Geschrieben von Sascha Wortmann, Freitag, 25. November, 2016

Keine Angst vor der Aktie!

(PREGAS/Sascha Wortmann) Es gibt keinen risikolosen Zins mehr, nur noch ein zinsloses Risiko. Deshalb sollten Hoteliers und Gastronomen auf die Börse schauen und in starke Unternehmen investieren.

Die Aktienmärkte schrecken viele Anleger ab. Zu riskant sollen Investments in Unternehmen sein, zu volatil die Märkte und viel zu abhängig von völlig unvorhersehbaren weltwirtschaftlichen und -politischen Ereignissen. Dann bleibt das Vermögen lieber auf dem Sparbuch oder dem Tagesgeldkonto liegen, solange keine Gebühren dafür erhoben werden. Denn Zinsen dafür gibt es schon lange nicht mehr.

Dieses Vorgehen setzt das Vermögen aber einem erheblichen Risiko aus. Wer sein Geld auf diese Weise bunkert und dafür beispielsweise 0,5 Prozent (sichere) Jahresrendite erhält, verliert dennoch Substanz. Das ist leicht zu errechnen: Allein die offizielle Inflation von aktuell knapp einem Prozent führt zu einem Vermögensrückgang von 0,5 Prozent im Jahr – eben weil das Geld weniger wert ist. Zieht die Inflation bei gleichbleibend niedrigen Zinsen an (was durchaus politisch gewollt ist), steigt der Kaufkraftverlust schnell auf ein Prozent oder mehr. Dazu kommt die Abgeltungsteuer auf Kapitalgewinne in Höhe von 25 Prozent – die schmale Rendite wird damit auch noch um ein Viertel aufgrund der Besteuerung beschnitten. Was das auf Dauer für sein Vermögen heißt, kann sich jeder selbst leicht ausrechnen.

Insofern lohnt es sich doch, auf die Aktie zu schauen – es gibt keinen risikolosen Zins mehr, nur noch ein zinsloses Risiko. Nichts zu tun bedeutet, sehenden Auges auf den Vermögensverlust hinzusteuern. Die Aktie ist erst einmal ein konservativer Wert, erwirbt doch der Investor einen Anteil an einem Unternehmen – gerade für Hoteliers und Gastronomen, die selbst Unternehmer sind und den Wert eines stabilen Betriebs kennen, sollte das ein Argument für die Aktie sein. Sie profitieren von der Wertentwicklung, indem sie Gewinne durch Verkäufe realisieren können und in der Regel jährliche Dividendenzahlungen erhalten. Diese können – je nach Unternehmen – durchaus zwei oder drei Prozent betragen und damit das Vermögen vergrößern.

Um den berüchtigten Schwankungen zu umgehen, kommt es auf eine tragfähige Strategie und passende Titelauswahl an. Wichtig dabei ist, die weltweiten Märkte im Blick zu behalten und Risiken gezielt zu umgehen – etwa indem das Portfolio dauerhaft gemanagt wird. Durch eine kontinuierliche Aktivität werden Renditen mitgenommen, während potenzielle Kursverluste von (drohenden) Abschwungphasen begrenzt oder sogar ausgeschlossen werden; eben weil man gar nicht erst investiert ist, wenn die Märkte herunterrauschen. Der Vorteil dieser Strategie: Wenn das Depot bereinigt ist und Liquidität gehalten wird, sind die Chancen gut, bei niedrigen Kursen neu einzusteigen und von der Erholungsphase überproportional zu profitieren.

Eine Aktienstrategie ist heute unabdingbar, um Vermögen zu sichern und dauerhaft aufzubauen. Gerade für Unternehmer wie Hoteliers und Gastronomen, die ihr Ruhestandseinkommen selbst erwirtschaften müssen, sind Aktien ein herausragendes Asset. Wer auf den historischen Kursverlauf im deutschen Aktienindex Dax schaut, kann leicht feststellen, dass nach jedem Abschwung eine Erholung eingetreten ist, die wiederum zu neuen Höchstständen geführt hat. Nach dem Crash in Folge der New Economy und dem Anschlag aufs World Trade Center hat der Dax bis heute seinen Wert mehr als vervierfacht. Insofern ist ein in Aktien angelegtes Vermögen ein gut angelegtes Vermögen – wenn denn das Management stimmt und der Anleger mit Ruhe und Gelassenheit an die Sache herangeht. Wer Zeit hat, wird von der Börse und den den dort vertretenen starken Unternehmen profitieren.

Bildrechte: jcomp/Fotolia

 

Über den Gastautor:

sascha-wortmann

Sascha Wortmann ist Inhaber der Wortmann Finanzen & Beratung (www.wortmann-fin.de) in Mönchengladbach und berät private und institutionelle Anleger bei allen Fragen rund um Finanzen und Versicherung. Dabei konzentriert er sich mittels individueller Lösungen besonders auf Aufbau und Absicherung von Vermögen und berät Anleger bei der langfristigen Strukturierung ihres Kapitals. Sascha Wortmann begleitet seine Kunden eng und sucht regelmäßig das Gespräch – auch um das Bauchgefühl bei allen Entscheidungen zu verbessern.





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