Geschrieben von Burkhard Küpper, Dienstag, 3. Oktober, 2017

Gemeinnützige Stiftung: Weitreichende Steueroptimierung möglich

(PREGAS/Burkhard Küpper) Eine Stiftungserrichtung kann für Hoteliers und Gastronomen ein guter Weg sein, mit einem starken gemeinnützigen Fokus gleichzeitig auch Steuern zu sparen. Entscheidend ist dabei aber immer die professionelle und strategische Planung

Gastgewerbliche Unternehmer tragen Verantwortung: für sich, die Familie, den Betrieb, die Mitarbeiter. Und oftmals übernehmen sie auch Verantwortung für die Gesellschaft, sei es durch ehrenamtliches Engagement oder auch Sponsoring. In den vergangenen Jahren hat sich in diesem Zusammenhang auch ein weiteres Instrument herauskristallisiert: die Stiftung. Mehr als 20.000 solcher Stiftungen gab es laut Zahlen des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen hierzulande, Tendenz steigend. Dadurch erhalten Unternehmer ein eingebrachtes Vermögen und können einen gemeinnützigen Zweck definieren, für den die Erträge des Stiftungsvermögens genutzt werden. Dieser Zweck ist unveränderlich und auf ewig mit dem Namen des Stifters verknüpft – ob dies die „Hotel Müller Demenzstiftung“ ist, die Demenzpatienten des lokalen Altenheims Ausflüge bezahlt, oder auch die „Schmitz Kochschule Stiftung“, die mit benachteiligten Kindern Kochkurse durchführt.

Die Errichtung einer solchen gemeinnützigen Stiftung kann für Unternehmer interessante steuerliche Gestaltungsmöglichkeiten mitbringen. Dies ist in engen Grenzen definiert. In der Abgabenordnung heißt es: heißt es: „Eine Körperschaft verfolgt gemeinnützige Zwecke, wenn ihre Tätigkeit darauf gerichtet ist, die Allgemeinheit auf materiellem, geistigem oder sittlichem Gebiet selbstlos zu fördern. Eine Förderung der Allgemeinheit ist nicht gegeben, wenn der Kreis der Personen, dem die Förderung zugute kommt, fest abgeschlossen ist, zum Beispiel Zugehörigkeit zu einer Familie oder zur Belegschaft eines Unternehmens, oder infolge seiner Abgrenzung, insbesondere nach räumlichen oder beruflichen Merkmalen, dauernd nur klein sein kann.“ Zudem kann eine steuerbefreite Stiftung auch mildtätige Zwecke nach §53 Abgabenordnung oder kirchliche Zwecke nach §54 Abgabenordnung verfolgen. Dies muss der Stifter nachweisen, um in den Genuss der Vergünstigungen einer gemeinnützigen Stiftung zu kommen.

Und die sind durchaus weitreichend. Zum einen ist die erstmalige Vermögensübertragung an eine anerkannte gemeinnützige Stiftung (die bereits ab einer Größenordnung von 100.000 Euro Sinn ergeben kann) von der Erbschaft- beziehungsweise Schenkungsteuer befreit, je nachdem, ob die Stiftung zu Lebzeiten oder von Todes Wegen entsteht. Zudem sind gemeinnützige Stiftungen in ihren laufenden Geschäften, also in der Vermögensverwaltung, von der Ertragsbesteuerung befreit. Und Stifter können ihre Familie mit einem Teil dieser steuerfreien Ausschüttungen versorgen. Die gemeinnützige Stiftung darf nämlich bis zu 30 Prozent ihrer Erträge an vom Stifter eingesetzte Begünstige ohne gemeinnützigen Hintergrund ausschütten, will heißen: Die steuerfreien Erträge aus der Vermögensverwaltung werden zu knapp einem Drittel dafür aufgewendet, die Familie und den Stifter zu finanzieren.

Das schafft schon einmal steuerliche Entlastung für den gastgewerblichen Unternehmer, der sich als Stifter betätigt. Ebenso kann er Zuwendungen aus dem Privatvermögen an die gemeinnützige Stiftung steuerlich geltend machen. Durch das Gesetz zur weiteren Stärkung des bürgerlichen Engagements lassen sich seit 2007 solche Zuwendungen in Höhe bis zu einer Million Euro pro Person bei der Einkommensteuer abziehen. Zusammenveranlagte Ehepaare können doppelt so viel stiften. Bei Stiftern mit hoher Progression sorgt dies dafür, dass sie nach Abzug der Steuerersparnis netto nur rund die Hälfte selbst aufwenden müssen und die Vermögensübertragung damit doppelt steuerlich begünstigt wird. Dadurch können Unternehmer in einem Zuge auch die steuerfreien Erträge für die Familie erhöhen.

Eine Stiftungserrichtung kann also ein guter Weg sein, mit einem starken gemeinnützigen Fokus gleichzeitig auch Steuern zu sparen. Entscheidend ist dabei aber immer die professionelle und strategische Planung, damit die fiskalische Gestaltung wirklich zum Erfolg führt.

Bildrechte: fotodo/Fotolia

 

Über den Gastautor:

Burkhard_Küpper_300

Burkhard Küpper ist geschäftsführender Gesellschafter der auf gewerbliche Mandate spezialisierten Albers & Kollegen Steuerberatungsgesellschaft aus Hilden (www.steuerberatung-albers.de), der Faerber & Küpper Steuerberatungsgesellschaft aus Hilden (www.faerber-kuepper.de) und der KD Steuerberatungsgesellschaft aus Dortmund (www.steuerberatung-kd.de). Die Gesellschaften begleiten mittelständische Unternehmen aus ganz Deutschland – unter anderem Hoteliers und Gastronomen – bei allen steuerlichen und betriebswirtschaftlichen Fragen und besitzen besondere Kompetenzen in der Restrukturierung von Unternehmen. Ebenso arbeiten die Kanzleien mit einer Volldigitalisierung der Belege.





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