Geschrieben von Thomas Hünicke, Montag, 30. März, 2015

Passive Instrumente gewinnbringend einsetzen

(PREGAS/T.H.) ETFs, also börsennotierte Indexfonds, gewinnen an Beliebtheit. Sie sind kostengünstig, liquide und flexibel und verbuchen über die Jahre hinweg die gleichen Gewinne wie die Indizes, die sie abbilden.

Wie andere Unternehmer auch, stehen Hoteliers und Gastronomen vor der Herausforderung, für ihr Ruhestandseinkommen selbst zu sorgen. Keine gesetzliche Rentenversicherung, keine Betriebsrente schüttet monatlich Geld aus, um einen Senior-Unternehmer finanziell zu versorgen. Doch wie machen sie das am besten? Lebensversicherungen sind heutzutage keine wirklich lukrative Möglichkeit mehr, langfristig zu sparen, und überhaupt hat das Vertrauen in Banken- und Versicherungsprodukte in den vergangenen Jahren stark gelitten. Denn nicht allzu selten haben Finanzvertriebler und Kundenberater Produkte mit hohen Provisionen verkauft, die aber überhaupt nicht zu den Bedürfnissen der Investoren gepasst haben. Und vor der Börse haben viele Anleger schlichtweg Angst, obwohl die Ertragschancen für langfristig orientierte Anleger dort durchaus gut sind. Ein paar Zahlen zu dieser Entwicklung: Rund eine halbe Million Menschen trennten sich im Jahr 2014 von Aktien oder Anteilen an Aktienfonds. Trotz steigender Kurse an den Börsen sinkt die Zahl der Aktienanleger das zweite Jahr in Folge. Lediglich 8,4 Millionen Deutsche, das heißt rund 13 Prozent der Bevölkerung, sind am Aktienmarkt engagiert. Dies ist das Ergebnis der jüngsten Untersuchung des Deutschen Aktieninstituts zur Anzahl der Aktienbesitzer.

Doch was tun? Festverzinsliche Papiere ergeben kaum Sinn, da sie häufig nach Steuern und Gebühren nicht einmal die Inflation ausgleichen, und Immobilien sind aufgrund des gestiegenen Preisniveaus auch für die meisten Anleger keine Alternative. Ein gutes Instrument, das durch seine Renditemöglichkeiten, langfristige Ausrichtung und einfache Konstruktion immer mehr Anleger anzieht, sind passive börsennotierte Indexfonds, sogenannte ETFs (Exchange Traded Funds). Diese ETFs bilden Indizes ab, das bedeutet, dass ihr Vermögen nicht aktiv verwaltet und investiert wird, sondern es die Wertentwicklung eines Börsenindex‘ nachvollzieht. Will heißen: Anleger investieren bei Exchange Traded Funds in einen Index, nicht in einzelne Titel, und generieren parallel zu diesem Index, etwa DAX, EuroStoxx50, S&P500 oder MSCI World, aber auch Branchen-, Regionen- und Strategie-Indizes, ihre Gewinne.

Und welche Vorteile bringen diese passiven Instrumente jetzt einem Hotelier oder Gastronomen, der für seinen Ruhestand vorsorgen will? ETFs bieten eine hohe Liquidität und Flexibilität, sind kostengünstig und sorgen für eine effiziente Diversifizierung im Portfolio. Dieses Kostenargument spricht gerade für langfristig orientierte Anleger für den Einsatz von ETFs, ob bei größeren einmaligen Investments oder Sparplänen. Angesichts der seit Jahren niedrigen Zinsen – an denen sich aufgrund der Geldpolitik der Europäischen Zentralbank auch so schnell nichts ändern wird – fallen die Gebühren besonders stark ins Gewicht. Sind diese recht hoch, zehrt das die magere Rendite schnell auf.

Wer sich beispielhaft den Verlauf des Deutschen Aktienindex‘ über die vergangenen Jahre und Jahrzehnte anschaut, erkennt schnell die Ertragsperspektive. Allein in den vergangenen zehn Jahren ist der Dax von knapp 5000 Punkten auf mehr als 11500 Punkte gestiegen, trotz des bösartigen Einbruchs im Rahmen der weltweiten Finanz- und Währungskrise 2009.

Ein langer Atem zahlt sich also gerade bei ETF-Investments aus – bleiben Hoteliers und Gastronomen dabei, haben sie beste Chancen, mit regelmäßigen Beiträgen bis zum Ruhestand ein echtes Vermögen anzuhäufen.

Bild: Dollar’s ETF, © Tim – Fotolia

Über den Gastautor:

thomas2Thomas Hünicke ist geschäftsführender Gesellschafter der WBS Hünicke Vermögensverwaltung GmbH aus Düsseldorf und führt die unabhängige Vermögensverwaltung gemeinsam mit Andreas Wahlen. Die Anlageprofis besitzen jahrzehntelange Kapitalmarkterfahrung und sind Experten für die individuelle Verwaltung größerer Kundenportfolios und das Management eigener vermögensverwaltender Fonds.

Weitere Infos: www.wbsh-vv.de





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