Geschrieben von Michael Jendges, Freitag, 15. Mai, 2015

Kfz-Versicherung: Unbedingt mit dem Berater sprechen

(PREGAS/M.J.) Will ein Hotelier einen (kleinen) Fuhrpark einrichten, sollte er sich vor der Anschaffung mit seinem Versicherungsberater zusammensetzen. Dieser kann ein individuell passendes Paket schnüren – und den Unternehmer vor „Prämien-Monstern“ warnen.

Auch in der Hotellerie setzen sich Firmenwagen immer weiter durch. Sie dienen beispielsweise als Bonus für Führungskräfte, aber auch die Vertriebsabteilung kann sie brauchen, etwa um zu Messen zu reisen oder Firmenkunden zu besuchen, die zum Beispiel im Tagungsbereich hohe Kontingente bei einem Hotel abnehmen. Dann ist der persönliche Kontakt sehr wichtig – und es erweckt häufig einen guten Eindruck beim Kunden, fährt der Verkäufer mit einem CI-konformen, gepflegten Firmenwagen vor.

Nun sind mehrere Autos für das „Tagungshotel Müller“ schnell angeschafft, gute Leasing-Angebote für Unternehmen machen es möglich und machen die Ausgaben gut kalkulierbar. Aber was ist mit der Versicherung? Diese verlieren Unternehmer schnell aus den Augen, doch das ist ein Fehler. Schließlich muss die Kfz-Versicherung auf der einen Seiten genau auf die Anforderungen des Fuhrparks zugeschnitten sein, und auf der anderen Seite darf sie das Budget nicht sprengen. Für den Hotelier Müller kann die Kfz-Versicherung zu ungeahnten Dauerbelastungen führen, wird sie nicht gemeinsam mit dem Berater strategisch geplant.

Zuerst einmal muss man feststellen: Eine gute Kfz-Versicherung kostet Geld. Online- oder ausgemachte Spar-Angebote senken zwar die Kosten, sind aber in aller Regel im Schadenfall auch nicht so aufgestellt, dass der Versicherungsnehmer sich wirklich abgesichert fühlt. Dann gibt es keine richtige Beratung, die Regulierung ist bürokratisch und schleppend – und wichtige Bereiche sind vielleicht vom Versicherungsschutz ausgenommen. Dazu kann unter anderem die Umweltschadenversicherung gehören. Ein Beispiel: Bei einem Unfall schleudert der Firmenwagen des Verkaufsleiters in einen öffentlichen Fischteich, Treibstoff und Öl treten aus, es kommt zu einer starken Verunreinigung des Gewässers und der Pflanzenwelt und einem Fischsterben. Die Kommune wird nun Schadenersatz fordern – und der kann das „Tagungshotel Müller“ viele tausend Euro kosten.

Natürlich wird der Versicherungsberater immer versuchen, die Prämien niedrig zu halten. Aber vor allem wird für die Bedürfnisse des Unternehmens ein passendes Gesamtkonzept entwickelt. Brauchen die Dienstwagenfahrer alle ein jeweils anderes jährliches Kilometerkontingent? Muss der Verkaufsleiter vielleicht regelmäßig ins Ausland? Sind die Wagen über Nacht vor Vandalismus und Diebstahl geschützt? Diese und mehr Fragen wird der Versicherungsberater dem Hotelier stellen, damit der Versicherungsschutz wirklich passt und es später nicht zu bösen Überraschungen kommt, weil der Verkaufsleiter in den Niederlanden einen Unfall verursacht hat, aber kein Auslandsversicherungsschutz besteht – und dann auch noch herauskommt, dass die versicherte jährliche Laufleistung längst überschritten war.

Unternehmer sollten jedoch nicht erst nach der Anschaffung der Fahrzeuge mit ihrem Versicherungsberater sprechen, sondern in jedem Fall vorher. Wer das nicht tut, riskiert eine teure Fehlentscheidung. Denn „über den Daumen“ kann der Hotelier die Versicherungskosten für einen Wagen nicht schätzen, durch die Typen- und Regionalklassen – also den jährlich treuhänderisch festgestellten Schadenbedarf – unterscheiden sich die Prämien der Modelle stark voneinander. Das Leasing-Schnäppchen kann sich also als „Prämien-Monster“ herausstellen und das monatliche kalkulierte Kfz-Budget sprengen. Aber wenn das Kind einmal in den Brunnen gefallen ist, ist das Wehklagen groß. Der Versicherungsberater jedoch kann schnell feststellen, wie hoch die Kosten für ein bestimmtes Kfz ungefähr sein werden – ein Angebot, das Unternehmer vor der Anschaffungsentscheidung unbedingt in Anspruch nehmen sollten.

Bildquelle. Pixabay

Über den Gastautor:

Michael Jendges ist Leiter der Provinzial Rheinland-Geschäftsstelle in Mönchengladbach-Rheindalen und berät in der Region und darüber hinaus Unternehmer bei allen Versicherungsfragen, sowohl gewerblich als auch privat. Hotellerie und Gastronomie sind eine seiner Kernbranchen, in der er langjährige Beratungserfahrung besitzt.

Weitere Informationen: http://www.provinzial.com/michael.jendges





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