Geschrieben von PREGAS Presseportal, Mittwoch, 17. Februar, 2016

Gastgewerbe legt 2015 um 4,2 Prozent zu / Stärkstes Umsatzplus seit mehr als zwei Jahrzehnten / Mindestlohn verantwortlich für Ertragseinbußen

(PREGAS) Wie das Statistische Bundesamt heute mitteilte, erzielten die Betriebe des Gastgewerbes 2015 ein Umsatzplus von nominal 4,2 Prozent (real +1,7 Prozent). Das ist nicht nur das sechste Wachstumsjahr in Folge. Laut amtlicher Statistik ist das auch die höchste nominale Zuwachsrate seit 1994. „Die Branche profitierte  von der stabilen Konjunktur und der guten Konsumstimmung. Deutschland-Urlaub liegt zudem im Trend“, erklärte Ernst Fischer, Präsident des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (DEHOGA Bundesverband), in Berlin. Fischer warnte jedoch gleichzeitig vor allzu großer Euphorie. „Die Zahlen sind erfreulich, doch steigende Umsätze sind noch kein Garant für bessere Betriebsergebnisse. Der Mindestlohn hat der Branche höhere Personalkosten, erhebliche bürokratische Mehrbelastungen und damit Ertragseinbußen beschert.“ Auch die starren Arbeitszeitvorschriften belasteten die Betriebe.

Die Gastronomie verbuchte im vergangenen Jahr einen nominalen Umsatzanstieg von 4,0 Prozent (real +1,3 Prozent). Hier setzten sich die Caterer und sonstigen Verpflegungsdienstleister mit einem Umsatzplus von nominal 5,3 Prozent (real +3,4 Prozent) positiv vom Branchendurchschnitt ab. Der Umsatz in der Beherbergungsbranche kletterte um 4,3 Prozent nach oben (real +2,1 Prozent). „Nie war Deutschland als Reiseland beliebter als heute“, berichtete der DEHOGA-Präsident mit Blick auf die neue Rekordzahl von 436 Millionen Übernachtungen in- und ausländischer Gäste in Deutschland in 2015.

Besonders stark legte das Gastgewerbe in den Sommermonaten Juni (nominal +7,5 Prozent) und Juli (nominal +6,2 Prozent) zu. Als Grund dafür nannte der DEHOGA insbesondere das schöne Sommerwetter. „Die Freiluft-Gastronomie war der Gewinner der heißen Tage. Die Sonne machte den Gästen Lust auf Besuche in Biergärten und Terrassencafés sowie auf einen spontanen Kurzurlaub“, sagte Fischer.

Auch der Aufwärtstrend bei der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung setzte sich fort: Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit haben die gastgewerblichen Betriebe 61.300 Menschen mehr beschäftigt (Stand November 2015) als im Vorjahreszeitraum. Das ist ein Plus von 6,7 Prozent.

Im September 2015 hatte die Branche mit 1.013.300 Beschäftigten erstmals die Millionengrenze durchbrochen und ein historisches Allzeithoch erreicht.

Auf das laufende Kalenderjahr blickt der DEHOGA mit einer ersten Umsatzprognose zwischen 2,0 bis 2,5 Prozent mit Zuversicht, sieht aber auch Unsicherheiten: „Zum Jahresauftakt ist die Stimmung in der Branche überwiegend gut, aber nicht euphorisch“, so Fischer. „Dringenden Handlungsbedarf sehen wir weiterhin bei der überbordenden Mindestlohnbürokratie und beim unflexiblen Arbeitszeitgesetz mit den starren Höchstgrenzen von täglich zehn Stunden.“ Der DEHOGA setzt sich hier für eine wöchentliche Höchstarbeitszeit ein. „Auch die Diskussionen um die Allergenkennzeichnung oder die Veröffentlichung der Ergebnisse der Lebensmittelkontrollen sorgen für Unmut in der Branche.“ Fischer verwies zudem auf die Herausforderungen bei der Integration von Flüchtlingen, die Auswirkungen der Euro-Finanzkrise und die Gefahren durch den internationalen Terrorismus. „Insgesamt gibt es eine Vielzahl ungelöster Probleme und Risiken“, machte Fischer deutlich.

Ihre Ansprechpartnerin:
Stefanie Heckel
Pressesprecherin
DEHOGA Bundesverband
Am Weidendamm 1A
10117 Berlin
Fon 030/72 62 52-30
Fax 030/72 62 52-42
heckel@dehoga.de
www.dehoga.de





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