Geschrieben von Markus F. Weidner, Donnerstag, 10. September, 2015

Herrliche Frauenzimmer

(PREGAS/Markus F. Weidner) Was Frauen wollen? In der gleichnamigen Komödie brauchte Macho Mel Gibson erst einen Stromschlag, um weibliche Gedanken lesen zu können. Hoteliers können es schmerzfreier haben, denn wie man weibliche Businessreisende bezaubert, ist inzwischen gut erforscht.

Kürzlich war ich zwei Wochen lang mit meiner Frau in verschiedenen Hotels unterwegs. Dabei fiel mit erneut auf, welch unterschiedliche Erwartungen wir doch an die Ausstattung und an den Service in einem Hotel haben. Sie fragte zum Beispiel: „Warum nur ist in vielen Hotelbädern ein Föhn installiert, der gerade mal für einen üblichen Männerhaarschnitt ausreicht, bei einer echten Frauenmähne jedoch versagt und schlimmstenfalls noch den Anschein erweckt, er stamme aus dem letzten Jahrhundert? Warum denken Bad-Designer nicht darüber nach, dass Frauen nicht täglich ihre Haare waschen wollen, wenn sie voller Stolz die Decken-Regenwasserdusche als einzige Duschquelle installieren? Und warum müssen sich Frauen regelmäßig fragen, wie es gelingt, ihr Businesskostüm auf den Hosenbügel zu zwängen?“ In der Tat, das typische Standard-Hotelzimmer hierzulande ist noch immer „männlich“, mit Bier und Erdnüssen in der Minibar, Pay-TV und eben leistungsstarker Dusche. Laut Manager Magazin sind inzwischen 20 Prozent der Businessreisenden weiblich. Bis 2020 soll sich ihr Anteil fast verdoppeln.

Hotels aller Kategorien können bei weiblichen Geschäftsreisenden punkten, indem sie sich auf deren Bedürfnisse einstellen. Frauen wollen vor allem Sicherheit, Behaglichkeit und gesundes Essen, melden Befragungen unisono. Was heißt das konkret? Hier eine

Auswahl von Anregungen mit denen Hoteliers bei ihren weiblichen Gästen punkten können:

Sicherheit

Gut ausgeleuchtete eingangsnahe Parkplätze, eventuell Valet Parking ▪ helle Hotelflure ▪ Zimmer in Aufzugnähe ▪ Türspion, Sicherheitskette ▪ „Ladies Floor“ ▪ weiblicher Roomservice.

Behaglichkeit

Warme Farben im Hotelzimmer ▪ mehr Kissen, evtl. eine zusätzliche (erkennbar gereinigte) Wolldecke ▪ angenehme Raumtemperatur (bei frostigen Temperaturen vorgeheizt) ▪ frischer Duft im Zimmer ▪ angenehmes Licht für unterschiedliche Bedürfnisse (entspannen, lesen, arbeiten) ▪ frische Blumen ▪ Musik zum Entspannen ▪ Modezeitschriften ▪ Yogamatte und Fitness-DVD, Auswahl von Büchern ▪ gemütliche Sitzecke.

Rund um´s Bad und weitere Serviceelemente

Ansprechendes Bad mit genügend Ablagefläche, gern mit Badewanne ▪ leistungsstarker Föhn ▪ gut ausgeleuchteter Spiegel ▪ Kosmetikspiegel ▪ Kosmetiktücher, „Emergency Kit“ (Tampons und andere Hygieneartikel, Mascara, Lipgloss etc.) ▪ hochwertige Kosmetika wie Badezusätze ▪ große Handtücher ▪ Handtuchheizkörper ▪ Rockbügel ▪ Ganzkörperspiegel, evtl. „Rückspiegel“ ▪ kleinere Bademäntel ▪ Einweg-Slipper.

Gesundes Essen

Mineralwasser auf dem Zimmer ▪ Obst und Salat im Roomservice, andere gesunde Gerichte ▪ Joghurt und Säfte in der Minibar ▪ gesunde Snacks wie Rosinen, Nüsse, Trockenfrüchte ▪ gesundes Frühstück ▪ vegetarische oder vegane Speisenangebote.

Weitere Serviceleistungen

Wasch- und Bügelservice ▪ persönliche Hilfe beim Gepäck ▪ Kosmetikerin, Friseurin verfügbar ▪ Möglichkeit der Vernetzung mit anderen Businessfrauen (z.B. zum gemeinsamen Dinner).

Einige der Anregungen zielen auf Vier- oder Fünf-Sterne-Service, aber längst nicht alle sind teuer und aufwändig. Und vielleicht muss man auch nicht ganz so weit gehen, wie der britischen Milliardär und Unternehmer Richard Branson, der kürzlich das erste Haus seiner neuen Business-Hotelkette „Virgin-Hotel“ in Chicago eröffnete, in dem es sogar Dessous-Kleiderbügel im Schrank und Sex-Toys in der Minibar gibt. Mit etwas Überlegung ist „Frauenservice“ in allen Hotelkategorien machbar.

Vielleicht gründen Sie ja demnächst eine Projektgruppe weiblicher Angestellter, die Ideen sammeln, die in Ihrem Hause umsetzbar sind, um eine neue Zimmerkategorie zu kreieren? Und vielleicht werden bei der nächsten Renovierung ein paar „Frauen-Zimmer“ in besonders warmen Farben gestaltet, mit gut ausgeleuchtetem Bad und großem Spiegel? Die Herren wird’s nicht stören und die Damen wird´s begeistern. Denn: Gut ist nicht genug – seien Sie das entscheidende Quäntchen besser!

Über den Gastautor:

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Markus F. Weidner, Autor, Unternehmer, Keynote Speaker und Trainer aus Leidenschaft, ist der Experte, wenn es um das Thema „Freude an Qualität“ geht. Mit seiner Firma Qnigge GmbH unterstützt er Unternehmen der Hotellerie und der Kongress-/Veranstaltungsbranche bei der Entwicklung ihrer Organisations-, Service- und Führungsqualität.

Der Gründer und Geschäftsführer der Qnigge-Akademie und sein Trainerteam haben sich auf die Themen Verkaufskommunikation, Persönlichkeitsentwicklung und Qualitätsmanagement spezialisiert.

Seine Erfahrungen im Qualitäts-und Service-Management sammelte Markus F. Weidner in seiner langjährigen Tätigkeit in der Hotellerie, Veranstaltungs- und Weiterbildungsbranche. Er eröffnete zwei große Hotels und baute anschließend ein internationales Beratungsunternehmen auf. Er ist Befürworter von Werteorientierung, klaren Regeln im Service und transparenter Führungskultur, getreu seinem Motto und Buchtitel: Gut ist nicht genug. www.qnigge.de





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