Geschrieben von PREGAS Presseportal, Mittwoch, 7. Juni, 2017

Anhörung im hessischen Landtag – Existenz von Ferienwohnungen sichern und Chancen für den Tourismus nutzen

Der Deutsche Ferienhausverband und FeWo-direkt beziehen gemeinsam Position zum Referentenentwurf über die Änderung des Hessischen Wohnungsaufsichtsgesetzes

(PREGAS) Wohnungsknappheit in den Ballungsräumen ist in aller Munde. Eine Änderung des Hessischen Wohnungsaufsichtsgesetzes soll für hessische Kommunen mit angespanntem Wohnungsmarkt die rechtliche Grundlage schaffen, Zweckentfremdungsverbote zu erlassen. Dabei fällt auf, dass sich die Änderung allein auf Ferienwohnungen bezieht. Der Deutsche Ferienhausverband und der deutsche Marktführer in der Online-Ferienhausvermietung FeWo-direkt bewerten diese Vorgehensweise als unverhältnismäßig. „Verbote von Ferienwohnungen können das Problem des Wohnraummangels in Hessen nicht ansatzweise lösen“, heißt es in einer gemeinsamen Stellungnahme. „Uns geht es darum, eine sinnvolle Kompromisslösung zu finden und dabei auch die positiven Effekte von Ferienwohnungen für den Hessen-Tourismus zu berücksichtigen.“

Ferienwohnungen als Chance für den Hessen-Tourismus
Der private Ferienhausmarkt in Hessen umfasst laut der aktuellen Studie „Der Ferienhausmarkt in Deutschland“ von FeWo-direkt und dem DFV etwa 17.200 Betten. Insgesamt finden hessenweit 1,67 Millionen Übernachtungen in nicht-gewerblichen Ferienunterkünften (Ferienhäuser und -wohnungen, die mit weniger als zehn Betten ausgestattet sind) statt. Damit haben diese privaten Ferienimmobilien in Hessen einen Anteil von fünf Prozent an allen touristischen Übernachtungen im Bundesland. In den ländlichen Regionen wird zunehmend in Ferienwohnungen investiert, nicht zuletzt, um damit wichtige Tourismuseinnahmen zu sichern und die Attraktivität der Destinationen zu steigern. 133,5 Millionen Bruttoumsatz spült der private Ferienimmobilienmarkt jährlich in die hessischen Kassen. 80,20 Euro gibt ein Ferienhausgast pro Tag für Einkäufe,

Verpflegung und Freizeitaktivitäten am Urlaubsort aus. „Ferienwohnungen sind ein bedeutender Wirtschaftsfaktor für Deutschland“, sagt Aye Helsig, Regional Director Central Europe FeWo-direkt und Vorstandsmitglied des Deutschen Ferienhausverbands. „Urlauber schätzen die komfortable und flexible Form der Unterbringung. Auch Großstädte gewinnen dadurch an Attraktivität. Insbesondere Familien finden in einer Ferienwohnung optimale Verhältnisse, die sich in einem Hotel häufig nicht oder nur zu einem erheblich höheren Preis umsetzen lassen.“ Und Konkurrenz belebt das Geschäft: Gerade in Frankfurt sind günstige Übernachtungsplätze rar. Ferienwohnungen sorgen hier für Bewegung am Markt. Das ist auch im Interesse der Verbraucher.

Bestandsschutz sichern und neue Projekte zulassen
Ferienwohnungen stellen für Vermieter ein wichtiges Finanzierungsstandbein für das eigene Investitionsvorhaben oder die Altersvorsorge dar. Das Eigentum ist, ebenso wie die freie Berufswahl, ein geschütztes Gut. Vermieter haben sich durch Ferienwohnungen einen Haupt- oder Nebenerwerb aufgebaut, sichern damit die Finanzierung ihrer eigenen Immobilie oder ihre Altersversorgung. Manch privates Bauvorhaben lässt sich nur finanzieren, wenn Einnahmen aus der Kurzzeitvermietung fließen. Der Deutsche Ferienhausverband und FeWo-direkt setzen sich dafür ein, dass bestehende Ferienwohnungen Bestandsschutz genießen und kleine, gewerbliche Vermieter nicht schlechter gestellt werden als andere Freiberufler, die ebenfalls Wohnraum für berufliche Zwecke nutzen. „Statt ein kategorisches Verbot auszusprechen, geht es uns darum, bei den Entscheidungen Augenmaß zu wahren und auch zukünftigen Projekten offen gegenüber zu stehen“, ergänzt Helsig. “Ferienwohnungen leisten einen wichtigen Beitrag für die Tourismusvielfalt in Deutschland und sichern Existenzen von privaten und gewerblichen Vermietern.“ Eine Sonderregelung ist aus Sicht des Ferienhausverbands und FeWo-direkt nicht notwendig. Auch jetzt schon haben Kommunen die Möglichkeit, Nutzungsänderungen zu widersprechen. Das gilt für Kanzleien oder Arztpraxen und ebenso für Ferienwohnungen.

