Geschrieben von PREGAS Presseportal, Donnerstag, 26. Oktober, 2017

Bayerischer Gastgebertag 2017 sendet Signal der Stärke und Entschlossenheit – Bayerisches Gastgewerbe ist Wirtschaftsmotor der Regionen

Inselkammer fordert flexiblere Arbeitszeiten gemäß EU-Verordnung, gleiche Steuern für Essen sowie eine Entlastung von Kleinbetrieben hinsichtlich bürokratischer Auflagen / Söder sichert Gastgewerbe Unterstützung zu und lobt Wettbewerb aus

(PREGAS) (Bad Kissingen) Die Flexibilisierung des Arbeitszeitgesetzes, gleiche Steuern für Essen sowie Entbürokratisierung waren die drei Hauptthemen beim 1. Bayerischen Gastgebertag im Bad Kissinger Arkadenbau. Rund 600 Hoteliers und Gastronomen aus ganz Bayern waren in der unterfränkischen Kurstadt zusammengekommen, um einen Tag über die Zukunft des Gastgewerbes zu debattieren. Hauptredner war der Bayerische Finanz- und Heimatminister Dr. Markus Söder, der die Bedeutung des Gastgewerbes für den Erfolg Bayerns aufzeigte.

Angela Inselkammer, Präsidentin des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbandes DEHOGA Bayern, ging in ihrer Rede auf die Systemrelevanz von Hotellerie und Gastronomie für Bayern ein. In der Branche, die Hauptleistungsträger der Leitökonomie Tourismus ist, arbeite mittlerweile jeder 20. Erwerbstätige des Freistaats. Besonders in dünn besiedelten und strukturschwachen Regionen ist das Gastgewerbe besonders wichtig: Es trägt dort überdurchschnittlich zur Beschäftigung bei und schafft gleichwertige Lebensbedingungen. In Hinblick auf die anstehenden Koalitionsverhandlungen forderte Inselkammer in Richtung Söder: „Flexibilisieren Sie das Arbeitszeitgesetz so, wie sie die EU-Richtlinie vorsieht. Schaffen Sie ein weniger bürokratisches Umfeld, das wieder mehr selbstverantwortliches Handeln zulässt. Insbesondere Kleinst- und Kleinbetriebe müssen vor bürokratischen Überbelastungen geschützt werden. Und stellen Sie faire Wettbewerbsbedingungen her, gleiche Steuern auf Essen sind überfällig. Es muss endlich etwas bei uns ankommen.“

Söder stellte sich auf Seite der Branche und versprach sich für weniger Bürokratie einzusetzen, zugleich forderte er „fundamentale Änderungen“ bei den Dokumentationspflichten. Er wolle für einen Richtungs- und Gesinnungswechsel bei Kontrollen eintreten. „Einzelne Schwarze Schafe dürfen nicht die Richtung der Überprüfungen bestimmen“, so der Minister wörtlich. Hinsichtlich der unterschiedlichen Besteuerung von Essen gab Söder zu, dass Wirte eindeutig benachteiligt seien. Zugleich vermutete er, dass Änderungen auf diesem Gebiet bei anderen Parteien auf wenig Zustimmung treffen dürfte. Um die Bedeutung der Branche für Bayern aufzuzeigen, kündigte er an, einen Wettbewerb auszuloben, der die 100 besten bayerischen Dorfwirtschaften prämieren soll.

In seinem Statement stellte DEHOGA Bayern-Landesgeschäftsführer Dr. Thomas Geppert fest: „Die gastronomische Vielfalt zeichnet Bayern aus, doch sie ist in Gefahr. Jeder kommt auf die Idee, Essen, Wohnraum und Veranstaltungsräume anzubieten. Und dies nicht selten zu deutlich besseren Rahmenbedingungen als sie für professionell aufgestellte, steuerzahlende Betriebe gelten. Es ist Zeit, sich verloren gegangene Märkte zurück zu holen. Die Branche hat Zukunft. Will man die ländlichen Regionen stärken, muss man das Gastgewerbe stärken.“

Nach einer branchenpolitischen Grundsatzrede von Guido Zöllick, Präsident des DEHOGA Bundesverbandes, der die Erwartungen des Gastgewerbes an die neue Bundesregierung deutlich auf den Punkt brachte, moderierte AHGZ-Chefredakteur Rolf Westermann eine hochkarätig besetzte Expertenrunde mit den tourismuspolitischen Sprechern aller im Bayerischen Landtag vertretenen Parteien zum Thema „Nach der Wahl ist vor der Wahl: Was wäre das Tourismusland Bayern ohne Gastgewerbe?“ Mit auf dem Podium: Jutta Widmann, von den Freien Wählern, Martina Fehlner, von der SPD, Ulrich Leiner, von Bündnis 90/Die Grünen sowie Klaus Stöttner, von der CSU.

In einer zweiten Expertenrunde zeigte Andreas Türk, Chefredakteur des Gastgewerbe Magazins, in einem Gespräch mit erfolgreichen Unternehmern auf, welche Erfolgsfaktoren auf den eigenen Betrieb übertragbar sind. Gesprächspartner waren dabei Barbara Glauben-Woy und Bernd Glauben, vom Coburger Romantik Hotel Goldene Traube, Preisträger des Deutschen Gastronomiepreises in der Kategorie „Food“, Ben Förtsch, vom Creativhotel Luise in Erlangen, Preisträger des ADAC Tourismuspreises Bayern 2017 – Sonderpreis Nachhaltigkeit sowie der Nürnberger Klaus Wünsch, Mitgründer der Kommunikationsplattform Foodtrucks Deutschland.

Umrahmt wurde der Kongress durch Fachvorträge zu den Themen „Digitale Gästebetreuung“, „Mit „E-Mobilität“ neue Gäste gewinnen“, „Strategisches Revenue Management“ und „Personalkosten bewusst steuern“ sowie einer begleitenden Ausstellung von gastgewerblichen Dienstleistern und Zulieferbetriebe.

Der nächste Bayerische Gastgebertag wird am 16. Oktober 2018 in Regensburg stattfinden.





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