Geschrieben von Burkhard Küpper, Montag, 4. Dezember, 2017

Die Firmenflotte nicht ohne fiskalische Planung durchführen

Dem Finanzierungs- und Steuermodell bei Dienstwagen kommt eine wichtige Rolle zu. Dieses entscheidet über den langfristigen wirtschaftlichen Erfolg.

(PREGAS/Küpper) In Hotel- und MICE-Unternehmen sind Dienstfahrzeuge keine Seltenheit. Geschäftsführung, angestellte Manager, Verkaufsabteilung: Regelmäßig erhalten Führungsebene und Vielreisende in Unternehmen Firmenwagen, um immer mobil zu sein, aber auch als Bonus zu ihrem Gehalt.

Jetzt klingt es erst einmal nicht allzu komplex für Unternehmen, eine Flotte einzurichten. Der Verantwortliche definiert, welche Ebene welche Wagen fahren darf, mit welchen Händlern zusammengearbeitet wird und mit welchem Finanzierungsmodell die Fahrzeuge angeschafft werden sollen – Barkauf, Kreditfinanzierung oder Leasing. Hauptsache, der Fuhrpark führt nicht zu übermäßigen Kosten für eine Gesellschaft.

Doch darin liegt ein wichtiger Knackpunkt für Unternehmen. Bei der Frage nach den Kosten ist gerade die fiskalische Seite nicht unerheblich. Firmenfahrzeuge wirken sich immer steuerlich aus. Dabei kommt es vor allem auf das Finanzierungsmodell an und Verantwortliche sind gefragt, mit ihrem steuerlichen Berater das individuell passende Modell zu entwickeln.

Die Unterschiede zwischen den Finanzierungsformen sind schnell erläutert. Beim Kauf erwirbt das Unternehmen die Fahrzeuge aus dem Cash oder über einen Kredit. In beiden Fällen kann es die gesamten Netto-Anschaffungskosten über sechs Jahre hinweg verteilt von der Unternehmensbesteuerung absetzen und gleich zu Beginn die Umsatzsteuer für jedes Fahrzeug geltend machen. Bei einer Finanzierung werden zudem noch die Kosten für den Kredit als Betriebsausgaben angesehen. Das führt natürlich direkt nach Anschaffung zu einer hohen Abzugsfähigkeit und einer entsprechenden Reduzierung der Steuerlast – aber der Barkauf bringt natürlich auch einen erheblichen Liquiditätsabfluss mit sich und je nach Fahrzeug können auch die monatlichen Raten durchaus hoch sein. Zudem sollen gekaufte Fahrzeuge in der Regel lange gefahren werden, das erhöht die Risiken von teuren Reparaturen ab einer gewissen Lebensdauer. Und: Spätere Verkaufserlöse müssen als Betriebsgewinne versteuert werden.

Beim Leasing hingegen sind die Raten als monatliche Kosten durchlaufend planbar und als Betriebsausgaben voll absetzbar, die Liquidität wird geschützt. Leasing-Fahrzeuge werden in der Regel weiterhin bei der Leasing-Gesellschaft bilanziert und gehen zu keinem Zeitpunkt ins Betriebsvermögen über. Zumal das Leasing in der Regel drei bis vier Jahre läuft und die Wagen dann zurückgegeben werden, bevor die typischen Verschleißerscheinungen beginnen. Jedoch lassen sich Leasing-Verträge nicht so schnell beenden. Verlässt ein Dienstwagenfahrer das Unternehmen oder befindet sich die Gesellschaft in einer Krise, können Wagen in der Betriebsmasse schnell verkauft werden; Leasing-Verträge laufen weiter.

Daher kommt dem Finanzierungs- und Steuermodell bei Dienstwagen eine wichtige Rolle zu. Bevor die Flotte eingerichtet wird, sollte dementsprechend ein eingehendes Gespräch mit dem steuerlichen Berater geführt werden. Denn eine Entscheidung für den einen oder anderen Weg kann nur mit sehr großem Aufwand revidiert werden, sodass Planung das A und O ist. Diese entscheidet über den langfristigen wirtschaftlichen Erfolg
und darüber, ob eine Fahrzeugflotte alle Vorteile für einen Betrieb wirklich erbringen kann.


Image (adapted) by Pixabay


 

Über den Gastautor:

Burkhard_Küpper_300

Burkhard Küpper ist geschäftsführender Gesellschafter der auf gewerbliche Mandate spezialisierten Albers & Kollegen Steuerberatungsgesellschaft aus Hilden (www.steuerberatung-albers.de), der Faerber & Küpper Steuerberatungsgesellschaft aus Hilden (www.faerber-kuepper.de) und der KD Steuerberatungsgesellschaft aus Dortmund (www.steuerberatung-kd.de). Die Gesellschaften begleiten mittelständische Unternehmen aus ganz Deutschland – unter anderem Hoteliers und Gastronomen – bei allen steuerlichen und betriebswirtschaftlichen Fragen und besitzen besondere Kompetenzen in der Restrukturierung von Unternehmen. Ebenso arbeiten die Kanzleien mit einer Volldigitalisierung der Belege.





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