Geschrieben von Burkhard Küpper, Freitag, 13. Mai, 2016

Finanzierung: Nicht ohne professionelle Planung

(PREGAS/Burkhard Küpper) Unternehmer können trotz der historisch niedrigen Zinsen viele Fehler bei der Bankfinanzierung machen. Der Steuerberater kann beratend und gestaltend zur Seite stehen.

Eine unternehmerische Investition, eine verregnete Sommer-Saison, eine ungeplante Ausgabe: Es gibt viele Gründe, weshalb ein Hotelier oder ein Gastronom hin und wieder eine Finanzierung für den Betrieb benötigt. Das ist keineswegs ehrenrührig, sondern gehört zum unternehmerischen Alltag dazu. Wichtig ist nur, dass dieser Prozess strukturiert angegangen wird – denn wer sich falsch finanziert, kann trotz der Finanzspritze in Probleme geraten.

Zum einen muss der tatsächliche Kapitalbedarf auf kurze, mittlere und lange Sicht ermittelt werden. Am Beispiel der strategischen Investition lässt sich dies gut verdeutlichen. Will ein Hotelier beispielsweise einen neuen Wintergarten errichten, sollte er dieses Projekt in verschiedene Phasen einteilen und diese dann jeweils Finanzierungsprüfungen unterziehen. Denn dann lässt sich gut feststellen, ob nicht vielleicht auf die Aufnahme eines einmaligen großen Kredits verzichtet werden kann, weil beispielsweise der Innenausbau aus frei werdenden eigenen Mitteln – etwa durch Abtragung einer anderen Verbindlichkeit oder anderweitig zur Verfügung stehendem Kapital – gedeckt werden kann. Das reduziert den Kreditbetrag wesentlich, sorgt für weniger und kürzere laufende Belastung und erleichtert auch die Verhandlungen mit der Bank. Das hat zudem den Vorteil, dass ein Hotelier oder Gastronom einen Überblick über seine gesamten Vermögensverhältnisse erhält, da er – am besten gemeinsam mit seinem Stammberater – einen Liquiditätsplan erstellen muss, um die verschiedenen Finanzierungsphasen festzulegen.

Zum anderen ist es notwendig, sich auf das Gespräch mit der Bank vorzubereiten. Die Institute haben durch die regulatorischen Vorschriften der Aufsichtsbehörden die Richtlinien für die Kreditvergabe verschärft – auch in Zeiten einer im Übermaß verfügbaren Liquidität ist eine Finanzierung kein Selbstläufer. Wichtig sind die vollständigen betriebswirtschaftlichen und steuerlichen Unterlagen der vergangenen Jahre und ein Business-Plan, der die Amortisation des zu finanzierenden Projekts darstellt. Der betriebswirtschaftlich erfahrene Steuerberater wird zum Beispiel im Vorfeld einer Finanzierung die Schritte ergreifen, die dafür nötig sind, dass die Bank die Substanz des Unternehmens gleich erkennt. Dazu kann unter anderem gehören, Buchungen periodengerecht vorzunehmen, also unabhängig von der Zahlung monatlich zu verteilen. Das verhindert Ausschläge nach oben und unten und Probleme in der Bilanz, denn auf diese Weise sind Erträge und Kosten gleichmäßig übers Jahr verteilt.

Der dritte Schritt ist, nicht nur die Hausbank nach ihren Modalitäten zu befragen und das erste Angebot gleich anzunehmen. Vergleichen tut Not und spart möglicherweise bares Geld. Insbesondere in Kombination mit öffentlichen Fördermitteln können gastgewerbliche Unternehmer so manche Finanzierung durch etwas Vorbereitung wesentlich günstiger darstellen als durch die direkte Unterschrift unter den Kreditvertrag, nur um den Prozess aus dem Kopf zu haben. Auch dabei kann der Steuerberater beratend und gestaltend zur Seite stehen. Er kennt in der Regel viele Banken und die passenden Fördertöpfe und ist auf diese Weise ein wichtiger Ansprechpartner für den Unternehmer auf dem Weg zu richtigen Kredit.

Bildrechte: Coloures-pic/Fotolia

Über den Gastautor:

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Burkhard Küpper ist geschäftsführender Gesellschafter der auf gewerbliche Mandate spezialisierten Steuerberatungsgesellschaft Albers mbH aus Hilden (www.steuerberatung-albers.de). Die Gesellschaft begleitet mittelständische Unternehmen aus ganz Deutschland bei allen steuerlichen und betriebswirtschaftlichen Fragen.





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