Geschrieben von Burkhard Küpper, Dienstag, 1. August, 2017

Steuer und Co.: Zeit für Optimierungen einplanen

(PREGAS/Burkhard Küpper) Unternehmer sollten frühzeitig mit ihren Steuerberatern über das laufende Jahr, die geschäftliche Entwicklung und die Bilanz beziehungsweise den Jahresabschluss sowie die steuerlichen Pflichten sprechen. Das vermeidet Probleme.

Überraschungen sind eigentlich nichts Schlechtes. Wenn sie aber mit finanziellen Themen zusammenhängen, sind sie für die allermeisten Menschen durchaus verzichtbar. Da machen Hoteliers und Gastronomen keine Ausnahme. Auch sie wollen bestmögliche Planbarkeit für ihren Geschäftsbetrieb auf kaufmännischer Seite, vor allem natürlich hinsichtlich der Steuerbelastung, aber auch, was Bilanz etc. angeht.

Deshalb sollten Unternehmer frühzeitig mit ihren Steuerberatern über das laufende Jahr, die geschäftliche Entwicklung und die Bilanz beziehungsweise den Jahresabschluss sprechen. Zwar ist der Stichtag dafür der 31. Dezember – aber je eher Hoteliers und Gastronomen über die Details Bescheid wissen, desto eher können sie strategisch und operativ gegensteuern. Das gilt gerade dann, wenn auch schon Planungen fürs neue Jahr in Sichtweit kommen und dafür beispielsweise Investitionen notwendig werden.

Bilanz und Jahresabschluss sind dann für die Banken wichtig, damit es bei Kreditlinien keine Schwierigkeiten gibt. Wer deshalb einfach wartet, bis die Bilanz final erstellt worden ist, hat keine Möglichkeit zur Korrektur mehr. Betriebswirtschaftlich versierte Steuerberater können ja schon unterjährig an den Zahlen ablesen, an welchen Stellen Optimierungsbedarf besteht. Wenn etwas falsch läuft, ist noch bis zum 31. Dezember Zeit, die Dinge zu korrigieren. Rückwirkend aber werden sich Probleme kaum revidieren lassen. Deshalb muss so früh wie möglich gegengesteuert werden. Denn was es bedeutet, wenn die Bank einen notwendigen Betriebskredit versagt, kann jeder Unternehmer für sich selbst ermessen. Durch eine ordentliche Bilanz können Hoteliers und Gastronomen die Bank zum „Freund“ machen und dauerhaft an der Seite halten.

In dem Zusammenhang entsteht dann auch schon ein Bild, wie sich die steuerlichen Pflichten ausgestalten können. Reichen die Vorauszahlungen aus? Ist mit einer Nachzahlungs-„Bombe“ zu rechnen? Oder können die Vorauszahlungen vielleicht reduziert werden, weil die Gewinne niedriger sind als angenommen? Wer geplant vorgeht, wird keine böse Überraschung erleben und kann zugleich die Liquidität schonen. Zugleich vermeidet diese vorausschauende Arbeit Probleme mit Verspätungszuschlägen.

Wer zu lange mit der Einreichung der Unterlagen beim Steuerberater wartet, begibt sich ohne Not in eine problematische Situation: Wer seine Steuererklärung nicht verpflichtend bis zum Stichtag am 31. Dezember erledigt, riskiert erhebliche Verspätungszuschläge. Bis zu zehn Prozent der festgesetzten Steuer (nicht des Nachzahlungsbetrags) werden als Zuschlag fällig: Bei einer Körperschaftsteuerfestsetzung von 30.000 Euro, von denen 28.000 Euro bereits im Voraus gezahlt wurden, beträgt der mögliche Verspätungszuschlag 3.000 Euro. Ab dem Veranlagungsjahr 2018 wurde die Abgabefrist auf den 28. Februar des zweiten Folgejahres verlängert, aber dafür werden Verspätungszuschläge automatisch festgesetzt und es gibt eine neue Mindesthöhe für den Verspätungszuschlag von 25 Euro je angefangenem, verspätetem Monat.

Die Praxis zeigt aber, dass Unternehmer sich oft zu spät um „offene Baustellen“ in Bilanz und Co. kümmern oder zu unbedarft an verschiedene Dinge herangehen. Dafür ein Beispiel: Wer einen Immobilienkauf plant, sollte nicht einfach zuschlagen oder aufs nächste Jahr warten, sondern transparent mit seinen Steuerberatern diskutieren, wann der richtige Zeitpunkt ist. Ein solcher Kauf kann sich je nach steuerlicher Situation zum jetzigen oder späteren Zeitpunkt lohnen. Wichtig ist, solche Dinge mit den Beratern zu besprechen, um Fehler zu vermeiden.

 

Über den Gastautor:

Burkhard_Küpper_300

Burkhard Küpper ist geschäftsführender Gesellschafter der auf gewerbliche Mandate spezialisierten Steuerberatungsgesellschaft Albers & Kollegen aus Hilden (www.steuerberatung-albers.de), der Faerber & Küpper Steuerberatungsgesellschaft aus Hilden (www.faerber-kuepper.de) und der KD Steuerberatungsgesellschaft aus Dortmund (www.steuerberatung-kd.de). Die Gesellschaften begleiten mittelständische Unternehmen aus ganz Deutschland – unter anderem Hoteliers und Gastronomen – bei allen steuerlichen und betriebswirtschaftlichen Fragen und besitzen besondere Kompetenzen in der Restrukturierung von Unternehmen. Ebenso arbeiten die Kanzleien mit einer Volldigitalisierung der Belege.





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