Ferienwohnungen können das Problem der Wohnungsknappheit nicht lösen
In den Ballungszentren Hessens herrscht Wohnungsknappheit. Bis 2040 existiert ein Gesamtbedarf von 517.000 Wohnungen, wie eine Studie des Institut Wohnen und Umwelt1 bescheinigt. Allein in Frankfurt am Main fehlen bis dahin 106.000 Wohnungen. Dem gegenüber stehen aktuell rund 1.000 Angebote auf Sharing-Portalen (Quelle: Studie GBI AG 2016) und etwa 500 Privatzimmer und Appartements, die eine Genehmigung zur Vermietung an Feriengäste haben. Ferienwohnungen haben lediglich einen Anteil von 0,25 Prozent am Gesamtmarkt der Mainmetropole mit 375.000 Wohnungen. „Uns ist es ein wichtiges Anliegen auf die Unverhältnismäßigkeit hinzuweisen, wenn vornehmlich Ferienwohnungen verboten werden“, sagt Michelle Schwefel vom Deutschen Ferienhausverband. „Erfahrungen aus anderen Städten wie Hamburg zeigen, dass der Effekt gering und der Verwaltungsaufwand hoch ist.“ Offen bleibt auch die Frage, wie viele Ferienwohnungen bei einem Verbot überhaupt dem Wohnungsmarkt zur Verfügung stünden. „Viele Zweitwohnungen werden nur gelegentlich oder bei eigener Abwesenheit vermietet“, sagt Schwefel. „Diese müssten von vorneherein von einer gesetzlichen Regelung ausgenommen werden. Teilweise sind die Wohnungen in ihrer Ausstattung nicht auf eine Langzeitvermietung ausgelegt. Es ist zu erwarten, dass der Effekt auf den Wohnungsmarkt gering ausfallen wird. Daher sollte hier genau geprüft werden, welche Auswirkungen ein Verbot für den Markt hätte und ob das angesichts des eingeschränkten Nutzens verhältnismäßig wäre.“
Über den Deutschen Ferienhausverband e. V.

Der Deutsche Ferienhausverband mit Sitz in Berlin wurde im Dezember 2013 gegründet und ist mit 17 Mitgliedern Deutschlands größter Branchenverband im Ferienhaussegment. Ziel des Verbands ist es, die Interessen der Ferienimmobilienbranche gegenüber Wirtschaft und Politik zu vertreten und Urlaubern durch die Entwicklung einheitlicher Qualitätsstandards Hilfestellung bei der Online-Buchung von Feriendomizilen an die Hand zu geben. Weitere Informationen unter www.deutscher-ferienhausverband.de

1 (Quelle https://www.frankfurt.de/sixcms/media.php/738/wob_2040_20052016.pdf).

 

Pressekontakt:
Janina Roso, Tel.: + 49 (0) 69 – 80 88 – 40 92
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FeWo-direkt
Baseler Straße 10
60329 Frankfurt am Main

Michelle Schwefel, Tel. 01 51 – 68 13 90 93
E-Mail: presse@deutscher-ferienhausverband.de
Deutscher Ferienhausverband e. V.
Rhabarberweg 25 a
12357 Berlin

 
Über FeWo-direkt

FeWo-direkt ist Deutschlands Nummer 1 in der Online-Ferienhausvermietung und eine 100-prozentige Tochter des weltweiten Marktführers HomeAway, Inc. (www.homeaway.com). Unter der Dachmarke HomeAway sind die führenden Ferienhausportale in Europa, Australien und Amerika vereint. Damit bildet die HomeAway-Familie ein globales Netzwerk für private Ferienhausvermieter und Urlauber. Mehr als zwei Millionen einzigartige Unterkünfte in 190 Ländern stehen im HomeAway-Netzwerk weltweit zur Auswahl. Weitere Infos unter
www.fewo-direkt.de





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