Geschrieben von Sascha Wortmann, Mittwoch, 14. Dezember, 2016

Rückstellungen: Die GmbH finanziert den Ruhestand

(PREGAS/Sascha Wortmann) Gesellschafter-Geschäftsführer können sich selbst über ihre GmbH eine Pensionszusage geben, um ihr Ruhestandseinkommen zu sichern. Dafür ist aber eine professionelle Vertragsgestaltung nötig.

Der Betrieb wächst, weitere Hotels oder Restaurants kommen dazu, und unweigerlich steht dann die Gründung einer GmbH an. Darunter werden die Häuser haftungsbeschränkt geführt, und der Hotelier oder Gastronom ist auf einmal Gesellschafter-Geschäftsführer seiner GmbH – schließlich fungiert er als Eigentümer und operativer Chef zugleich. Dann steht auch regelmäßig die Frage nach der Altersabsicherung im Raum. Häufig sind GmbH-Gesellschafter-Geschäftsführer nicht (mehr) Mitglied der gesetzlichen Rentenversicherung, die Bestreitung des Ruhestandseinkommens über die gesetzliche Rente ist damit also nicht möglich.

Welche anderen Möglichkeiten existieren nun? Da wäre zum einen die eigene private Absicherung, von Rürup-Rente bis hin zu Fonds-Sparplänen oder anderen Konzepten. Damit kann ein Vermögen fürs Alter aufgebaut werden. Zum anderen kann der Gesellschafter-Geschäftsführer sich aber auch selbst über seine GmbH eine Pensionszusage geben. Damit verpflichtet sich die GmbH, ihrem Geschäftsführer auch über dessen Ausscheiden als Mitarbeiter hinaus eine Vergütung zu zahlen. Der Geschäftsführer muss also nicht selbst Versicherungen für das Alter abschließen, die er aus eigenem Gehalt zahlt, sondern die GmbH gibt ihm den entsprechenden Schutz für die Zeit nach der Berufstätigkeit. Das heißt konkret: Übergibt der Hotelier oder Gastronom dereinst sein Unternehmen an einen Nachfolger, stehen ihm dennoch Zahlungen zu, die die GmbH zu bestreiten hat.

Dafür kann die GmbH im Laufe der Berufstätigkeit des Gesellschafter-Geschäftsführers Rückstellungen bilden; sonst müsste sie später plötzlich Monat für Monat Zahlungen oder einmal eine große Zahlung leisten. Gerade im Gastgewerbe ist das aus laufenden Erträgen oder aus dem Betriebskapital oft nicht möglich, da sich die Höhe der Pensionszusage in der Regel am durchschnittlichen Einkommen des Gesellschafter-Geschäftsführers orientiert (üblich sind 75 Prozent).

Bei der Rückstellung für die Pensionszusage hingegen fließt keine Liquidität ab. Das Geld verbleibt schließlich zunächst im Unternehmen und wird erst benötigt, wenn der Gesellschafter-Geschäftsführer ausscheidet und das Geld abgefragt wird. Gleichzeitig spart die GmbH Steuern. Die Rückstellung wird steuerlich als Aufwand behandelt und mindert damit den zu versteuernden Gewinn der GmbH.

Vertraglich müssen einige Dinge beachtet werden, damit diese steuerliche Optimierung möglich ist. Erstens muss der Geschäftsführer einen rechtsverbindlichen Anspruch auf eine einmalige oder laufende Pensionsleistung erhalten. Zweitens darf die Pensionsleistung nicht von künftigen, gewinnabhängigen Bezügen abhängig sein, während es sich drittens nicht um eine rückwirkende Regelung handeln darf. Zudem dar fie Pensionszusage keine Leistungsvorbehalte enthalten, die dazu führen, dass der Arbeitgeber einseitig die Pensionszusage widerrufen kann. Ebenso muss die Pensionszusage schriftlich erteilt sein, darf zu keiner Überversorgung führen und muss Gesellschafter-Geschäftsführer und Fremdgeschäftsführer gleich behandeln. Das Pensionsversprechen muss für den Insolvenzfall abgesichert werden.

Die Gelder können flexibel investiert (und auch entnommen) werden; damit fungiert die Rückstellung gleichzeitig auch als Kapitalbildung. Wichtig ist, sich dafür fachkundige Beratung zu holen. Der Profi kennt die besten Investmentmöglichkeiten und verhindert Schwierigkeiten bei der Vertragsgestaltung.

Bild: © CrazyCloud/Fotolia

 

Über den Gastautor:

sascha-wortmann

Sascha Wortmann ist Inhaber der Wortmann Finanzen & Beratung (www.wortmann-fin.de) in Mönchengladbach und berät private und institutionelle Anleger bei allen Fragen rund um Finanzen und Versicherung. Dabei konzentriert er sich mittels individueller Lösungen besonders auf Aufbau und Absicherung von Vermögen und berät Anleger bei der langfristigen Strukturierung ihres Kapitals. Sascha Wortmann begleitet seine Kunden eng und sucht regelmäßig das Gespräch – auch um das Bauchgefühl bei allen Entscheidungen zu verbessern.





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