Geschrieben von Thomas Hünicke, Donnerstag, 16. April, 2015

Mit Indexfonds in den Markt einsteigen

(PREGAS/T.H.) Wer direkte Aktieninvestments scheut, aber dennoch an steigenden Börsenkursen partizipieren will, greift am besten auf ETFs zurück. Das kann auch gastgewerblichen Unternehmern helfen, über die Jahre hinweg Rendite zu generieren.

Viele Menschen, und dazu gehören auch Hoteliers und Gastronomen, scheuen Investments an der Börse. Aber gleichzeitig blicken sie neidisch auf die Kurssteigerungen, die der Dax zuletzt hingelegt hat, und auf die Dividendenzahlungen der Unternehmen an ihre Aktionäre, die sich über die Rekorddividenden von 41,7 Milliarden Euro freuen dürfen – während sie selbst mit ihren festverzinslichen Sparanlagen nicht einmal die Inflation ausgleichen oder sich über hohe Gebühren bei eher überschaubar erfolgreichen, vertriebsorientierten Investmentfonds ärgern.

Doch was tun in diesem Anlage-Dilemma? Eine Möglichkeit, an steigenden Börsenkursen zu partizipieren, ohne sich den Risiken von Einzelinvestments in Unternehmen auszusetzen, sind ETFs. Das sind börsennotierte Indexfonds, die den Wert eines Index‘ wie dem Dax abbilden und entsprechend an der Performance partizipieren. Sie kaufen ihrer Struktur gemäß zu gleichen Teilen die Werte eines Aktienindex und lassen diese dann „einfach liegen“ – so generieren sie über die Jahre hinweg ihre Rendite für die Anleger.

Ein Rechenbeispiel: Wer vor zehn Jahren einen ETF auf den Dax gekauft hat, hat Stand heute weit mehr als 100 Prozent Gewinn gemacht. Und das trotz einer fatalen Delle im Rahmen der Finanzkrise. Und eine Langzeitauswertung hat ergeben, dass seit der Einführung 1988 des Deutschen Aktienindex’ kein Fondmanager den Index mit seinem aktiven Management im Verlaufe der nun knapp 27 Jahre geschlagen hat. Bringen Hoteliers und Gastronomen also Zeit und Geduld mit, kann die Geldanlage in Exchange Traded Funds zum echten Vermögensturbo werden.

ETFs haben auch weitere Vorteile gegenüber anderen Investment-Instrumenten. Zum Beispiel sind sie sehr kostengünstig. Ihre jährlichen Gebühren liegen in der Regel bei ungefähr 0,5 Prozent, und immer mehr Anbieter gehen sogar darunter. So fallen Gebühren kaum noch ins Gewicht, und auch in schwächeren Marktsituationen belasten sie nicht das Vermögen. Welche Marktmacht sich ETFs im Laufe der Jahre erarbeitet haben, zeigen einige Zahlen: Waren 2003 noch rund 16 Milliarden Euro in diese börsennotierten Indexfonds investiert, lag das verwaltete Vermögen aller Indexfonds auf dem europäischen Markt im Spätherbst vergangenen Jahres bei rund 365 Milliarden Euro, Tendenz steigend.

Extrem risikoaverse Anleger greifen am besten auf sogenannte physisch replizierende ETFs zurück. Diese bilden einen Index tatsächlich ab, während die synthetisch replizierenden Geschwister ihre Rendite über Tauschgeschäfte generieren. Das ist natürlich nicht zwingend schlecht, den  diese Produkte haben auch Vorteile, unter anderem steuerlicher Natur, aber bisweilen wirken die synthetisch replizierenden ETFs etwas intransparent auf Anleger.

Bild: ETF Performance© Redindie, Fotolia

Über den Gastautor:

thomas2Thomas Hünicke ist geschäftsführender Gesellschafter der WBS Hünicke Vermögensverwaltung GmbH aus Düsseldorf und führt die unabhängige Vermögensverwaltung gemeinsam mit Andreas Wahlen. Die Anlageprofis besitzen jahrzehntelange Kapitalmarkterfahrung und sind Experten für die individuelle Verwaltung größerer Kundenportfolios und das Management eigener vermögensverwaltender Fonds.

Weitere Infos: www.wbsh-vv.de





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