Geschrieben von Manuela Müller, Mittwoch, 7. Juni, 2017

Haftung: Das eigene Vermögen schützen

(PREGAS/Manuela Müller) Falsche unternehmerische Entscheidungen können Haftungsansprüche gegen Gesellschafter-Geschäftsführer begründen. Wollen Hoteliers und Gastronomen diese so gut wie möglich reduzieren, brauchen sie professionelle Strukturen.

Als Hotelier und Gastronom hat man dauerhaft viele Entscheidungen zu treffen. Es stehen so gut wie jeden Tag Fragen zur Unternehmensstrategie im Raum, zur kaufmännischen/betriebswirtschaftlichen Entwicklung, zur Personalführung, zu steuerlichen und rechtlichen Themen und, und, und – und der Betrieb muss ja auch operativ erfolgreich geführt werden. Da kann es im Eifer des Gefechts durchaus einmal vorkommen, dass nicht genügend Zeit bleibt, um jeden Schritt eingehend zu überdenken. Fehler sind deshalb kaum zu vermeiden.

Als wäre dies nicht bereits ärgerlich genug (denn Fehler machen immer Arbeit, sorgen für schlechte Stimmung und verursachen in der Regel auch überflüssige Kosten), können Fehlentscheidungen auch dazu führen, dass sich Geschäftsführer-Gesellschafter Haftungsansprüchen ausgesetzt sehen. Will heißen: Schwerwiegende Fehler fallen dem Eigentümer im schlimmstem Falle so auf die Füße, dass sein Privatvermögen bedroht ist.

Jetzt werden Hoteliers und Gastronomen natürlich einwerfen, dass sie als Eigentümer doch letztlich tun und lassen können, was sie wollen. Grundsätzlich stimmt dies auch, da sie sich selbst kontrollieren. Aber der Gesetzgeber hat auch strenge Grenzen festgelegt, in denen Unternehmer, speziell im Rahmen einer GmbH, arbeiten müssen. Und das meint, dass sich ein Geschäftsführer beziehungsweise Geschäftsführer-Gesellschafter nicht nur bei strafrechtlichen Implikationen wie Insolvenzverschleppung oder Verschweigen der Insolvenzreife möglichen Schadenersatzansprüchen externer Parteien aussetzt. Er kann beispielsweise auch dann Probleme bekommen, wenn er gegenüber einem Geschäftspartner nicht deutlich macht, dass er im Namen einer GmbH handelt. Schließlich hat eine Gesellschaft mit begrenzter Haftung andere Rechte und Pflichten als eine Privatperson – betriebsbezogenes Geschäft ist das Stichwort.

Ebenso kommt es in der Praxis immer öfter vor, dass Vertragspartner, Wettbewerber oder Behörden Unternehmen, Unternehmern und Organen Pflichtverletzungen vorwerfen, etwa hinsichtlich der gesetzlich geforderten kaufmännischen Sorgfaltspflichten. Denn der Geschäftsführer hat die Angelegenheiten der Gesellschaft mit der Sorgfalt eines ordentlichen Kaufmanns wahrzunehmen (§ 43 Abs. 2 GmbHG) und muss auf der Grundlage der Vorgaben der Gesellschafter den Gesellschaftszweck aktiv fördern und Schaden von der GmbH abwenden. Dies trifft übrigens auch auf Geschäftsführer-Gesellschafter zu, sie können sich in der Doppelfunktion nicht auf die lediglich für die Gesellschaft geltende beschränkte Haftung nach § 13 GmbHG berufen.

Einen umfassenden Schutz gegen solche Probleme kann es nicht geben; es gehört zum unternehmerischen Risiko dazu, pro und contra einer Entscheidung abzuwägen und auch mit den Konsequenzen umgehen zu können. Aber Hoteliers und Gastronomen können durch professionelle Strukturen dafür sorgen, dass ihre Haftungsrisiken reduziert werden. Das gelingt zum einen dadurch, dass wirklich wesentliche Entscheidungen immer hinsichtlich ihrer rechtlichen, steuerlichen und kaufmännischen Tragfähigkeit mit den entsprechenden Beratern diskutiert und gegebenenfalls überdacht und angepasst werden. Ebenso besteht die Möglichkeit, eine sogenannte Manager-Haftpflichtversicherung abzuschließen. Diese springt ein, wenn es aufgrund von unternehmerischen Entscheidungen zu Haftungsproblemen kommt. Freilich gilt dies nicht für vorsätzliche Verfehlungen.

Bildrechte: fotogestoeber/Fotolia

 

Über die Gastautorin:

manuela müller 300

 

Manuela Müller ist Rechtsanwältin und Fachanwältin für Arbeitsrecht bei Banerjee & Kollegen, einer Sozietät von Rechtsanwälten in Mönchengladbach, die sich auf die umfassende zivil- und wirtschaftsrechtliche Beratung und Begleitung von Mandanten spezialisiert hat. In Hotellerie und Gastronomie besitzt Manuela Müller besondere Kompetenzen. Weitere Informationen unter www.banerjee-kollegen.de.





Beiträge von Gastautoren


Printmarketing: Hoteliers können ihre Kundendaten sinnvoll nutzen

Artikel lesen

Norbert Sroke aus Dresden ist der neue Captain MICE Future

Artikel lesen

„If You Give Peanuts, You Get Monkeys”

Artikel lesen