Geschrieben von Winfried Hecking, Montag, 15. Mai, 2017

Entertainment aus der Cloud: Ist das Netzwerk überhaupt dafür ausgelegt?

(PREGAS/Winfried Hecking) Immer mehr Hoteliers wollen auf moderne, Internet-basierte Unterhaltungsangebote setzen, um den Gästen Mehrwerte zu bieten. Die Anschaffung der entsprechenden Lösung ist aber erst der zweite Schritt. Entscheidend ist vor der weiteren Planung, die Leistungsfähigkeit des Netzwerks in einem Hotel professionell überprüfen und bewerten zu lassen. Sonst wird das Video-on-Demand zum Puzzle-Spiel.

Dass die Zeiten vorbei sind, in denen ein Sat-TV, ein Telefon mit Wählscheibe und ein Faxgerät in der Lobby positive Buchungsmerkmale waren, ist schon etwas länger vorbei. Das ist nicht mehr als Binsenweisheit, das wissen auch die (allermeisten) Hoteliers. Aber dennoch sieht man zum einen immer noch genau diese Ausstattung, und das nicht nur in der tiefsten Peripherie. Und zum anderen stellen sich Hoteliers auch die Fragen: Was will der Gast wirklich? Und wie erreiche ich dieses Ziel?

Gerade die ambitionierte Hotellerie macht es vor: Es geht um Vernetzung, um multimediale Angebote und die Möglichkeit, über ein Gerät so viele Services wie möglich zur Verfügung zu stellen. Das Stichwort ist die Cloud-Technologie. Darunter versteht man Systeme, bei dem Daten und Anwendungen nicht auf lokalen Servern gespeichert werden, sondern in einem entfernten Rechenzentrum – eben „in den Wolken“ (deutsch für „Cloud“). Cloud-basierte Modelle ersetzen damit traditionelle Systeme, die klassisch aus zahlreichen Geräten bestehen.

Eine solche Lösung bietet sich für Hoteliers beispielsweise an, um das Zimmer-Entertainment neu aufzusetzen und zu steuern – und zwar in seiner ganzen Bandbreite. Moderne Cloud-basierte Systeme ermöglichen die Kombination von „herkömmlicher“ Unterhaltung wie TV und Radio mit digitalen Angeboten wie Streaming-Diensten aus dem Internet, einer Film-Datenbank, Spiele und vielem mehr. Und sie bieten die Chance, mit dem Gast über den Bildschirm des Zimmer-TV zu interagieren. Dadurch werden Sales und Marketing optimiert und Zusatzgeschäfte generiert, indem beispielsweise an einem regnerischen Tag der Familie mit Kindern ein Ausflug in ein Spaßbad angeboten wird, der sich selbstverständlich direkt an der Rezeption buchen lässt.

Hoteliers können, um diese Cloud-Entertainment-Lösungen anzubieten, auf zig Konzepte im Markt zurückgreifen, und eines der Angebote wird auch das erfüllen, was sich die gastgewerblichen Unternehmer wünschen. Aber es reicht nicht, nur einen Zugang zur Cloud zu erhalten und dann die entsprechenden Geräte auf den Zimmern zu installieren. In erster Linie muss der Hotelier prüfen, ob sein Netzwerk überhaupt leistungsfähig genug ist, die Inhalte dauerhaft stabil wiederzugeben – oder geht das Netzwerk in die Knie, wenn am Abend auf 40 Zimmern zugleich Video-on-Demand-Dienste abgerufen werden? Ist das der Fall, steht der Hotelier vor zwei Problemen: Er hat eine hohe Investition in die Erneuerung seiner Entertainment-Technik gesteckt – und seine Gäste werden den Aufenthalt nicht in allzu guter Erinnerung erhalten, weil die instabile Internetzverbindung den Film in 1000 Teile zerlegt hat.

Ein erfahrener Netzwerktechniker kann die Leistungsfähigkeit des Netzwerks in einem Hotel professionell überprüfen und bewerten. Der Hotelier hat dann eine konkrete Aussage, ob nach seinem aktuellen Stand der Technik die stabile Bereitstellung von modernen, Internet-basierten Unterhaltungsangeboten überhaupt wie gewünscht möglich ist. Falls nicht, kommt es auf eine individuell passende Modernisierung an. Erst im Anschluss erfolgt die Einrichtung sämtlicher Dienste. Zum einen werden die Leitungswege analysiert, um davon ausgehend einen Plan mit allen Modernisierungsdetails erstellen zu können. Dann werden der sogenannte Infrastrukturpunkt installiert sowie alle eventuellen neuen Kabel im gesamten Haus verlegt. In der Regel lassen sich die Arbeiten ohne (größere) Eingriffe in die Bausubstanz, etwa durch bestehende Kabelschächte, vornehmen. Das Hotel muss also nicht geschlossen werden, und es finden auch kaum beziehungsweise gar keine Eingriffe in den herkömmlichen Betriebsablauf statt.

 

Über den Gastautor:
Hecking klein

Winfried Hecking ist Geschäftsführer der Firma Hecking Elektrotechnik (www.firma-hecking.de) aus Mönchengladbach, einem Spezialisten für sämtliche Fragestellungen rund um Kabelanlagen für TV, Internet und Telefonie. Zu den Kernleistungen gehören neben der Modernisierung und Neuinstallation von Kabelanlagen die Einrichtung von stabilen, performanceorientierten Internet- und Netzwerkverbindungen im gewerblichen Bereich.





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