Geschrieben von Alon Dorn, Montag, 15. Februar, 2016

Zimmer-Renovierung: Eine Investition in die Zukunft

(PREGAS/Alon Dorn) Wollen Hoteliers ihren Betrieb langfristig erfolgreich aufstellen, müssen sie darauf achten, dass die Zimmer immer modernen Ansprüchen genügen. Die Gäste spüren nämlich, ob sich ein Hotel auch auf dieser Ebene um sie bemüht.

Die Hotellerie ist eine recht schnelllebige Branche. Die Gäste wollen immer wieder neu angesprochen und begeistert werden. Wem dies als Hotelier nicht gelingt, wird auf Dauer Schwierigkeiten bekommen und sein Produkt nicht mehr verkaufen können. Das beginnt bei der Vermarktung auf den verschiedenen Kanälen und reicht bis zur Zimmergestaltung. Legt ein Hotelier darauf keinen Wert, darf er sich nicht wundern, bleiben früher oder später die Gäste aus – denn kaum ein Reisender, sei er privat oder geschäftlich unterwegs, will in Räumen nächtigen, in denen selbst der Holzwurm keinen Spaß an den Möbeln hat, deren Wandfarbe aus Altersgründen irgendwo zwischen Gelb, Eierschale und Grau changiert und deren leicht muffiges Klima beim Einschlafen hilft. Ein Hotel, das den Anspruch hat, mit seinen Gästen in eine langfristige Zukunft zu gehen, muss auch seine Zimmer immer auf einem aktuellen Stand halten. Nach etwa einem Jahrzehnt Lebenszeit ist es der Erfahrung nach notwendig, sich um die Renovierung zu kümmern, denn dann beginnt der Zustand, der noch recht freundlich als „abgewohnt“ zu bezeichnen ist.

Das bedeutet, dass der Inhaber regelmäßig Geld investieren muss, um mit den Zimmern punkten zu können. Natürlich ist das ein Punkt, der Unternehmer oftmals davon abhält, sich um die Renovierung zu bemühen. „Das geht schon noch, die Gäste kommen doch ohnehin!“, ist ein Satz, der dann oft zu hören ist. Aber das ist ein Fehler. Denn zum einen zeigt sich darin eine problematische Wahrnehmung auf die Gäste, die nicht wirklich wertgeschätzt werden. Und zum anderen ist ein Unternehmer immer gefordert, notwendige Investitionen ins eigene Hotel zu ermöglichen, sei es durch strategische Rückstellungen aus den Umsätzen oder durch eine stabile Partnerschaft mit der Bank. Wem das nicht gelingt, ist in der unternehmerischen Substanz bedroht, denn er spart an der falschen Stelle und versucht auf Kosten der Zukunft, die Gegenwart zu finanzieren.

Natürlich ist ein Umbau mit weiteren Aufgaben verbunden – er muss mit professionellen Partnern aus den benötigten Gewerken und möglicherweise einem Architekten sinnvoll koordiniert werden, um die Belastung und die Einschränkungen im Alltag so gering wie möglich zu halten. Wichtig ist, eine tendenziell belegungsschwache Zeit für die Aktivitäten auszuwählen. Wenn Zimmer ohnehin nicht verkauft sind, können sie auch renoviert werden. Und die Gäste fühlen sich nicht durch unausweichlichen Lärm und Schmutz gestört. Zeitreihen- und tagesgenaue Umsatzvergleiche beispielsweise der vergangenen drei Jahre können ein gutes Bild davon liefern, wann das Hotel wie ausgelastet war. Dies lässt sich dann in der allermeisten Fällen auch auf die Zukunft übertragen und erleichtert die Wahl des richtigen Zeitpunkts.

Ein Hotelier sollte sich beim Umbau freilich auf den eigenen Geschmack verlassen. Er kennt seinen Betrieb und weiß, wohin es gehen und was die Zimmer aussagen sollen. Er sollte aber nicht mit Scheuklappen unterwegs sein, sondern sich Impulse holen, sei es auf Messen, bei Herstellern oder auch bei anderen Hoteliers, die gerade ihr Haus neu gestaltet. Dort kann man dann in vielen Fällen erleben, wie moderne, zeitgemäße Ausstattung aussehen kann und diese Ideen für den eigenen Betrieb adaptieren und ans Konzept anpassen.

Wichtig: Der Inhaber sollte sich nicht modernen Anforderungen erwehren, zum Beispiel: Nur weil dem Inhaber das Thema WLAN nicht wichtig ist, heißt das nicht, dass die Gäste ebenfalls keinen Wert darauf legen, kabellos und kostenlos ins Internet zu gehen. Freies WLAN sollte in jedem Zimmer selbstverständlich sein! Der Verzicht darauf kostet definitiv Gäste, sowohl im privaten als auch im geschäftlichen Sektor.

Bildrechte: Robert Kneschke/Fotolia

 

Über den Gastautor:

Alan Dorn 300 x 300

Alon Dorn führt gemeinsam mit seiner Frau Berit das Drei-Sterne-Boutique-Hotel Berial (www.hotelberial.de) in Düsseldorf direkt am Hofgarten. Die Inhaber haben einen Teil der Zimmer kurz vor Weihnachten renoviert. Die 40 Einzel- und Doppelzimmer sind mit sehr modernen Stücken vom Designerlabel Cocoon eingerichtet – und kostenloses WLAN ist natürlich im ganzen Hotel und auf allen Zimmern verfügbar.





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