Geschrieben von Tim Banerjee, Freitag, 29. Juli, 2016

Transaktionen: Den Kauf absichern

(PREGAS/Tim Banerjee) Hoteliers und Gastronomen sollten einen Unternehmenskauf nicht auf die leichte Schulter nehmen – auch wenn sie den Verkäufer kennen. Schludrigkeiten können teuer werden. Unternehmer können sich aber mithilfe einer M&A-Versicherung der generellen Due Diligence-Prüfung gegen Risiken absichern.

Viele mittelständische Unternehmen gehen häufig einem Missverständnis auf den Leim. Sie unterschätzen ihre wirtschaftlichen Aktivitäten. Regelmäßig lässt sich dies bei Unternehmenstransaktionen (M&A – Mergers & Acquisitions) beobachten. Während Banken und Berater eine enorme Expertise vorhalten, um Unternehmern hinsichtlich von Käufen, Verkäufen und Fusionen bestmöglich zu unterstützen (auch im kleinen und mittleren Segment), neigen Eigentümer dazu, diesen Vorgang als banal abzutun. „Ich kaufe doch nur die Gaststätte von Klaus, der aus Altersgründen aufhört. Da ist doch nichts dabei, wir kennen uns schon sehr lange, und Klaus will auch gar nicht viel Geld dafür haben!“ In der Praxis hört man dies immer wieder – aber natürlich ist das ein Trugschluss.

Denn auch wenn der Unternehmenskauf beziehungsweise -verkauf zwischen bekannten Parteien von Statten geht, bestehen natürlich Risiken. Da geht es um offene Steuerforderungen und Rechtsstreitigkeiten des zu erwerbenden Unternehmens, laufende Verfahren mit Kartell- oder anderen Behörden und vieles andere mehr, sei es im Arbeits-, Sozial- oder Immobilienrecht. Wer dies nicht auf dem Radar hat, kann böse in die Falle tappen. Nicht nur, dass er möglicherweise einen Betrieb in Schwierigkeiten erwirbt, von denen er nichts wusste, und dann für die Restrukturierung gerade stehen muss; er wird sich womöglich auch Forderungen Dritter hinsichtlich der Verletzung der kaufmännischen Sorgfaltspflicht ausgesetzt sehen. Es gibt aber zwei Wege, wie der Unternehmer Transaktionsrisiken reduzieren kann.

Zum einen ist dies die Due Diligence-Prüfung, also die detaillierte Überprüfung eines Unternehmens besonders hinsichtlich seiner wirtschaftlichen, rechtlichen, steuerlichen und finanziellen Verhältnisse: „Ziel einer Due Diligence ist es, sich so weit wie möglich abzusichern, dass die Annahmen und Voraussetzungen, auf die sich ein Kaufangebot für ein Unternehmen bezieht, zutreffen und alle relevanten Risiken identifiziert worden sind.“ (Gabler Wirtschaftslexikon)

Zum anderen kann sich der Käufer vom Verkäufer auch Garantien geben lassen. Der Garantiekatalog regelt spezifische Garantieversprechen des Verkäufers im Hinblick auf den operativen Geschäftsbetrieb, und der Verkäufer haftet für die Erfüllung der Garantien beispielsweise bis zur Höhe des Kaufpreises, je nach vertraglicher Regelung. Kurzum: Er gibt Sicherheiten für die störungsfreie Abwicklung der Transaktion.

Nun garantiert aber auch der beste Katalog dem Verkäufer keinen Schadenersatz für Probleme, die bei der Due Diligence-Prüfung und den Vertragsverhandlungen unentdeckt geblieben sind oder die der Verkäufer absichtlich verschwiegen hat, beispielsweise Bilanzfälschungen. Um sich vor solchen Risiken zu schützen, bieten zahlreiche Versicherer spezielle Versicherungslösungen für Unternehmenstransaktionen an, sogenannte M&A-Versicherungen. Damit werden Käufer für Verluste aufgrund nicht erfüllter Garantien entschädigt, die vom Sicherheitsgeber, also dem Verkäufer, im Unternehmenskaufvertrag vereinbart wurden.

Natürlich, eine M&A-Versicherung kostet Geld – aber die unentdeckten und damit im Katalog nicht abgesicherten Risiken können noch viel teurer werden. Deshalb ist auch bei kleinen Transaktionen dringend dazu geraten, neben einem versierten M&A-Anwalt auch die Versicherungsthematik zu fokussieren.

Bildrechte: Coloures-pic/Fotolia

 

Über den Gastautor:

tim banerjee 300

Tim Banerjee ist Rechtsanwalt und namensgebender Partner bei Banerjee & Kollegen, einer Sozietät von Rechtsanwälten in Mönchengladbach, die sich auf die umfassende zivil- und wirtschaftsrechtliche Beratung und Begleitung von Mandanten spezialisiert hat. Weitere Informationen unter www.banerjee-kollegen.de.





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