastronomen die Planungssicherheit, die sie für ihre unternehmerischen Entscheidungen im neuen Jahr benötigen.

Ein solches Herbstgespräch hat aber immer auch einen ganz aktuellen Anlass: nämlich den nahenden Jahresabschluss und die Bilanzierung. Unternehmer müssen jetzt mit ihren Steuerberatern über das laufende Jahr, die geschäftliche Entwicklung und die Bilanz sprechen. Stichtag für die Bilanz ist ja in der Regel der 31. Dezember. Steuerberater können schon jetzt an den Bilanzen ablesen, an welchen Stellen Optimierungsbedarf besteht. Wenn etwas falsch läuft, ist noch bis zum 31. Dezember Zeit, die Dinge zu korrigieren. Rückwirkend aber werden sich Probleme kaum revidieren lassen, sodass schnellstmöglich gegengesteuert werden muss.

Das hat beispielsweise mit stabilen Beziehungen zur Bank zu tun. Diese wollen nachvollziehbare Bilanzen sehen, um über Kreditlinien entscheiden zu können. Je transparenter und professioneller diese Zahlen sind, desto leichter fallen auch die Verhandlungen mit Kreditinstituten. Das Finanzamt ist keineswegs der größte Feind der Unternehmer. Viel entscheidender ist, dass die Bank ein Partner ist, auf den sich die Unternehmer dauerhaft verlassen können. Diese notwendigen Gespräche lassen sich gezielt vorbereiten, bevor es zu spät ist.

Oder das Thema des Immobilienkaufs. Angenommen, das Jahr ist gut gelaufen und ein Hotelier plant, ein Gebäude nebenan zu erwerben, um es zum Wellness-Bereich umzubauen. Wer da jetzt sehr unbedarft herangeht und einfach zuschlägt, kann einen ebensolchen Fehler machen wie derjenigen, der alle Entscheidungen nach den Sommerferien grundsätzlich aufs neue Jahr schiebt. Entscheidend ist, den richtigen Zeitpunkt zu ermitteln – und das ist wiederum eine fiskalisch-bilanzielle und betriebswirtschaftliche Frage zugleich, die der Steuerberater am besten beantworten kann. Denn ein solcher Kauf kann sich je nach steuerlicher Situation zum jetzigen oder späteren Zeitpunkt lohnen. Daher gilt es, Fehler zu vermeiden.


Image „Tax Return“ (adapted) by 401(K) 2012 (CC BY-SA 2.0)


 

Über den Gastautor:

Burkhard_Küpper_300

Burkhard Küpper ist geschäftsführender Gesellschafter der auf gewerbliche Mandate spezialisierten Albers & Kollegen Steuerberatungsgesellschaft aus Hilden (www.steuerberatung-albers.de), der Faerber & Küpper Steuerberatungsgesellschaft aus Hilden (www.faerber-kuepper.de) und der KD Steuerberatungsgesellschaft aus Dortmund (www.steuerberatung-kd.de). Die Gesellschaften begleiten mittelständische Unternehmen aus ganz Deutschland – unter anderem Hoteliers und Gastronomen – bei allen steuerlichen und betriebswirtschaftlichen Fragen und besitzen besondere Kompetenzen in der Restrukturierung von Unternehmen. Ebenso arbeiten die Kanzleien mit einer Volldigitalisierung der Belege.





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