Geschrieben von Thomas Lenerz, Freitag, 17. Juni, 2016

Rendite wahren ohne schlaflose Nächte

(PREGAS/Thomas Lenerz) Unternehmer wollen in aller Regel nicht ihre Erträge bei der Geldanlage unnötig aufs Spiel setzen. Deshalb ist eine konsequente Risikominimierung in der Vermögensverwaltung oftmals wichtiger als die Gewinnmaximierung.

Hoteliers und Gastronomen sind Vollblutunternehmer, die sich jeden Tag dem Dienst an ihren Gästen mit Leidenschaft widmen. Gleichzeitig sind sie aber natürlich auch gefragt, ihr privates Vermögen nicht aus den Augen zu verlieren. Denn gesetzliche Zahlungen im Alter haben sie nicht zu erwarten, und den Überschuss der Erträge einfach in der Hoffnung auf irgendwann wieder eintretende bessere festverzinsliche Zeiten einfach auf dem Konto liegenzulassen, ergeben auch keinen Sinn. Dieses Vorgehen kostet den Unternehmer im Laufe der Zeit Geld, innerhalb von zehn Jahren kann das Vermögen bei einer auf (den immer noch niedrigen Satz von) zwei Prozent ansteigenden Inflation um ein Fünftel schrumpfen, wenn dagegen keine echten Erträge im Portfolio stehen.

Was heißt das jetzt für strategisch denkende Hoteliers und Gastronomen, die auf einen langfristigen Vermögensaufbau und Vermögenserhalt ausgerichtet sind? Sie sind gefragt, eine echte Vermögensstrategie aufzubauen und ihre Geldanlage so zu strukturieren, dass diese spürbare Erträge bringt und das Vermögen nicht nur gegen Inflationsrisiken schützt, sondern über die Jahre hinweg auch aufbaut. Pro Jahr zwischen zwei und drei Prozent Rendite zu erwirtschaften, ist mit der richtigen Strategie kein Problem, und der Anleger profitiert natürlich auch vom Zinseszinseffekt. Eine Beispielrechnung: Wer mit 40 Jahren 250.000 Euro anlegt und das Vermögen über 20 Jahre im Durchschnitt mit drei Prozent verzinst wird, erwirtschaftet mehr als 280.000 Euro zusätzlich. Und wer dazu noch über einen Sparplan jährlich 3000 Euro einzahlt, steht am Ende bei mehr als 630.000 Euro. Damit ist der Ruhestand mehr als sicher, auch ohne das Unternehmen zu verkaufen.

Dass das aber nicht einfach so geht, ist in der heutigen Zeit auch jedem bewusst. Um diese Vermögensziele zu erreichen, müssen sämtliche am Markt verfügbaren Instrumente eingesetzt werden, von Aktien über Unternehmensanleihen bis hin zu strukturierten Papieren. Wem das hinsichtlich Schwankungs- und Verlustrisiken den Angstschweiß auf die Stirn treibt: Das ist unnötig. Denn zum einen muss klar sein, dass es keine Rendite ohne Risiko gibt. Und zum anderen fasst ja eine professionelle Vermögensverwaltung immer auch das Risiko-Management mit ein – ein guter Verwalter wird niemals das Rendite-Risiko-Profil des Anlegers außer Acht lassen. Das Ziel muss immer sein: so viel Rendite wie möglich, aber ohne unruhige Nächte nach dem Börsenbericht vor der Tagesschau.

Deshalb hat sich in der Praxis eine Vorgehensweise als besonders erfolgreich herausgestellt. Das Portfolio wird nicht nach einer festen Quote gebildet, also beispielsweise 40 Prozent Aktien, 50 Prozent Renten und zehn Prozent Cash, was dann auf Teufel komme heraus durchgezogen wird. Sondern vielmehr entsteht die Zusammensetzung ausgehend vom Rendite-Risiko-Profil des Anlegers, durch die die Wunschrendite und ruhiger Schlaf gleichzeitig erreicht werden können. Und so kann das Portfolio dann zum Beispiel 70 Prozent Aktien und 30 Prozent Unternehmensanleihen beinhalten – aber eben unterlegt mit einem aktiven Risiko-Management.

Das bedeutet konkret, dass Investments im Aktienbereich etwa durch strukturierte Produkte wie z.B. Discount-Zertifikate investiert werden, um damit Renditechancen zu wahren, aber einem möglichen Preisverfall einer Aktie vorzubeugen. Das Verlustrisiko wird stark begrenzt und tritt es überhaupt ein, profitiert der Investor später vom Aufschwung des Papiers, denn aufgrund der besonderen Struktur von Discount-Zertifikaten geht die Aktie in seinen Besitz über. Dieses Vorgehen ermöglicht eine hohe Aktienquote mit einer spürbaren Risikoreduzierung bei aber akzeptabler Rendite

Diese Strategie forciert die Risikominimierung stärker als die Gewinnmaximierung. Aber die Erfahrung zeigt, dass dies am Markt sehr gut angenommen wird. Schließlich will ein Unternehmer nicht liquides Vermögen bei der Geldanlage unnötig aufs Spiel setzen.

Bildrechte: Gina Sanders/Fotolia

 

Über den Gastautor:

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Thomas Lenerz ist Direktor bei der I.C.M. Independent Capital Management Vermögensberatung Mannheim GmbH. Der banken- und produktunabhängige Vermögensverwalter hat sich auf die Verwaltung gehobener privater und semi-institutioneller Mandanten sowie Stiftungen spezialisiert. Seit 1999 am Markt, verwaltet I.C.M. mehrere hundert Millionen Euro an Anlegergeldern ausschließlich in individuellen Portfolios, in denen sämtliche am Markt verfügbaren liquiden Instrumente eingesetzt werden und die einem kontinuierlichen Risikomanagement unterliegen. Weitere Informationen: http://www.i-c-m-mannheim.de/





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