Geschrieben von Burkhard Küpper, Freitag, 20. November, 2015

Jetzt die Weichen für die Zukunft stellen

(PREGAS/Burkhard Küpper) Der 31. Dezember ist der Stichtag nicht nur für die Steuererklärung – sondern auch für den Jahresabschluss. Wenn etwas falsch läuft, ist noch bis zum Jahresende Zeit, die Dinge zu korrigieren. Rückwirkend aber werden sich Probleme kaum revidieren lassen.

Das Jahr neigt sich dem Ende zu. Das zeigt sich schon, wenn man aus dem Fenster schaut – aber natürlich auch, wenn man auf den Kalender schaut. Denn der 31. Dezember liegt nicht mehr fern. Und damit rücken auch zahlreiche wichtige Fristen für Hotels und Gastronomen näher: Dazu gehört nicht nur der Stichtag für die Steuererklärung, wenn der Steuerberater keine Fristverlängerung beantragt hat. Vor allem sollten Unternehmer jetzt gemeinsam mit ihren Steuerberatern über das laufende Jahr, die geschäftliche Entwicklung und die Bilanz sprechen. Stichtag für die Bilanz ist ja in der Regel auch der 31. Dezember, und diese Zahlen sind dann für die Banken wichtig, damit es beispielsweise bei Kreditlinien keine Schwierigkeiten gibt.

Versierte und betriebswirtschaftliche erfahrene Steuerberater können schon frühzeitig an den Bilanzen ablesen, an welchen Stellen Optimierungsbedarf besteht. Wenn etwas falsch läuft, ist noch bis zum 31. Dezember Zeit, die Dinge zu korrigieren. Rückwirkend aber werden sich Probleme kaum revidieren lassen – wer bis zum neuen Jahr wartet, hat kaum noch eine Möglichkeit, etwaige Problempunkte zu revidieren und die notwendigen Maßnahmen einzuleiten. Deshalb müssen Hoteliers und Gastronomen frühzeitig gegensteuern und die letzten Wochen für strategische Gespräche und Aktionen nutzen. Es bringt nichts, ausschließlich in die Zukunft zu blicken – denn schließlich werden die Grundsteine für eine erfolgreiche Zukunft in der Vergangenheit und Gegenwart gelegt.

In der Praxis ist festzustellen, dass Unternehmer sich oft zu spät um „offene Baustellen“ in Bilanz und Co. kümmern oder zu unbedarft an verschiedene Dinge herangehen. Ein Beispiel dafür: Wer einen Immobilienkauf plant, sollte nicht einfach zuschlagen oder aufs nächste Jahr warten, sondern transparent mit seinen Steuerberatern diskutieren, wann der richtige Zeitpunkt ist. Ein solcher Kauf kann sich je nach steuerlicher Situation zum jetzigen oder späteren Zeitpunkt lohnen. Wichtig ist, solche Dinge mit den Beratern zu besprechen, um Fehler zu vermeiden.

Gastgewerbliche Unternehmer sollten aus diesem Grund ein „Herbstgespräch“ mit ihren Steuerberatern führen, um frühzeitig die richtigen Entscheidungen zu treffen. Dabei analysieren Berater gemeinsam mit den Mandanten das zurückliegende Jahr, besprechen Fragen, die allgemeine Situation und mögliche offene Punkte und planen die Zukunft, auch über den Jahresabschluss hinaus. Damit stellen sie die Weichen für die optimale betriebswirtschaftliche und steuerliche Ausrichtung unter Einbeziehung der Situation, ihrer Pläne und möglicher Entwicklungen in Wirtschaft und Steuerrecht.

Das gilt vor allem vor dem Hintergrund der neuen Erbschaftsteuergesetzgebung. Ausgehend von den aktuell diskutierten Regelanpassungen, die durchaus zu Verschärfungen bei der Übertragung von Betriebsvermögen führen können, sollten Unternehmer mögliche Szenarien diskutieren und Strategien für die steueroptimierte Vermögensübertragung entwickeln – sei es ein vorzeitige Schenkung nach dem noch geltenden alten Recht, eine gestückelte Übertragung oder eben eine andere, individuell passende Lösung.

Bildrechte: Zerbor/Fotolia

Über den Gastautor:

Küpper-neu 300

Burkhard Küpper ist geschäftsführender Gesellschafter der auf gewerbliche Mandate spezialisierten Steuerberatungsgesellschaft Albers mbH aus Düsseldorf (www.steuerberatung-albers.de). Die Gesellschaft begleitet mittelständische Unternehmen aus ganz Deutschland bei allen steuerlichen und betriebswirtschaftlichen Fragen und besitzt besondere Kompetenzen in der Restrukturierung von Unternehmen.





Beiträge von Gastautoren


Finanzierung: Nicht ohne professionelle Planung

Artikel lesen

Rendite wahren ohne schlaflose Nächte

Artikel lesen

Vermögen: Nicht alles auf eine Karte setzen

Artikel lesen