Geschrieben von PREGAS Presseportal, Donnerstag, 7. Dezember, 2017

Hotelzimmer außerhalb der Saison verkaufen

(PREGAS) Viele Hotels haben in der Nebensaison mit leeren Zimmern zu kämpfen. Das Problem: Bei laufenden Kosten sinken die Einnahmen. Das Schweizer Unternehmen Hotelcard AG hat dafür eine innovative Lösung entwickelt: Auf der Online-Plattform www.hotelcard.com können Hoteliers ohne Kostenaufwand freie Zimmer um den halben Preis anbieten – seit Frühjahr 2017 auch in Deutschland. Die Spezialangebote gelten exklusiv für Kunden, die im Besitz einer Hotelcard sind. Dabei handelt es sich um eine Art Vorteilskarte, die gegen eine jährliche Gebühr erhältlich ist. Welcher Grundgedanke hinter dem Konzept steckt und wie das Partnersystem im Detail funktioniert, erklärt Christian Gesslein-Poths von der Hotelcard AG im Interview mit Pregas.

Welche Idee stand hinter der Gründung von Hotelcard im Jahr 2009?

Hoteliers im Schweizer Engadin, einer sehr saisonabhängigen Region, fragten sich: „Wie verkaufe ich meine Hotelzimmer außerhalb der Hauptsaison?“ Wichtig war der Verzicht auf alles, was wir Hoteliers bei Online-Reisebüros und Reiseveranstaltern nicht so sympathisch finden. Dabei spreche ich zum Beispiel von Kommissionen, Festkontingenten oder Werbekostenzuschüssen.

Wie funktioniert die Hotelcard?

Unsere Kunden kaufen sich eine Mitgliedschaft, die ein bis drei Jahre lang gültig ist. Während dieser Zeit können sie bei jenen teilnehmenden Hotels beliebig viele Anfragen für Übernachtungen zum halben Tagespreis stellen, die für den gewünschten Reisezeitraum Verfügbarkeiten gemeldet haben. Das Hotel bestätigt den Aufenthalt zu den jeweils eigenen Konditionen, auch was zum Beispiel Garantie- und Stornobedingungen betrifft.

Aus welchen Gründen sollte sich ein Hotelier überlegen, Partner zu werden?

Eigentlich gibt es nur einen Grund: Bevor das Zimmer leer steht, verkaufe ich es zum halben Preis. Natürlich nur, solange dann noch kostendeckend gearbeitet wird. Die Mitarbeiter an der Rezeption und auch im Service sind ohnehin im Dienst und so hat der Hotelier die Möglichkeit, seinen Umsatz noch zu erhöhen.

Außerdem ist es für Hotels gerade in den Tourismusdestinationen eine kostenfreie Möglichkeit, ihren Bekanntheitsgrad zu steigern. Das gelingt am Schweizer Markt bereits sehr gut: Einer von 50 Eidgenossen ist im Besitz unserer Karte, entsprechend häufig wird unsere Webseite besucht – und das genau von der richtigen Zielgruppe: zahlungskräftige Reiseinteressierte.

Ab welcher Hotelgröße lohnt sich eine Partnerschaft?

Die Anzahl der Zimmer ist nur von kleiner Bedeutung. Solange sich der Geschäftsverlauf einigermaßen zuverlässig vorhersagen lässt, besteht kaum ein Risiko, dass das Hotelcardzimmer auch teurer verkauft hätte werden können. Bei Stadthotels, die am Wochenende üblicherweise nicht komplett gebucht sind, oder bei Betrieben in touristischen Regionen außerhalb der Hochsaison gibt es relativ verlässliche Erfahrungswerte.

Welche Vorteile bringt die Hotelcard für Hoteliers mit sich?

Wir haben einen geschlossenen, komplett neuen Gästekreis, der bevorzugt unsere Partnerhotels bucht: Man hat nicht gerade wenig Geld für diese Karte ausgegeben, und die Investition soll sich ja amortisieren. Wir versprechen, nur zehn Prozent aller Hotels einer Region anzubinden – so bleibt für unsere Hotelpartner eine hohe Auffindbarkeit gewährleistet.

Darüber hinaus wird das Geld, das durch die Übernachtung gespart wird, meistens wieder im Restaurant oder Spa ausgegeben. Laut einer Umfrage unter unseren Partnerhotels ist das bei mehr als 60 Prozent der Aufenthalte der Fall. Auch das Image der Partnerhotels profitiert häufig: Hotelcard-Gäste erweisen sich als dankbar – nicht selten gibt es nach einem Aufenthalt einen positiven Kommentar auf den Bewertungsportalen.

Fallen für den Hotelier Gebühren oder andere Verpflichtungen an?

Die Mitgliedschaft ist komplett kostenfrei, es gibt auch keine Kommissionen oder Werbekostenzuschüsse. Die einzige Verpflichtung ist es, an wenigstens 90 beziehungsweise 180 Tagen Zimmer zum halben Preis anzubieten. Es besteht allerdings die Möglichkeit, sich auf freiwilliger Basis bei Marketingaktionen in Printmedien oder Social Media zu beteiligen. Entscheidet sich ein Hotelier für diese Option, wird der reine Selbstkostenpreis verrechnet.

Welche technischen Voraussetzungen braucht man als Hotelier, um Hotelcard-Partner zu werden

Ein Internetzugang reicht voll und ganz aus.

Wie sieht der klassische Hotelcard-Gast aus?

Der typische Hotelcard-Inhaber ist 45 Jahre oder älter, verreist meistens zu zweit oder in kleineren Gruppen und bucht Aufenthalte von zwei oder drei Nächten. Im Durchschnitt konsumiert ein Hotelcard-Kunde 2,6 Übernachtungen im Jahr. Mehr als die Hälfte unserer Kunden nehmen Zusatzleistungen in den gebuchten Hotels in Anspruch.

Seit dem Frühjahr 2017 gibt es die Hotelcard auch in Deutschland. Wie viele Hotels sind hier bereits Partner?

Wir haben aktuell etwas mehr als 200 Hotelpartner in Deutschland. In der Schweiz, wo wir im Jahr 2009/2010 gestartet sind, sind mehr als 400 Hotels mit dabei. Das sind ziemlich genau die zehn Prozent aller Häuser, die wir anschließen möchten.

Wie ist das Feedback der ersten deutschen Partnerbetriebe?

Abhängig von der Nähe zur Schweiz oder vom Bekanntheitsgrad der jeweiligen Region gibt es bereits eine erfreuliche Anzahl an Buchungen. Andere Hoteliers bitten wir noch um Geduld, bis wir auch in Deutschland einen ähnlich großen Kundenstamm aufgebaut haben wie in der Schweiz. Der Hotelier kann uns natürlich dabei unterstützen, Nachfrage für die Region zu kreieren. Etwa, indem er tolle Bilder von Stadt und Region einstellt, die unseren Kunden zeigen, wie lohnenswert ein Besuch ist.


Image (adapted) by Hotelcard AG






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