Geschrieben von Burkhard Küpper, Mittwoch, 19. August, 2015

Steuerberaterwechsel richtig angehen

(PREGAS/B.K.) Wer mit seinem Steuerberater nicht mehr zufrieden ist, sollte keine falsche Nibelungentreue walten lassen. Denn das kann viel Geld kosten. Hoteliers und Gastronomen sollten jedoch einige wichtige Punkte beachten, um den Wechsel erfolgreich zu gestalten.

Das Verhältnis zum Steuerberater ist ein sehr stabiles, langfristiges. Die allermeisten Unternehmen stehen treu zu ihrem Steuerberater, durchleben mit ihm geschäftliche Höhen und Tiefen und sehen ihn als ihren wichtigsten Vertrauten an, mit dem sie unternehmerische Szenarien durchspielen, Investitionsmöglichkeiten entwickeln und der sie in der generellen betriebswirtschaftlichen und steuerlichen Optimierung unterstützt.

Doch nicht immer sind die Lösungen eines Steuerberaters richtig und können mitunter zu schwerwiegenden wirtschaftlichen Verlusten führen. Etwa dann, wenn die Finanzbehörden hohe Betriebsausgaben nicht anerkennen oder die Bank wegen einer nachteilig aufgestellten Bilanz die notwendige Unternehmensfinanzierung ablehnen. Das kommt immer wieder vor, wie man im Markt und von Mandanten hört – aber die Betroffenen scheuen sich vielfach davor, aus solchen Fehlentscheidungen des Steuerberaters Konsequenzen zu ziehen und ihm das Mandat zu entziehen. Zu groß sei der Aufwand, außerdem kenne man sich doch seit vielen Jahren, und bestimmt sei das nur ein einmaliger Ausrutscher. Das sagen selbst gestandene Hoteliers und Gastronomen, die sich eigentlich vor nichts fürchten – außer eben vor dem Wechsel des Steuerberaters.

Dabei ist das natürlich kein Hexenwerk. Der Wechsel von der einen zur anderen Kanzlei funktioniert in der Regel übergangslos. Wichtig ist nur, dass Ehrlichkeit und Transparenz vorherrschen. Der bisherige Steuerberater sollte frühzeitig über den Wechselwillen informiert werden, damit alle Unterlagen und Informationen an den neuen Berater übertragen werden können. Nur so ist ein nahtloser Anschluss in der Beratung und Begleitung möglich, und es entstehen keine möglicherweise kritischen Lücken, in der Fristen nicht eingehalten werden können beziehungsweise wichtige Themen liegen bleiben.

Entscheidend kann der Zeitpunkt des Wechsels sein. Wer einen neuen Steuerberater sucht, sollte sich vor den wichtigen Stichtagen darum kümmern. Denn der Herbst ist eine wichtige Phase für das auslaufende und neue Jahr zugleich. Unternehmer müssen in diesen Monaten gemeinsam mit ihren Steuerberatern über das laufende Jahr, die geschäftliche Entwicklung und die Bilanz sprechen. Stichtag für die Bilanz ist ja in der Regel der 31. Dezember, und diese Zahlen sind dann für die Banken wichtig, damit es beispielsweise bei Kreditlinien keine Schwierigkeiten gibt. Versierte Steuerberater können ja schon jetzt an den Bilanzen ablesen, an welchen Stellen Optimierungsbedarf besteht. Wenn etwas falsch läuft, ist noch bis zum 31. Dezember Zeit, die Dinge zu korrigieren. Rückwirkend aber werden sich Probleme kaum revidieren lassen.

Es ist immer wieder festzustellen, dass Unternehmer sich zu spät um „offene Baustellen“ in Bilanz und Co. kümmern oder zu unbedarft an verschiedene Dinge herangehen. Wer beispielsweise einen Immobilienkauf plant, sollte nicht einfach zuschlagen oder aufs nächste Jahr warten, sondern transparent mit seinen Steuerberatern diskutieren, wann der richtige Zeitpunkt ist. Ein solcher Kauf kann sich je nach steuerlicher Situation zum jetzigen oder späteren Zeitpunkt lohnen. Wichtig ist, solche Dinge zeitig mit den Beratern zu besprechen, um Fehler zu vermeiden.

Über den Gastautor:

Burkhard Küpper_mittel

Burkhard Küpper ist geschäftsführender Gesellschafter der auf gewerbliche Mandate spezialisierten Steuerberatungsgesellschaft Albers mbH aus Düsseldorf (www.steuerberatung-albers.de). Die Gesellschaft begleitet mittelständische Unternehmen aus ganz Deutschland bei allen steuerlichen und betriebswirtschaftlichen Fragen und besitzt besondere Kompetenzen in der Restrukturierung von Unternehmen.





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