Geschrieben von Burkhard Küpper, Donnerstag, 15. Juni, 2017

Steuerberater: Mehr als nur Deklaration

(PREGAS/Burkhard Küpper) Hoteliers und Gastronomen sollten alle Kompetenzen des Steuerberaters nutzen, um ihren Geschäftserfolg zu erhöhen. Gerade bei strategischen betriebswirtschaftlichen Fragestellungen kann er gute Dienste leisten.

Der Steuerberater ist für viele Unternehmer der engste Vertraute. Er kennt die wirtschaftliche Entwicklung, die steuerlichen Pflichten und die Substanz. Aber dennoch zeigt die Praxis, dass so mancher Unternehmer das Potenzial seines Steuerberaters bei weitem nicht ausschöpft. Der Berater wird dann tatsächlich nur die Steuerdeklaration und die Finanz- und Lohnbuchhaltung herangezogen – er arbeitet also alltägliche Aufgaben ab. Aber die Möglichkeit, aktiv die Potenziale des Hotels oder Restaurants mit zu entwickeln und Erfolg und Zukunft zu gestalten, wird ihm oftmals nicht gegeben.

Dabei kann der Steuerberater einem gastgewerblichen Unternehmer auch bei vielen weiteren Fragestellungen als versierter Partner zur Seite stehen. Vorausgesetzt, der Steuerberater ist betriebswirtschaftlich kompetent und richtet seine Arbeit nicht rein fiskalisch aus – also auf die Erfüllung der Pflichten des Unternehmens gegenüber den Finanzbehörden. Und er sollte die Branche verstehen, wissen, worauf es in Hotellerie und Gastronomie ankommt, wie sich die wichtigen Kennziffern zusammensetzen und welche wirtschaftlichen Notwendigkeiten Gastronomen und Hoteliers regelmäßig haben können.

Ein Beispiel für die betriebswirtschaftliche Beratung durch den Steuerberater ist die Finanz- und Ertragsplanung. Als Experte für Buchhaltung, Bilanzierung und Rechnungswesen müssen Steuerberater die Mandanten bei der Finanz- und Ertragsplanung unterstützen, um die Unternehmen dauerhaft in der Gewinnzone zu halten. Er erstellt für seine Mandanten unter anderem einen monatlichen Soll-Ist-Vergleich, um die Prognosen mit den tatsächlichen Erträgen abzugleichen. So wissen Berater und Mandant immer, wo das Unternehmen steht, was sich wie entwickelt hat und ob er seine Planungen für das Jahr auf Liquiditäts- und Kapitalbedarfsseite erfüllen kann oder ob eben Anpassungen und Neuausrichtungen notwendig sind.

Dies folgt dem Ansatz: Erst der Gewinn, dann die Steuern. Es hilft einem Unternehmer nichts, wenig Steuern zu zahlen – wenn er dafür auch keine Gewinne macht, keine Rücklagen bilden kann und in jedem schlechten Monat ins Straucheln gerät. Der Steuerberater begleitet den Unternehmer mit Weitblick dabei, die richtigen kaufmännischen Entscheidungen zu treffen, um so das Unternehmen dauerhaft auf der Erfolgsspur zu halten. Das können zum Beispiel Anpassungen in der Kostenstruktur sein, um die Erträge zu erhöhen. Wer bei einem Umsatz von 600.000 Euro nur zwei Prozent Kosten einspart, erhöht sein Jahresergebnis um 12.000 Euro – und damit auch sein Unternehmereinkommen (ob laufend oder über Ausschüttungen). Dies lässt sich durch Überprüfung und Anpassung von Versicherungen, Lieferkonditionen und anderen Verträgen erreichen. Und der betriebswirtschaftlich erfahrene Steuerberater erkennt Strukturen und Zusammenhänge, kann Pläne und Entscheidungen in die Rechtsprechung einordnen und jede Veränderung gleich als Szenario für die Ertrags- und natürlich auch Steuerseite errechnen. So sieht der gastgewerbliche Unternehmer zügig, welche Folgen die Veränderungen haben können und ob diese dementsprechend sinnvoll sind oder eben nicht.

Auch die Beratung bei größeren Strukturveränderungen spielt eine wichtige Rolle. Dazu gehört aktuell zum Beispiel die Erhöhung des Mindestlohns. Richtet sich ein Betrieb darauf nicht neu aus, kann dies richtig teuer werden und den Erfolg gefährden. Unternehmen müssen gemeinsam mit dem Steuerberater Strategien entwickeln, die zusätzlichen Kosten schultern zu können, ohne die betriebliche Substanz und das eigene Einkommen zu gefährden.

Das zeigt: Hoteliers und Gastronomen sollten alle Kompetenzen des Steuerberaters nutzen, um ihren Geschäftserfolg zu erhöhen.

Bildrechte: wsf-f/Fotolia
Über den Gastautor:

Burkhard_Küpper_300

Burkhard Küpper ist geschäftsführender Gesellschafter der auf gewerbliche Mandate spezialisierten Steuerberatungsgesellschaft Albers & Kollegen aus Hilden (www.steuerberatung-albers.de), der Faerber & Küpper Steuerberatungsgesellschaft aus Hilden (www.faerber-kuepper.de) und der KD Steuerberatungsgesellschaft aus Dortmund (www.steuerberatung-kd.de). Die Gesellschaften begleiten mittelständische Unternehmen aus ganz Deutschland – unter anderem Hoteliers und Gastronomen – bei allen steuerlichen und betriebswirtschaftlichen Fragen und besitzen besondere Kompetenzen in der Restrukturierung von Unternehmen. Ebenso arbeiten die Kanzleien mit einer Volldigitalisierung der Belege.





Beiträge von Gastautoren


Gestaltung und Produktion aus einer Hand

Artikel lesen

Alle Mitarbeiter stehen jeden Tag vor kommunikativen Herausforderungen

Artikel lesen

Fehlendes Engagement kostet Unternehmen bis zu 138 Milliarden Euro

Artikel lesen