Geschrieben von Sascha Wortmann, Mittwoch, 26. Juli, 2017

Vermögen: Auf den Faktor Zeit setzen

(PREGAS/Sascha Wortmann) Unternehmer im Gastgewerbe können sich gar nicht früh genug um ihr Ruhestandseinkommen kümmern. Wer dies versäumt, kann sich dem Risiko einer erheblichen Einkommenslücke aussetzen.

Planung ist alles im Leben – gerade für Unternehmer. Marketing, Personal, Steuern, Investitionen: Hoteliers und Gastronomen müssen viele Bereiche ständig im Blick behalten und strategisch mit viel Augenmaß vorgehen. Das tun sie auch, um erfolgreich zu sein. Aber die Erfahrung zeigt oft, dass Unternehmer im Gastgewerbe dafür ihre privaten Finanzthemen oft vernachlässigen. Das gilt besonders für das Ruhestandseinkommen. Hoteliers und Gastronomen schieben diese wichtige Entscheidung gerne auf unter dem Motto „Dafür ist doch noch Zeit!“.

Doch irgendwann rückt diese Zeit extrem nahe – und dann ist die Gefahr, dass das Kind in den Brunnen gefallen ist, groß. Wer sich nicht frühzeitig um sein Ruhestandseinkommen kümmert, kann sich dem Risiko aussetzen, eine dicke Einkommenslücke verkraften zu müssen. Gerade bei Unternehmern, die keinerlei gesetzliche Ansprüche haben und vielleicht planen, das Hotel oder die Gaststätte innerhalb der Familie zu übertragen, kommt es darauf an, frühzeitig über ein Konzept zur Verfügung, den verdienten Ruhestand finanziell abzusichern.

Man kann leicht errechnen, was passiert, wenn der Unternehmer diesen notwendigen Schritt versäumt. Angenommen, er hat einen Kapitalbedarf von 4000 Euro monatlich, den er auch im Ruhestand weiterführen möchte. Wenn er mit beispielsweise 68 aus der Unternehmensführung ausscheidet und mit 20 Jahren Ruhestand plant, benötigt er zur Finanzierung 960.000 Euro. Das ist fast eine Million Euro, und dieses Geld muss irgendwo herkommen. Vor allem eben dann, wenn kein Erlös aus einem Unternehmensverkauf zur Verfügung steht und die nachrückende Generation auch nicht in der Lage ist, dieses Kapital jeden Monat aus dem Cash Flow zur Verfügung zu stellen. Zudem darf er das Langlebigkeitsrisiko nicht außer Acht lassen: Ein fünf Jahre längeres Leben führt zu einem Mehrbedarf von 190.000 Euro.

Woher kommt also dieses Geld? Keine Frage, es muss privat angespart werden. Aber wie? Über herkömmliche Produktlösungen von Bank oder Versicherung? Wohl eher nicht: Diese sind teuer, inflexibel und oftmals Performance-schwach. Deshalb sollten Hoteliers und Gastronomen davon eher Abstand nehmen. Im Fokus stehen langlaufende Lösungen, die bei maximaler Sicherheit bestmögliche Rendite erwirtschaften können, nicht zu hohen Gebühren führen und an die jeweilige Lebenssituation angepasst werden können.

Die Zeit spricht für den Unternehmer. Wer mit 35 Jahren mit der Ansparphase beginnt und Monat für Monat über 30 Jahre hinweg 1000 Euro in eine eher defensive Anlagestruktur einzahlt, erhält bei einem durchschnittlichen Zins von drei Prozent auch aufgrund des Zinseszinseffektes am Ende mehr als 580.000 Euro heraus – eingezahlt hat er 360.000 Euro. Wer nur 15 Jahre Zeit hat, muss für ungefähr die gleiche Endsumme jeden Monat 2600 Euro einzahlen oder aber, um mit 1000 Euro monatlich auszukommen, 15 Prozent Zinsen pro Jahr erwirtschaften. Das ist selbst mit großer Risikofreude so gut wie unmöglich. Das zeigt, dass ein (zu) später Einstieg das Ruhestandseinkommen gefährdet.

Je eher der Unternehmer zu der Erkenntnis kommt, dass er etwas tun muss, desto eher kann er mit der Geldanlage starten. Ausgangspunkt ist in jedem Falle ein detailliertes Planungsgespräch mit einem versierten Berater. Das verhindert böse Überraschungen bei der Auswahl der Anlageinstrumente.

 

Über den Gastautor:

Sascha Wortmann

Sascha Wortmann ist Inhaber der Wortmann Finanzen & Beratung (www.wortmann-fin.de) in Mönchengladbach und berät private und institutionelle Anleger bei allen Fragen rund um Finanzen und Versicherung. Dabei konzentriert er sich mittels individueller Lösungen besonders auf Aufbau und Absicherung von Vermögen und berät Anleger bei der langfristigen Strukturierung ihres Kapitals. Sascha Wortmann begleitet seine Kunden eng und sucht regelmäßig das Gespräch – auch um das Bauchgefühl bei allen

 





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